„Wilde Sau“ bei der DVU: Aufstand gegen Faust

Das langsame Sterben der DVU geht weiter: In einem kleinen Ort an der schleswig- holsteinischen Ostseeküste fassten die Landesverbände Schleswig-Holstein und Niedersachsen Beschlüsse, die das politische Ende des DVU- Bundesvorsitzenden Matthias Faust herbeiführen sollen.

Von Stefan Schölermann, NDR Info

Nach wochenlangen Querelen um Führungsstil und politische Richtung der DVU stimmten beide Landesverbände für die Veranstaltung eines außerordentlichen Bundesparteitages mit dem Ziel, Faust in die politische Wildnis zu jagen.

DVU-Kungebung in Brandenburg, Foto: Maik Baumgärtner
DVU-Kungebung in Brandenburg, Foto: Maik Baumgärtner

Die Begeisterung für die Tagung in Schleswig- Holstein schien sich in Mitgliederkreisen allerings in Grenzen zu halten; gerade einmal 30 Mitglieder waren aus Niedersachsen und Schleswig- Holstein in der Nähe von Grömitz zusammengekommen. Und auch die eigentlich zu erwartenden heftigen Attacken an die Adresse des Bundesvorsitzenden Faust blieben aus. Denn der hatte überraschend sein Kommen angekündigt, was offenkundig die aufgewühlte Stimmung deutlich dämpfte.

Insgesamt müssen fünf DVU-Landesverbände für einen Abwahl-Bundesparteitag stimmen. Am Sonntag tagt der DVU- Landesverband Nordrhein-Westfahlen. Er hat den Weltkrieges- Jagdflieger Hajo Herrmann als Gastredne eingeladen, der den DVUlern wieder einmal von dem von ihm erfundenen Flugmanöver “ Wilde Sau“ vorschwärmen wird.

Hintergrund des Machtkampfs: Der Neonazi Christian Worch, der sich für die DVU engagiert, hatte gegenüber NPD-BLOG.INFO gesagt, Parteichef Faust habe angekündigt, bei der nächsten Parteivorstandssitzung gegen den DVU-Landesvorsitzenden von Niedersachsen, Hans-Gerd Wiechmann, Ordnungsmaßnahmen wegen “angeblicher Unkorrektheiten im finanziellen Bereich” beantragen zu wollen. Soweit er die Vorwürfe beurteilen könne, seien diese “ausgesprochen schwach, um nicht zu sagen, an den Haaren herbeigezogen”, so Worch. Wiechmann habe Faust daher aufgefordert, diese bis Freitag, den 5. Februar, 24.00 Uhr, zurückzunehmen bzw. deren Wiederholung zu unterlassen. Für den Fall, dass er nicht fristgemäß eine entsprechende Erklärung von Faust erhalte, habe Wiechmann Unterlassungsklage angekündigt, so Worch.

Die Landesvorsitzende von Schleswig-Holstein, Ingeborg Lobocki, hat laut Worch nach den Vorwürfen gegen Wiechmann dem Parteivorstand empfohlen, Parteichef Faust gegenüber von den Bestimmungen des § 6 der Satzung der DVU Gebrauch zu machen. Dieser besagt nicht weniger als die “Verwirkung der Mitgliedschaft in der DVU”. Hintergrund dieser Drohung ist eine eidesstattliche Versicherung über seine Vermögensverhältnisse, die Faust den Angaben zufolge am 29. Juni 2009 vor dem Amtsgericht abgegeben hatte. Damit wäre ein Nicht-Ausschluss von Faust nur schwerlich zu begründen, meint Worch. Beobachter hegen allerdings Zweifel, ob dieser Paragraf tatsächlich rechtsmäßig ist. Worch führt aber auch die Personalkosten gegen Faust ins Feld: Ein hauptamtlich beschäftigter Parteivorsitzender belaste “die derzeit nicht gerade üppig gefüllte Kasse der DVU erkennbar”. Die DVU-Spitze wies die Darstellungen zurück und teilte mit, es gebe keinen Machtkampf.

Ergänzung 21. Februar 2010 – die DVU teilt in einer Pressemitteilung mit:

Am 20.2.2010 wurden die Parteitage der Landesverbände Schleswig-Holstein und Niedersachsen durchgeführt. Da lediglich der LV-Schleswig-Holstein zwei Beisitzer in den LV und einen Beisitzer in das Landesschiedsgericht nachwählen mußte, während es im Landesvorstand der DVU-Niedersachsen keine personellen Veränderungen, Erweiterungen bzw. Erneuerungen gab, konnte schnell die Thematik der anderen Tagesordnungspunkte diskutiert und in den Mittelpunkt gerückt werden.

In Anwesenheit des Bundesvorsitzenden der DVU, Matthias Faust, erfolgte nun zu einigen Themen eine Diskussion, die teilweise von Kritik geprägt war, jedoch überwiegend sachlich und ruhig geführt wurde.

Beide Landesverbände beschlossen die in der Vergangenheit bereits vorhandene gute Zusammenarbeit durch die Gründung einer „ARGE-Nord“ (Arbeitsgemeinschaft Nord) noch weiter zu vertiefen. Dieser, von beiden Landesvorständen eingebrachte Antrag, wurde von den Mitgliedern einstimmig angenommen. Ebenfalls einstimmig beschieden, wurde der Antrag bezüglich der Finanzordnung der DVU, der beinhaltete, einen den Landesverbänden anteilmäßige Betrag der eingehenden Mitgliedsbeiträge, wie in der Finanzordnung garantiert beim Bundesverband einzufordern.

Beide Landesvorsitzenden wiesen auf die Notwendigkeit hin, neue Strategien auszuarbeiten und Richtlinien zu erstellen, die der Partei ein Gesicht geben müßten, damit diese in der Öffentlichkeit eine Eigenidentität präsentieren könne. Daraufhin wurde von beiden Landesverbänden der Antrag auf Abhaltung eines außerordentlichen Bundesparteitages gestellt, um dann im Rahmen dieses Parteitages, im Einklang und mit der Zustimmung der Mitglieder, diese neuen Strategien und Richtlinien verbindlich vorgeben zu können.
Gleichzeitig sollten auf einen einzuberufenden Bundesparteitag einige Paragraphen der Bundessatzung angesprochen werden, da eine Überarbeitung oder Änderung dringend notwendig erscheint, damit der steigenden Verunsicherung unserer Mitglieder Einhalt geboten werden kann. Auch dieser gestellte Antrag, wurde von den Mitgliedern beider Verbände einstimmig angenommen.

Ebenfalls wurde die Durchführung von sechs öffentlichen Veranstaltungen (je drei in jedem der beiden Bundesländer) beschlossen. Alle Anwesenden waren sich einig, schwerpunktmäßig mit sozialen Themen Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Dieser Parteitag, hat die schon vorhandene Harmonie und den Willen zur Zusammenarbeit zwischen den beiden Landesverbänden, weiterhin verstärkt und vertieft.

In seinem Schlußwort forderte der niedersächsische Landesvorsitzende Hans-Gerd Wiechmann die anderen Nord-Verbände auf sich der gegründeten Arbeitsgemeinschaft anzuschließen, um die Kräfte zu bündeln und gemeinsam unser politisches Wollen der Öffentlichkeit zu übermitteln, und somit aufzuzeigen, daß eine politische Alternative durchaus vorhanden ist.

Siehe auch: Schließt die DVU ihren eigenen Chef aus?, “Die DVU versinkt in der Bedeutungslosigkeit”, DVU kämpft ums Überleben, DVU offenbar finanziell am Ende, Untergehende DVU: Brinkmann wechselt zu “Pro Köln”, Erneute Wahlschlappen: DVU vor dem Aus?, Wahlkampfabschluss der DVU: Gegen “Sozioten”, 68er – und Nazis, DVU-Parteizentrale zieht von München nach Hamburg

7 thoughts on “„Wilde Sau“ bei der DVU: Aufstand gegen Faust

  1. 30 Leute bei einer Dvu Veranstaltung das sagt doch alles.Die Dvu ist politisch und finanziel am Ende.Sollte Faust abgewählt werden schlage ich Florida Stein (Kevin Stein)als neuen Vorsitzenden vor.Er ist der richtige um der DVU den Rest zu geben.Überbezahlung braucht sich die Dvu keine Sorgen machen.Das übernimt die Arge und der VS.

  2. Für den 7 März ist in Husum eine DVU Veranstaltung von Stein geplant.Erwartete teilnehmer er +4 wierd bestimt lustig.Lohnt sich eigentlich garnicht dagegen Mobil zu machen.

  3. Stein hat ml wieder seinen Anwalt eingeschaltet.Mehr dzu auf Maulwurfen Info.Jetzt behauptet er schon ds Faust lügt.

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