Mitgliederzahl des „Bundes der Vertriebenen“ bleibt unklar

Die Bundesregierung hat keine eigenen Erkenntnisse über die Zahl der Mitglieder des Bundes der Vertriebenen (BdV). Dies betont die Regierung in ihrer Antwort (17/710) auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion (17/580). Darin erkundigten sich die Abgeordneten unter anderem danach, ob die Meldung einer Nachrichtenagentur zutrifft, die ”durch Umfragen ermittelt hat, dass der BdV statt der von ihm angegebenen 2 Millionen Mitglieder lediglich circa 500.000 Mitglieder hat“.

In ihrer Antwort verweist die Bundesregierung darauf, dass der BdV ein Zusammenschluss von 21 Landsmannschaften, 16 Landesverbänden und weiteren 4 angeschlossenen Verbänden sei und keine unmittelbaren natürlichen Mitglieder habe. Nach Schätzungen des BdV belaufe sich die Zahl der in den Mitgliedsverbänden organisierten Personen auf circa 2 Millionen. Eine unabhängige Überprüfung der Mitgliederzahl des BdV plant die Regierung nach eigenen Angaben nicht.

Die BdV-Präsidentin Erika Steinbach hatte im Streit um ihren Sitz im Rat der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ mehrmals betont, drei Sitze für „15 Millionen Vertriebene“ seien „arg wenig“.

Siehe auch: Steinbach: “Mehr Widerstandskämpfer als Nazis im BdV”

3 thoughts on “Mitgliederzahl des „Bundes der Vertriebenen“ bleibt unklar

  1. Es gibt schon gute Gründe, weshalb niemand aus dem BdV schon seit jeher nicht gewillt war, genaue Angaben über die tatsächliche Anzahl der (natürlichen) Mitglieder zu machen. Allerdings hindert dies Frau Steinbach nicht daran, sich als Sprecherin ALLER „Vertriebenen“ zu fühlen.

    Vielleicht würde die Kenntnis der wahren Mitgliederzahl ja auch endgültig klären, wie viel „Widerstandskämpfer“ im BdV „organisiert“ waren.

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