Harry Belafonte informiert sich über Rechtsextremismus

Der Künstler und UNICEF-Botschafter Harry Belafonte hat am 02. Februar 2010 die Amadeu Antonio Stiftung in Berlin besucht, um sich über Rechtsextremismus und Rassismus in Deutschland und die Situation von Opfern rechter Gewalt zu informieren. Er betonte die Verantwortung von Künstlern und Musikern sich gegen Rassismus und andere Formen der Unterdrückung zu engagieren.

Schockiert über „No-Go-Areas“

Der Künstler machte klar, dass er Rassismus als ein weltweites Problem sieht, auch in Afrika oder den USA. Schockiert zeigt er sich darüber, dass es „No-Go-Areas“ für Schwarze und andere Menschen, die nicht in das Weltbild von Nazis passen, gibt und deutsche Politiker dagegen nichts unternehmen oder Schwarze in Großstädten von der Polizei häufig zuerst als Drogendealer gesehen werden. Sein Besuch in der Amadeu Antonio Stiftung ist Teil eines Projektes, in Zuge dessen er sich in vielen Ländern über Rassismus informieren will. Nach Berlin wird er nach London und Paris reisen und dort auch Gespräche führen, wobei ihn ein Kamerateam immer begleitet.

Belafonte: Künstler müssen Verantwortung übernehmen

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Belafonte (links) in der Amadeu Antonio Stiftung

Besonders wichtig ist ihm, dass Künstler Verantwortung übernehmen. „Keiner kann sich entschuldigen, entweder sie kommen oder sie kommen nicht. Die Künstler sollen sich nicht hinter den Managern oder den Bossen der Studios verstecken. Wenn Sie etwas bewegen wollen, finden sie einen Weg.“ Genauso hat er Lionel Richie, Michael Jackson und Quincy Jones angesprochen und sie überzeugt, sich für das Projekt „We are the Worl“ zu engagieren, dass gerade durch Barbara Streisand, Kanye West und anderen zugunsten von Haiti neu aufgenommen wird.

Der Stiftungskoordinator, Timo Reinfrank, freute sich sehr über den Besuch von Belafonte: „Wir fühlen uns sehr geehrt durch den Besuch von Harry Belafonte und es ermutigt uns und viele andere sich weiter gegen Rassismus zu engagieren. Künstler haben eine große Verantwortung. Harry Belafonte nimmt diese Verantwortung wie wenig andere vorbildlich war.“

Siehe auch: Esther Bejarano meets Microphone Mafia, “Hardcore” keine Neonazi-Marke mehr, Ska, Skinheads und Sommer, “Hey, Mr. Nazi!”