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Braune Schlossherren

17. Februar 2010 21:11 978 mal gelesen 8 Kommentare

Die Neonazis Thomas Wulff und Axel Schunk haben einem Bericht des blick nach rechts zufolge das alte Schloss Trebnitz ersteigert. Bereits 2001 sollte aus dem alten Schloss Trebnitz bei Könnern in Sachsen-Anhalt ein „nationales Schulungszentrum“ werden. Für nur 100 000 DM (rund 50 000 Euro) hatte der heutige Berliner NPD-Chef Uwe Meenen es damals im Auftrag des vermögenden Altnazis Rolf Hanno aus Marbella ersteigert. Als Betreiber des Zentrums wurde der Harzer Neonazi Steffen Hupka eingesetzt. Doch die Pläne wurden schnell bekannt. Es fanden zwar erste Treffen und Arbeitseinsätze statt, doch Investor und Betreiber zerstritten sich, es gab finanzielle Querelen, das Schloss verfiel zusehends. Im Jahr 2005 wurde es sogar bei ebay angeboten, allerdings für stolze 235.000 Euro…

trebnitz

Das Schloss im Jahr 2005 bei Ebay

Die Salzlandkreissparkasse schrieb das so genannte „LPG-Schloss Trebnitz“ mit rund 7000 Quadratmetern Land und 2000 Quadratmetern Wohnfläche laut bnr jetzt zur Versteigerung aus. Den Zuschlag erhielten demnach NPD-Vorstandsmitglied Thomas Wulff, genannt Steiner, und Axel Schunk aus Stockstadt am Main, für rund 80 000 Euro. Noch ist der Kauf nicht rechtskräftig. Eine Anzahlung sei jedoch hinterlegt.

Beobachter vermuten dem Bericht zufolge hinter dem Immobilienkauf politisches Interesse. Privat lebe Wulff mit seiner Familie in einem Gutshaus in Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinsam mit Jürgen Rieger habe er zahlreiche potenzielle Immobiliendeals eingefädelt. Nach dessen Tod soll er sich zeitweilig für Riegers akademischen Hintergrundverein „Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung“ um deren Geschäfte gekümmert haben, berichtet der bnr. „Artgemeinschaft“ und Anthropologie-Gesellschaft gelten als eng vernetzt.

Die ehemalige Wasserburg Trebnitz, im 17. Jahrhundert vom Markgrafen Gero errichtet, liegt zwar idyllisch an der Saale, am Ende einer Sackgasse, doch der riesige graue Klotz ist stark renovierungsbedürftig. Das Landesamt für Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt bestätigte laut bnr  den Verkauf an Wulff und Schunk. Auch in der Magdeburger Behörde fragt man sich argwöhnisch, woher der gelernte Automechaniker Wulff das Geld hat und vor allem, welche Pläne die beiden mit dem Schloss haben? Ein Anwohner berichtet davon, dass Altbetreiber Hupka bereits vor Wochen einem Kameraden das Anwesen gezeigt habe und danach im Dorflokal eingekehrt sei. Doch im Dörfchen Trebnitz störte sich bisher kaum jemand an den „netten Jungs“ von rechts.

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