Deutsche Neonaziband in Kroatien festgenommen

Schnelles Ende eines Nazikonzerts. Die Kroatischen Behörden haben am 20. Februar 2010 einen Auftritt der rechtsextremen deutschen Band „Blue Max“ bei Zagreb verboten und die Veranstaltung aufgelöst. 34 Neonazis, darunter acht Deutsche, wurden vorläufig festgenommen.

Von Johannes Radke, Störungsmelder

Die meisten wurden am Sonntag wieder freigelassen, darunter auch die Bandmitglieder. Sechs Kroaten müssen vor Gericht, weil sie bei ihrer Festnahme Widerstand geleistet hatten. Die deutsche Neonazi-Band sollte mit zwei kroatischen Rechtsrockgruppen auf einem nicht angemeldeten Konzert nahe Krizevci auftreten. Die Veranstalter wurden von dem Auftrittsverbot offenbar völlig überrascht. „Ich hoffe nur, dass die kroatischen Kameraden bald frei gelassen werden“, schreibt ein der Bassist von „Blue Max“ auf der Internetseite der Gruppe. Die Polizei schritt nach einer Anzeige der „Jungen Antifaschisten Zagrebs“ ein. Im Veranstaltungssaal selbst wurden nach Polizeiangaben zahlreiche Nazi-Symbole sichergestellt. Das osteuropäische Ausland gilt seit langem als beliebter Auftrittsort deutscher Rechtsrockbands, da in vielen Ländern nur selten die Polizei bei Konzerten einschreitet.

Das [sehr empfehlenswerte] Rechtsrock-Watchblog „Oireszene“ schreibt über die Gruppe:

Die Band „Blue Max“ wurde Ende 2002 im Raum Aglasterhausen/Schwarzach gegründet. Seither hat die Bonehead-​Combo drei CDs mit Liedern wie „Frontsoldat“, „Germania“ oder „Befreites Land“ gefüllt. Auf der im August 2009 erschienenen „Schulhof-​CD 2009“, mit der die NPD Propaganda unter Jugendlichen machen will, ist „Blue Max“ mit dem Stück „Totale Überwachung“ vertreten.

In den vergangenen Jahren spielte die rechte Band zahlreiche Konzerte in der BRD, aber auch in Frankreich, Spanien, Ungarn oder der Schweiz und steigerte somit ihren Bekanntheitsgrad in der Rechtsrock-​Szene. Ein Beispiel hier­für ist der „Musikalische Abend“, den NPD und „Freie Kräfte“ im März 2009 im Kreis Görlitz (Sach­sen) organisiert hatten. Unter dem Motto „Nationaler Sozialismus, jetzt!“ spielte auf der Veranstaltung auch „Blue Max“ vor rund 900 Nazis.

Aus ihrer Gesinnung machen die vier Bandmitglieder sowieso keinen Hehl. Der Sänger Tim Wirth war Teilnehmer an mehreren Nazi-​Aufmärschen der letzten Jahre, so z.B. auf mindestens einem der „Rudolf-​Heß-​Gedenkmärsche“ im bayerischen Wunsiedel. „Blue Max“-​Bassist Andreas Janko nennt in einem Interview die NPD „die einzigste wählbare Partei“ und findet, dass „jeder vaterlandstreue Mensch die NPD unterstützen“ solle.

Übrigens: Der Sänger von „Blue Max“ sang auch schon für die Nazicombo „Strafbataillon“, als Aushilfe, das Album „Das Volk in schwarz“ ein, außerdem wirkte er bei „Kategorie 18“ mit. Der Sänger und Schlagzeuger waren auch noch bei den „Oi-​Rebellen“ tätig

Siehe auch: Neonazi-Veranstaltungen: Rechtsrock hilft bei Mobilisierung

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