Heß-Gedenkmarsch: NPD-Funktionär legt Revision ein

Der Gerichtsstreit um eine illegale Gedenkaktion für den ehemaligen Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß in Neustrelitz geht weiter. Nach der Verurteilung durch das Landgericht Neubrandenburg zur Geldstrafe hat der Anwalt des NPD-Funktionärs Revision eingelegt, teilte das Landgericht laut einem Bericht der Schweriner Volkszeitung mit. Der 24-Jährige soll wegen Verstoßes gegen das Versammlungsrecht und illegalem Waffenbesitz 1100 Euro Strafe zahlen. Er besaß einen verbotenen Wurfstern und soll Leiter der Gedenkaktion gewesen sein. Das belege laut Gericht unter anderem ein Video, das von Neonazis bei der Veranstaltung gedreht worden war und von der Polizei bei YouTube gefunden wurde. Die Aufnahmen bewiesen laut dem Richter die Leiter-Rolle des Mannes bei dem Gedenkmarsch von rund 50 Rechtsextremen im Neustrelitzer Plattenbau-Stadtteil Kiefernheide. Es zeigt den Verurteilten mit einem Megaphon an der Seite der “militärischen Formation” und bei einer Auseinandersetzung mit der Polizei.

Mehrere Rechtsextreme, die vor Gericht den Angeklagten entlasten sollten, nannte der Richter laut NDR “unglaubwürdig.” Sie hatten behauptet, nicht recht gewusst zu haben, an welcher Aktion sie teilnehmen. Allerdings sei der Leiter damals ein “kleiner Dunkelblonder” gewesen. “Das war tendenziell”, meinte der Richter – der Verurteilte habe eine auffallend andere Statur.

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