Sächsische NPD feiert „Erfolg für sächsischen Weg“

In Berlin haben NPD-Funktionäre wie angekündigt über die künftige Strategie der Partei beraten. „Die Strategiekommission der NPD tagte auf Einladung des Parteivorstandes am 16. und 17. Januar 2010 zum ersten Mal“, schreibt die Partei dazu, 31 Teilnehmer „aus allen Teilen der Partei, sächsische Landtagsabgeordnete und parteilose Experten“ seien dabei gewesen. Offenbar hat man sich auf dem Treffen geeinigt, nach außen künftig geschlossener auftreten zu wollen. So berichtet die NPD:

Die Tagung zeigte hohes Gesprächsniveau. Die von interessierter Seite herbeigeredeten Streitereien fanden nicht statt. Es herrschte im Gegenteil in vielen Punkten kameradschaftlicher Einklang. Ziel der Strategietagung war die Erstellung eines Empfehlungskataloges, der dem Parteivorstand zur Beratung und Umsetzung vorgelegt wird.

Dieses „hohe Niveau“ gipfelte in folgenden Empfehlungen:

1) Die NPD bleibt die einzige authentische Oppositionspartei, bezogen auf die Probleme der Gegenwart.

Dies soll wohl eine Absage an offen praktizierte NS-Nostalgie sein.

2) Öffnung der Partei für alle volks- und heimattreuen Kräfte, um deren Einheit zu fördern.

Der „Kampf um den organisierten Willen“ soll fortgesetzt und wohl forciert werden, nachdem die NPD in den vergangenen Monaten offenbar Mitglieder verlor und bei vielen extrem rechten Akteuren einen schlechten Ruf hatte.

3) Die Wählerpotentiale müssen besser erforscht und erschlossen werden, um verfehlte Wahlkämpfe zu vermeiden.

Die NPD in Sachsen hat gezeigt, wie es aus Sicht der Neonazis geht: Nach außen bieder auftreten, um bürgerliche Wähler nicht zu verschrecken.

Zudem wolle die Kommission dem Parteivorstand vorgchlagen, den Namenszusatz „Die Nationalen“ durch „Die soziale Heimatpartei“ zu ersetzen.

Lesetipp: NPD will nicht mehr Freund vom Feind des Feindes sein

Die Teilnehmer waren sich nach NPD-Angaben einig, Tagungen der Strategiekommission fortzuführen. Ausführliche Berichte würden durch den Parteivorstand in der „Deutschen Stimme“ erfolgen. Der Parteivorstand sei „jetzt gefordert, die Weichen in die Zukunft zu stellen“.

Offenbar sieht die sächsische NPD sich durch das Treffen gestärkt, so verschickte der Landtagsabgeordnete Jürgen Gansel eine Email, die er mit dem Betreff „Erfolg für den sächsischen Weg“ überschrieb.

Siehe auch: NPD-Chef Voigt – auf der Suche nach neuen Verbündeten,Von der Altherren-Partei zur aktionistischen Dachorganisation: Die Geschichte der NPD , NPD bald auf dem “sächsischen Weg”?, Nach Riegers Tod: Wird Apfel neuer NPD-Vize?

7 thoughts on “Sächsische NPD feiert „Erfolg für sächsischen Weg“

  1. „Die NPD bleibt die einzige authentische Oppositionspartei, bezogen auf die Probleme der Gegenwart.“

    Schlichweg oberdumm und tausend Mal von den ätzenden Braunbatzen höchstpersönlich widerlegt. Wie diese Knallköppe diesen Mist tatsächlich von sich behaupten können, wissen nur sie selbst. Ist wohl der typische hausgemachte Irrsinn des politisch Verzweifelten.

    Ansonsten kann ich mich nur wiederholen: Bei der LTW 2009 in Sachen erlitt die NPD im Vergelich zur LTW 2004 einen Verlust von knapp 50% bei den Zweitstimmen. Daran ändert auch der Wiedereinzug in den sächsischen LT nichts. Wäre also nicht schlecht, würde die Bundes-NPD beim Versuch, den „sächselnden Weg“ auf der Bundesebene zu beschreiten, ebenfalls einen so drastischen Stimmenverlust erleiden; dann könnten die Faschos sich auch die Wahlkampfkostenerstattung abschminken.

    Man, man, man, wie können diese Idioten von sich ernsthauft behaupten, gegenwartsbezogene Politik zu machen.

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