Neonazi wegen Verdacht des Kindesmissbrauchs in Haft

Der frühere NPD-Kreistagsabgeordnete und Neonazi Dominique O. steht einem Bericht des Bonner General Anzeigers in Verdacht, in den vergangenen Jahren ein vierjähriges Mädchen sexuell missbraucht, eine 15-Jährige gestalkt und auf seinem Computer Kinderpornografie besessen zu haben. Nun wurde er wegen Verdunkelungs- und Wiederholungsgefahr verhaftet. Die Bonner Jugendschutzkammer hatte dem Bericht zufolge den Haftbefehl erlassen, weil O. sich seinem damaligen Missbrauchsopfer erneut genähert haben soll. In Bonn müsse sich der 37-Jährige wohl im April wegen schweren sexuellen Missbrauchs in sechs Fällen verantworten, weil er von 2001 bis 2003 die zu Beginn der Taten erst vierjährige Tochter seiner Ex-Freundin auf übelste Weise missbraucht haben soll, heißt es.

Am 28. Januar 2010 musste er sich dem Blatt zufolge erst einmal vor dem Siegburger Amtsgericht verantworten, und hier zielen die Vorwürfe gegen den Mann in dieselbe Richtung: Besitz von Kinderpornografie in 47 Fällen. Darüber hinaus soll er einer 15-Jährigen aus Oldenburg auf sträfliche Weise nachgestellt haben. Laut Anklage hatte er sie im Internet kennengelernt und sie von Januar 2007 bis April 2008 mit insgesamt 400 Mails, Hunderten von Anrufen und zahlreichen Briefen terrorisiert. Nun denke die Staatsanwaltschaft darüber nach, beide Verfahren in Bonn zusammenzuführen.

Der Ex-NPD-Kreisrat sei schon seit Jahren mit ähnlichen Straftaten aufgefallen und mehrfach verurteilt, heißt es weiter. So sei er bereits wegen des Besitzes von Kinderpornografie vorbestraft, und im September 2006 verurteilte ihn das Siegburger Amtsgericht, weil er auch da schon eine 16-jährige Internet-Bekannte mit Briefen belästigt und sie in Angst versetzt hatte. Damals war er mit einer fünfmonatigen Haftstrafe auf Bewährung davongekommen.

In Neonazi-Kreisen werden die Vorwürfe indes in Zweifel gezogen. So heißt es in einem Forum:

Ich glaube der Geschichte kein Wort. Es ist doch inzwischen Methode geworden auf diese Art und Weise seine politischen Gegner loszuwerden. Wenn mit Volksverhetzung nichts zu machen ist, nutzt man eben diese Möglichkeit.

O. war offenbar im Internet sehr aktiv, unter anderem als Kommentator auf Altermedia. Außerdem läuft noch eine Webseite auf seinen Namen, darauf sind unter anderem NPD-Seiten sowie weitere Neonazi-Angebote verlinkt. Mitten unter den Links findet sich auch ein Hinweis auf ein Forum, in dem

„Menschen beiderlei Geschlechts und jeden Alters [schreiben], die eine besondere Affinität zu Mädchen im Kindes- oder Jugendalter haben. Diese Personen bezeichnen sich als Girllover (GL). Meistens ist mit dieser Eigenschaft auch eine sexuelle Anziehung verbunden. Viele haben sich entschieden, diese nicht auszuleben. In der Gesellschaft werden Girllover meistens als „Pädophile“ bezeichnet.“

Außerdem bewirbt O. auf der Seite Anti-Antifa-Seiten, welche durch Passwörter geschützt sind – und die auch auf seinem Namen laufen.

Siehe auch: NPD hetzt gegen “Kinderschänder, Perverse und Homosexuelle”, Bekannter Holocaust-Leugner Rainer L. begeht offenbar Selbstmord, Volksverhetzung, Polizistenbeleidigung, Kinderpornos: Neonazis vor Gericht, Bekannter Neonazi wegen Kinderporno verurteilt