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Neonazis total blockiert

13. Februar 2010 20:16 2.167 mal gelesen 15 Kommentare

Mehr als 10.000 Menschen haben einen Aufzug von etwa 5000 Neonazis in Dresden verhindert. Damit war die Strategie des Bündnisses “Dresden nazifrei!” erfolgreich; die Stadt war zwar nicht nazifrei, aber es konnten sich weit weniger als die erwarteten 8000 Neonazis in Dresden-Neustadt sammeln, zudem wurde der “Trauermarsch” schließlich abgesagt, da zahlreiche Nebenstraßen und Plätze blockiert waren. Der Protest blieb größtenteils friedlich, vereinzelt griffen Gegendemonstranten Neonazis an, Augenzeugen berichteten zudem von mehreren Attacken von Neonazis auf Linke. Die Lage war teilweise sehr unübersichtlich, da auch kleinere Gruppen von Rechtsextremisten durch die Straßen zogen.

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Der Albertplatz war bereits früh blockiert. (Foto: NPD-BLOG.INFO)

Um 17:20 Uhr schickten Neonazis über ihren Twitter-Kanal die Nachricht: “Der Trauermarsch hat nicht stattgefunden.” Linke Twitterer warnten nun vor der Wut der Neonazis, die bereits den ganzen Tag über aggressiv aufgetreten waren. Im vergangenen Jahr hatte es bei der An- und Abreise nach und von Dresden mehrere Überfälle und Zusammenstöße gegeben. Auch in Dresden konnten die Ordner der rechtsextremen Demo die Neonazis nur schwer disziplinieren. Nach Augenzeugenberichten warfen viele mit Flaschen, Stöcken, Eisbrocken und Feuerwerkskörper auf die Polizisten.

Nach Polizeiangaben nahmen 5000 Neonazis an der Kundgebung der Rechtsextremisten teil, im “Nationalen Widerstand” war zuvor von mehr als 10.000 Teilnehmern geträumt worden; damit mussten die Neonazis in Dresden eine herbe Schlappe hinnehmen: Sie konnten keines ihrer ausgegebenen Ziele erreichen.

Das Bündnis “Dresden nazifrei” hilet hingegen noch eine “mächtige und kraftvolle Abschlusskundgebung am Albertplatz” ab. Zudem bildeten rund 15.000 Menschen eine Kette in der Dresdner Altstadt, um gegen den Neonazi-Aufmarsch zu protestieren.

“Bevor Dresden brannte, brannte Sempers Synagoge, brannten Warschau, Rotterdam und Coventry. Diese Wahrheiten müssen den Ewiggestrigen entgegengehalten werden. Dresden will sie nicht.” Helma Orosz, Oberbürgermeisterin Dresden

Die rechtsextreme “Junge Landsmannschaft Ostdeutschland” hatte zu dem “Trauermarsch” aufgerufen. Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hatte die Veranstaltung zugelassen, jedoch strenge Auflagen bezüglich der Route und der Dauer des Marsches erteilt.

Siehe auch: Trauermarsch als “Machtdemonstration”, Der “Kampf um die Straße”, Vor der Bombardierung war Auschwitz, Neonazis dürfen durch Dresden marschieren, Die Toten Hosen unterstützen “Dresden Nazifrei!”, “Kampf um die Straße”: Neonazis marschieren weiter, Neonazis dürfen marschieren – Dresden kündigt Rechtsmittel an, Gibt es Extremismus? Anmerkungen aus politischer Perspektive, Neonazis dürfen nicht durch Dresden marschieren, “Lex Dresden gegen Extremisten-Schwemme”, NPD stellt Anzeige gegen dresden-nazifrei, Staatsanwaltschaft legt dresden-nazifrei.de still, Dresden-Plakat: Politikerin der Linkspartei festgenommen, Starker Staat als Strategie, Kommentar: Mutwillige Vereinfachung, Hintergrund: Polizei geht gegen Dresden-Plakat vor

15 Kommentare »

  • Ein Sieg für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte « Guardian of the Blind said:

    [...] Guardian of the Blind … Open your Eyes … « Nazi-Aufmarsch in Dresden verhindert Ein Sieg für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte 2010/02/13 Die erfolgreiche Verhinderung der Nazi-Demo in Dresden hat gezeigt: wenn sie zusammenarbeiten und gemeinsam protestieren, können die Gegner des Rechtsextremismus, seien es radikale Linke oder Christdemokraten, Antifa oder Kirchen, verhindern, dass diese ihre menschenverachtende NS-Ideologie, ihren Rassismus und Antisemitismus, ihre Lügen und Geschichtsfälschungen, verbreiten können. Bevor Dresden brannte, brannte Sempers Synagoge, brannten Warschau, Rotterdam und Coventry. Diese Wahrheiten müssen den Ewiggestrigen entgegengehalten werden. Dresden will sie nicht. Helma Orosz, Oberbürgermeisterin Dresden [...]

  • BUNDESPOPEL said:

    Dresden ist Asculum. Noch ein paar solche “Siege”, und Demokratie und Rechtsstaat sind kaputt. Radaubrüder gegen Radaubrüder.

    Summa summarum 2O OOO Weimar-Gespenster grölten wohlgesetzt oder unartikuliert ihren klammheimlichen Haß auf Wahrheit und Freiheit einer geschundenen Stadt in die noch offenen Wunden. Das üble Exerzitium geriet zum wiederholten Male zum Nachteil der Ordnungskräfte, die widerwillig eine gerichtliche Anordnung zu vernebeln hatten — der Staat vorgeführt in Kohabititation mit dem Druck der Straße.

    Tanz am Abgrund ist das. Ich wähle die Freiheit. Ihr könnt mich alle mal besuchen — auf Hawai. Aloha kakahika, aloha´auinala, aloha ahiahi.

    Palapala ho álohaloha.

  • trueten.de - Willkommen in unserem Blog! said:

    Dresden: Die Menschenkette macht’s. Oder?…

    Erstmals wurde heute in Dresden der größte europäische Faschistenaufmarsch von vielfältigem antifaschistischen Widerstand verhindert. No Way, dazu zählt für mich auch der Protest aus bürgerlicher Ecke. Die Frage, wie wirkungsvoll unterschiedliche Prote…

  • Wobi said:

    Wem ist es denn zu verdanken, dass der rechte Spuk nicht durch Dresden marschieren konnte? Die Politiker verbuchen das als ihren Sieg, in Wirklichkeit sind die wahren Sieger diejenigen, die die Straßen und Plätze um den Neustädter Bahnhof blockiert haben. Sie haben die Ehre Dresdens gerettet und ihnen gebührt der Dank der Dresdner.

  • neuer Leser said:

    Wenn man sich gestern Abend die Kommentare auf Altermedia zu den Vorgängen in Dresden durchgelesen hat, konnte man feststellen, dass die allermeisten Kommentatoren, d.h. Nazis, es völlig ausblenden oder nicht wahr haben wollen, dass sie in Dresden nicht willkommen waren. Diese krasse Realitätsflucht – ob nun gezielt oder unfreiwillig – ist wirklich erstaunlich und lässt sich nur mit einem Dasein in einer psychischen Parallelwelt erklären. Trotz des massiven zivilgesellschaftlichen Widerstands glauben die Faschisten nach wie vor, dass sie für das “Volk” und im Namen des “Volkes” agieren. Dass das Volk den Nazis das genaue Gegenteil von ihrem wirren Irrglauben bewiesen hat, scheint einfach keine Rolle zu spielen. Stattdessen wird sich über die “faschistoide BRD” und den “Polizeistaat” ausgeheult, die eine gerichtlich genehmigte “Demonstration” verhindert hätten. Falls dieser Staat tatsächlich faschistoide wäre, bliebe die Frage, weshalb der “Trauermarsch” der Nazis überhaupt genehmigt wurde – wenn auch mit Einschränkungen. Und da der zivilgesellschaftliche Widerstand der Dresdnerinnen und Dresdner und anderer zugereister Demokraten mit der senilen deutschtümmlerischen Wahrnehmung der Faschisten nicht zu vereinbaren ist, werden hinter den Protesten gegen den Nazis-Aufmarsch sehr schnell Juden, Linke und die SED, die Lügenmedien und korrupte Blockparteien ausgemacht – kurzum “das System”. Das Einzige, was den Faschisten dann noch bleibt, ist die Externalisierung der Schuld für das eigene Scheitern und dumpfe, sich ewig wiederholende Durchhalteparolen aus und für den “Nationalen Widerstand”.

  • Muhmann said:

    ähm BUNDESPOPEL,
    ich fürchte du hast nich verstanden, dass die 10-15 tausend Gegendemonstranten NICHT alle aus dem linken Spektrum stammen, geschweige denn alles Autonome, Hippis oder was auch immer waren…

    Bei 10 tausend Menschen waren wohl eher die Meisten aus der “bürgerlichen Mitte”, es also nicht eine “Radaubrüder gegen Radaubrüder” Aktion stattfand!

    Wie auch immer…

    Eine super Aktion! Schade das ich diesesmal verlezungsbedingt nicht dabei sein konnte :(

  • Max said:

    Dresden hat gewonnen.
    Die Nazis haben verloren.

    Herzlichen Glückwunsch, Dresden!

  • Ein Sieg für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte « Auto-Anthropophag said:

    [...] Die erfolgreiche Verhinderung der Nazi-Demo in Dresden hat gezeigt: Wenn sie zusammenarbeiten und gemeinsam protestieren, können die Gegner des Rechtsextremismus, seien es radikale Linke oder Christdemokraten, Antifa oder Kirchen, verhindern, dass diese ihre menschenverachtende NS-Ideologie, ihren Rassismus und Antisemitismus, ihre Lügen und Geschichtsfälschungen, verbreiten können. Bevor Dresden brannte, brannte Sempers Synagoge, brannten Warschau, Rotterdam und Coventry. Diese Wahrheiten müssen den Ewiggestrigen entgegengehalten werden. Dresden will sie nicht. Helma Orosz, Oberbürgermeisterin Dresden [...]

  • volker said:

    sie alle leben in der schlaraffenwelt.

    “verhindert”!-lolololol!

    10 000 Nazis 5(!)Stunden lang in Dresden waren,Rennicke sangte,die Wionhungen der antifas gesturmt und verwuestet wurden,antifa-centrum”conni”war verwuestet,viele antifas verletzt waren,in Pirna und Gera die nazis randalierten-und das heisst-”verhindert”?!!!

  • wobi said:

    Die Krönung: Die Staatsanwaltschaft will gegen diejenigen ermitteln, die die Nazi-Demonstration verhindert haben und deren Erfolg sich die Frau Oberbürgermeisterin an ihre Fahne heften will.
    Wie absurd kann die Demokratie sein…

  • Demokrat said:

    @wobi

    Erklär doch mal das Prinzip der “Gewaltenteilung”.

  • Ein Sieg für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte | Guardian of the Blind said:

    [...] Die erfolgreiche Verhinderung der Nazi-Demo in Dresden hat gezeigt: wenn sie zusammenarbeiten und gemeinsam protestieren, können die Gegner des Rechtsextremismus, seien es radikale Linke oder Christdemokraten, Antifa oder Kirchen, verhindern, dass diese ihre menschenverachtende NS-Ideologie, ihren Rassismus und Antisemitismus, ihre Lügen und Geschichtsfälschungen, verbreiten können. Bevor Dresden brannte, brannte Sempers Synagoge, brannten Warschau, Rotterdam und Coventry. Diese Wahrheiten müssen den Ewiggestrigen entgegengehalten werden. Dresden will sie nicht. Helma Orosz, Oberbürgermeisterin Dresden [...]

  • NPD-BLOG.INFO » Blog Archive » Mit Blockaden gegen den Naziaufmarsch in Bad Nenndorf said:

    [...] auch: Neonazis total blockiert, “Trauermarsch” in strahlend weißen “T-Hemden” und mit aggressiven [...]

  • NPD-BLOG.INFO » Blog Archive » Auflagen für Proteste erleichtern Neonazi-”Trauermarsch” said:

    [...] auch: Mit Blockaden gegen den Naziaufmarsch in Bad Nenndorf, Neonazis total blockiert, “Trauermarsch” in strahlend weißen “T-Hemden” und mit aggressiven [...]