DVU streckt Fühler in Richtung „Pro“-Gruppen aus

19. Dezember 2009 12:12

Die rechtsextreme Deutsche Volksunion (DVU) hat offenbar Fühler zu den rechten „Pro“-Gruppen ausgestreckt. In einem Video erklärt der als DVU-Unterstützer bekannte schwedische Millionär Patrik Brinkmann, er sei in Beratungen mit der pro Köln-Funktionärin Judith Wolter.

Von redok, nach CC-Lizenz übernommen

DVU_Die_Neue_Rechte_logo_Teaser Hintergrund der Kontakte ist das Bemühen rechtsextremer Gruppierungen, nach dem Vorbild der Schweizer Volksabstimmung über das Verbot von Minaretten ähnliche Kampagnen in Deutschland gegen „den Islam“ zu starten. Brinkmann spricht in einem auf der DVU-Webseite verbreiteten Video von „Opfern türkischer Zwangsheiraten“, denen er helfen wolle; „Konvertiten – Christen, die von einem Islam gejagt werden“, müsse „Schutz gewährleistet werden“. Er „bespreche deshalb gerade“ mit Wolter die Errichtung eines Frauenhauses für verfolgte junge Frauen.

Offenbar um die feministische Glaubwürdigkeit des Schweden-Millionärs zu erhöhen, wird im Abspann des vorweihnachtlichen DVU-Videos eingeblendet, seine Mutter sei 1945 in den Trümmern des zerstörten Berlin geboren worden. Brinkmanns Botschaft: „Ich möchte meinem Mutterland dienen!“

Siehe auch: Hochrangiger SVP-Funktionär tritt “Pro Köln” bei, Die NPD und das Kreuz mit dem Minarett, Die DVU über “die Angst und Lügen” der NPD, DVU-Vize Knop Berater der NPD-Fraktion in Sachsen

4 thoughts on “DVU streckt Fühler in Richtung „Pro“-Gruppen aus

  1. Judith Wolter also.
    Na da wächst zusammen, was zusammen gehört.

    Ich nutze im folgenden Links von einem Internet-Archiv, das z.T. etwas langsam ist. Wenn man einen der Links anklickt, kann es also auch mit einer schnellen Internetanbindung schon mal eine Minute dauern, bis sich die Seite aufbaut. Manchmal erscheint eine Fehlermeldung, dann muss man es eine Weile später nochmals versuchen(kann minuten bis Stunden dauern)

    Wenn man also nun durch die Zeitschleife dieser Wayback-Machine geht, und in das Jahr 2002 zurückkehrt, finden sich zwei „interessante“ Texte des kölner „PDST“, für die sich offenbar genau diese Dame verantwortlich zeichnete. Hierzu das Impressum:
    http://web.archive.org/web/20020810132158/www.pro-koeln-online.de/impressu1.htm

    Ich zitiere im folgenden nur das, was ich persönlich als typisch rechtsaußen identifiziere:

    http://web.archive.org/web/20020603070022/http://www.pro-koeln-online.de/manifest.htm

    Das interessanteste zur „Völkerfreiheit“:

    „Hauptfeind der Völkerfreiheit sind jene internationalen Banken und Großkonzerne, die, von ihrer derzeit noch sicheren Basis an der amerikanischen Ostküste aus global operierend, im 20. Jahrhundert mehrere Kriege angezettelt und Millionen Menschen in den Tod getrieben haben. Ihre Macht soll im 21. Jahrhundert gebrochen werden! Die PLATTFORM DEMOKRATISCHER STUDENTEN erklärt sich solidarisch mit allen Völkern, die im Kampf um nationale Befreiung stehen!“

    Das interessanteste zur Demokratie:

    „Jedermann, der die allgemeinen Gesetze achtet, soll das Recht auf freie Meinungsäußerung haben. Das muß auch für die Verteidiger von politischen Verhältnissen gelten, die wir als rückständig oder ungerecht empfinden – denn wer will sich anmaßen, zu richten darüber, welche politische Meinung „zulässig“ und welche „unzulässig“ sein soll? Freiheit ist immer auch die Freiheit des Andersdenkenden.“

    Das interessanteste zur sozialen Gerechtigkeit(gut, das gibt’s auch bei Marxens Anhängern):

    „Längst hat der Kapitalismus seine ehedem progressive Rolle in der Geschichte ausgespielt. In Deutschland üben internationale Banken und Konzerne, frei von jeder demokratischen Kontrolle, mehr Macht aus als irgend eine der im Bundestag vertretenen Fraktionen. Es gilt, das Primat der Politik vor der Wirtschaft wiederherzustellen und dafür zu sorgen, daß jedermann den ihm zustehenden Anteil am volkswirtschaftlichen Ertrag erhält.“

    (…)

    „Die auf deutschem Boden operierenden internationalen Banken und Großkonzerne dagegen sind in öffentlich-rechtliches Eigentum zu überführen.“

    Sehr interessant ist das Plädoyer für ein Scharia-konformes Finanzwesen:

    „Die Börsenspekulation wird abgeschafft. Wer für wirtschaftliche Unternehmungen in Deutschland Kredite braucht, muß sie sich von öffentlich-rechtlichen Geldinstituten holen, deren Gewinne in die Staatskasse fließen.“

    Das interessanteste sur Ökologie:

    „Der Staat hat die natürlichen Lebensgrundlagen des Volkes zu sichern.“

    Nächster Text zum Krieg Israel-Hisbollah im Libanon, unter der Überschrift „Solidarität mit Palästina!“(wieder nur das interessante herausgenommen):

    http://web.archive.org/web/20020603070022/www.pro-koeln-online.de/pdst.htm

    „Noch immer führt Israel Krieg gegen das palästinensische Volk. Seit Wochen sterben auf beiden Seiten in den Autonomiegebieten Menschen, einerseits durch die Angriffe des israelischen Militärs, andererseits durch die Selbstmordattentate verzweifelter Palästinenser.“

    (…)

    „Ursache der Eskalation ist ein Rachefeldzug Ariel Scharons gegen die Bevölkerung Palästinas. Israelische Soldaten sind in bis dahin autonome Palästinenser-Gebiete einmarschiert und haben Zivilisten zu ihren Geiseln gemacht, Panzer haben Häuser niedergewalzt, Soldaten haben lebenswichtige Wasser- und Stromleitungen, Krankenhäuser, Schulen, Kirchen und Moscheen zerstört. Frauen und Kinder waren wieder einmal die Opfer des Krieges.

    Der amerikanische „Krieg gegen den Terror“ scheint die israelische Regierung zu ihrem rigorosen Vorgehen ermuntert zu haben. Sie glaubte wohl, im Windschatten der Supermacht ihre Ziele erreichen, sie im militärischen Handstreich durchsetzen zu können.“

    Später auch grundsätzliches:

    „(…) eine verantwortungslose Polit-Schickeria will die 1990 gerade erst neu erworbene politische Souveränität der Deutschen auf dem Altar der westeuropäischen Integration opfern. Unsere Währung, ein wesentliches Instrument politischer und wirtschaftlicher Steuerung, hat sie bereits im Interesse fremder Länder aufgegeben. Filz und Korruption beherrschen die politische Szene. Amerikanismus prägt den Kultur- und Medienbetrieb. Presse und Fernsehen marschieren im Gleichschritt der „political correctness“.“

    Die Wayback-Maschine kann aber noch mehr:

    http://web.archive.org/web/20020509235057/http://www.pro-koeln-online.de/index.html

    „Die pro-Köln-Vertreter Manfred Rouhs und Markus Beisicht, die mit Le Pen persönlich bekannt sind“

    „Am Wochenende 29./30. Juni 2002 wird auf dem Heumarkt im Herzen von Köln das SIGNAL Pressefest 2002 stattfinden, bei dem nonkonforme politische Redner und Musiker auftreten. Pro Köln begrüßt die vom Pressefest ausgehende Bereicherung des kulturellen Lebens der Domstadt. Mehr dazu.“

    Dort wird verlinkt:

    http://web.archive.org/web/20020601100346/www.signal-online.de/signal_pressefest_2002.htm

    Dort fallen dann Namen wie

    „Dr. Alfred Mechtersheimer“ und „Harald Neubauer“ sowie Bandnamen wie „Eskil“, „Nordwind“ und „Von Thronstahl“. Kundige Leute werden dies alles wohl schnell einordnen können. Andere können durch kurzes Anwerfen der bevorzugten Suchmaschine schlau machen Wikipedia hat auch so einige Einträge.

    1998:
    http://web.archive.org/web/20021019091624/signal-online.de/stammseiten/europa_vorn_pressefest_1998.htm

    „Peter Dehoust“, „Frank Rennicke“

    1999:
    http://web.archive.org/web/20021019091258/signal-online.de/stammseiten/politik_aktuell.htm

    „Generalleutnant a.D. Dr. Franz Uhle-Wettler“, „Franz Schönhuber“, „Frank Rennicke“, „Dr. Gert Sudholt“, „Jürgen Schützinger“,

    Im Jahr 2000 fallen beim „Pressefest“ von Manfred Rouhs andere Namen:
    http://web.archive.org/web/20021202025314/www.signal-online.de/stammseiten/signal_pressefest_2000.htm

    „Dr. Klaus Sojka“, „Peter Dehoust“ und „Dr. Claus Nordbruch“ (nachweislich auch bei der FPÖ nicht unbeliebt). Musikalisch konnte der Pro-Köln-Mitgründer Szenegrößen wie „Frank Rennicke“ und „Jens B.“(Sturmwehr) ‚präsentieren‘.

    2001:
    http://web.archive.org/web/20021218022332/www.signal-online.de/stammseiten/signal_pressefest_2001.htm

    „Friedrich Löffler“, „Alexander Jacob“, „Prof. Dr. Michael Nier“, „Frank Rennicke“, „Jens B.“(Sturmwehr), „Nordwind“

    Weiteres:
    Bis ende 2003 wurde das Internetforum von „Signal“ als Pro-Köln-Forum ausgegeben.
    http://web.archive.org/web/20031004110035/http://www.pro-koeln-online.de/index.html

    http://web.archive.org/web/20031004110035/http://forum.signal-online.de/discus/

    Hier kann man(sofern die Website gerade funktioniert, oder die betreffende Seite archiviert ist) stöbern, und schauen, was das Herz der „nonkonformen politische Szene“ in dieser Zeit begehrte.

    Der aktuellste Link ist wohl folgender:
    http://web.archive.org/web/20031204220513/http://forum.signal-online.de/discus/

    Interessant oder eher amüsant ist zum Beispiel eine Nachricht an Manfred Rouhs:
    http://web.archive.org/web/20010907064433/forum.signal-online.de/discus/messages/3/64.html?994405706

    „Was Ihre Ausführungen im WDR-Film angeht,frage ich
    an wo ich betreffende Single Seite für Nationale
    Deutsche finden kann,da die Suchmaschinen von
    Google und Yahoo für mich leider kein verwertbares
    Ergebnis erbrachten.
    Im voraus schon besten Dank!
    Kameradschaftlichst“

    :-)

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