MVP: NPD-Mitgliederzahlen offenbar stabil

Bei der NPD in Mecklenburg-Vorpommern hat es offenbar keinen deutlichen Mitgliederzuwachs gegeben. Innenminister Lorenz Caffier hatte im DeutschlandradioKultur gesagt, es gebe in dem Bundesland „sechs-, siebenhundert aktive Mitglieder“. Bislang war offiziell von rund 400 NPD-Mitgliedern die Rede. Auf Anfrage des Autors teilte das Innenministerium in Schwerin nun mit, die Mitgliederzahl der NPD in dem Bundesland liege weiterhin bei etwa 400, zudem gebe es 250 Neonazis in den „Kameradschaften“. Ob Caffier NPD-Mitglieder und Kameradschaftler gemeinsam gemeint hatte, neue Zahlen ausgeplaudert oder sich einfach nur versprochen hat, bleibt vorerst unklar – bis die Verfassungsschutzberichte vorgestellt werden.

Insgesamt erscheint es aber eher unwahrscheinlich, dass die NPD ausgerechnet im Jahr 2009, in dem sie öffentlich durch Skandale und Machtkämpfe für Aufsehen sorgte, ihre Mitgliederzahl fast verdoppeln konnte. Zudem verlor die NPD bundesweit an Mitgliedern, soll nun wieder unter der 7000-Marke liegen.

Denkbar wäre es noch, dass die NPD Kandidaten aufgenommen hat, die bereits seit längerem Mitglied werden wollten. So hieß es im Verfassungsschutzbericht für 2008, die Mitgliederzahl des NPD-Landesverbandes sei mit ca. 400 Personen gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben. Zwar liegen Hinweise vor, die auf einen größeren Interessentenkreis schließen lassen, allerdings könnte eine überaus vorsichtige Aufnahmepraxis die Ursache dafür sein, dass die Mitgliederzahl entgegen der Erwartungen nicht merklich angestiegen ist.

Siehe auch: NPD und DVU verlieren Mitglieder

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