„Deutsche Zustände“ in der Krise

Knapp die Hälfte aller Deutschen fühlt sich durch die Finanz- und Wirtschaftskrise und ihren möglichen Folgen bedroht. Zu dieser Aussage kommt der Bielefelder Soziologe Wilhelm Heitmeyer in seiner neusten Studie „Deutsche Zustände“. Zu einem Anstieg von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit führen Bedrohungsängste durch die Krise dann, wenn das eigene Kollektiv als bedroht wahrgenommen wird und andere Gruppen hierfür verantwortlich gemacht werden. Während in fast allen abgefragten Aspekten die Zahlen im Vergleich zu 2008 leicht rückläufig sind, ist beim Antisemitismus und der Homophobie ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Beiden Gruppen wird überdurchschnittlich viel Macht und Einfluss zugeschrieben. Je stärker sich die Krise auswirkt, desto mehr wird es aber auch die „schwachen“ Minderheiten treffen. So stimmen bereits jetzt fast 65 % der Befragten der Aussage zu, dass in Deutschland zu viele schwache Gruppen mitversorgt werden müssten. Diese Aussagen stellen den gesellschaftlichen Konsens der Gleichwertigkeit in Frage, der wie der Mitautor, Prof. Andreas Zick, formulierte „der Kitt ist, den diese Gesellschaft zusammenhält.“

Mehr Ergebnisse der Studie:
http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/meldungen/deutsche-zustaende/

Siehe auch: Ostdeutsche Studie: “Die Normalisierung der NPD schreitet voran”

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