NPD-Finanzskandal: Anklage gegen weiteren Wirtschaftsprüfer

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat einem Bericht des Wiesbadener Kuriers zufolge Anklage gegen einen Anwalt und Wirtschaftsprüfer erhoben, der in die Finanzaffäre der NPD verwickelt sein soll. Einen entsprechenden Bericht der „Rheinpfalz“ bestätigte den Angaben zufolge der Leiter der Staatsanwaltschaft, Lothar Liebig. Der Anwalt soll zwei fehlerhafte Rechenschaftsberichte der Partei nicht sorgfältig genug geprüft haben. Auf Basis dieser Berichte habe die Neonazi-Partei 122.000 Euro zuviel aus der Parteienfinanzierung bekommen, berichtet die Zeitung.

Die Staatsanwaltschaft Münster hatte das Verfahren gegen den Anwalt demnach nach Frankenthal abgegeben, weil dort dessen Kanzlei ihren Sitz hat. Der Vorwurf lautet auf Verstoß gegen das Parteiengesetz. Bei dem Beschuldigten dürfte es sich um den Anwalt W. L. handeln, der bereits als Verteidiger von NPD-Funktionären aufgetreten war, unter anderem von Peter Marx. L. war einem Bericht von redok zufolge auch als Wirtschaftsprüfer für die NPD-Fraktion im sächsischen Landtag tätig. Auch für die NPD-Fraktion in Mecklenburg-Vorpommern prüfte L. 2006 die Finanzen. Den Rechenschaftsbericht der Bundespartei für das Jahr 2006, von dem inhaftierten Erwin Kemna verfasst, hatte L. nur noch  mit Einschränkungen abgenommen.

Siehe auch: NPD-Finanzskandal: Neue Anklage gegen Kemna, Neuer “Spenden”-Skandal bei der NPD-Thüringen?, Sorge vor Finanz-Chaos: Auch NPD-Wirtschaftsprüfer Müller gestorben, Dubioses Darlehen in Schweizer Franken: Profitierte NPD-Chef Voigt vom System Kemna?