Untergehende DVU: Brinkmann wechselt zu „Pro Köln“

Der als „Millionär“ geltende Rechtsextremist Patrik Brinkmann aus Schweden soll erneut die Partei gewechselt haben. Von der lahmenden DVU sei er vor kurzem zur rheinischen Rechtsaußen-Gruppierung „Pro Köln“ gewechselt, berichtet ein der Gruppe nahe stehendes Internetportal.

Von redok, nach CC-Lizenz übernommen

Laut einer kurzen Meldung im Portal „Politically Incorrect“ (PI) hat der Pro-Köln-Vorsitzende Markus Beisicht den Wechsel Brinkmanns beim Neujahrsempfang seiner Stadtratsfraktion am heutigen Sonntag im Kölner Rathaus bekannt gemacht. Brinkmann hatte vor einem Monat in einem noch auf der DVU-Webseite verbreiteten Internetvideo erwähnt, dass er mit der Pro-Köln-Funktionärin Judith Wolter über die Finanzierung eines Frauenhauses für verfolgte junge Frauen gesprochen habe (redok berichtete ).

Jetzt heißt es in der PI-Meldung, Pro Köln wolle in der Domstadt in Kürze ein Haus erwerben, das „eine Herberge für die Opfer des Islam“ sein solle. Geplant sei „ein Zufluchtsort für Opfer der islamischen Frauenunterdrückung, der Beschneidung, der Zwangsheirat etc.“. Das Projekt solle durch Brinkmann finanziert werden, der vor kurzem von der DVU zu pro Köln gewechselt sei.

Damit hätte Brinkmann innerhalb von drei Jahren bereits seine dritte Station in der rechtsextremen Szene erreicht. Sowohl bei der ursprünglich von ihm unterstützten NPD wie auch bei der DVU, in die er im Kielwasser seines „Freundes“ Andreas Molau eintrat, hatte Brinkmann große Erwartungen in Bezug auf großzügige Finanzierung jeweiliger Polit-Aktivitäten zu wecken gewusst. Tatsächlich konnten solche Brinkmann-Geldspritzen aber keineswegs die mehr oder weniger deutlich ausgesprochenen Erwartungen bei den beiden rechtsextremen Parteien erfüllen.

Für die DVU dürften nun die Zukunfts-Signale noch bedrohlicher werden. Ob „Pro Köln“ vom Finanz-versprechungsstarken Brinkmann tatsächlich profitieren kann, wird sich noch zeigen müssen. Jedenfalls dürfte Brinkmann bei der rheinischen Gruppierung auf Figuren mit verwandter Mentalität treffen: „Pro Köln“ ist notorisch bekannt für hochgespannte Prognosen und Versprechungen wie auch für erhebliche Übertreibungen bei der Berichterstattung über eigene Aktivitäten.

Brinkmann selbst hat seinen Wohnsitz in einer Villa in Berlin- Zehlendorf. Der Berliner Landesverband von „Pro Deutschland“, der aus „Pro Köln“ hervorgegangenen bundesweiten Partei, hat in den vergangenen Monaten die Aktivitäten ein wenig verstärkt und will zur Abgeordetenhaus-Wahl im Sommer 2011 antreten.

Die von Brinkmann für einige Zeit als Renommier-Projekt betriebene „Kontinent Europa Stiftung“ hat dagegen bereits seit einiger Zeit ihre Aktivitäten praktisch eingestellt. Seit dem Sommer 2009 hieß es auf der Webseite der „Stiftung“, sie sei „under reconstruction“. Interessenten wurden mit „welcome back“ auf den 1. Januar 2010 vertröstet, doch auch in den bisherigen zweieinhalb Wochen des neuen Jahres hat die „Stiftung“ kein Lebenszeichen von sich gegeben.

Siehe auch: DVU streckt Fühler in Richtung “Pro”-Gruppen aus, “Kontinent Europa Stiftung” will angeblich nach Berlin ziehen, DVU auf neurechtem Kurs: “Kernproblem” wird zur Bruchlinie