Rassistischer Überfall: 5000 Euro Belohnung ausgesetzt

Publiziert am: 18. Dezember 2009 19:31

Die Polizei Hamburg bittet nach wie vor um Mithilfe bei der Aufklärung eines versuchten Totschlags. Der bisher unbekannte Täter hatte einen 37-jährigen „Schwarzafrikaner“, bei dem es sich allerdings um einen schwarzen Portugiese handelt, niedergeschlagen und lebensgefährlich verletzt. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat und zur Festnahme des Täters führen, ist jetzt eine Belohnung von bis zu 5.000 Euro ausgesetzt. Hinweise nimmt das Landeskriminalamt unter Tel.: 040-4286-56789 entgegen.

Leitfaden: Rassistisch, fremdenfeindlich oder rechtsextrem? Schwarze, weiße oder farbige Menschen?

Der unbekannte Täter hatte an einer roten Ampel einen NPD-Aufkleber an dem Auto des Schwarzen befestigt. Als der 37-Jährige den NPD-Anhänger zur Rede stellen wollte, schlug dieser zu. Zunächst meldete die Polizei, das Opfer habe Schwellungen im Gesicht erlitten und sei lediglich ambulant behandelt worden. Später hieß es dann, der 37-Jährige musste mit dem Verdacht auf Hirnblutungen in ein Krankenhaus eingeliefert und dort notoperiert werden; Lebensgefahr bestehe “zurzeit” nicht.

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Der Geschädigte erlitt eine Hirnblutung und wurde im Krankenhaus notoperiert. Inzwischen hat sich sein Gesundheitszustand nach Polizeiangaben verbessert und der 37-Jährige nimmt zurzeit an einer Reha-Maßnahme teil. Der Täter wird wie folgt beschrieben: – vermutlich Deutscher – ca. 30 Jahre alt – athletische Figur – heller Teint – mittelblonde Haare. Weiterhin sei von einer „fremdenfeindlichen Gesinnung und von einem niedrigen Bildungsstand“ auszugehen.

In Hamburg gab es in den vergangenen Monaten mehrere schwere Übergriffe, mehrmals im Zusammenhang mit NPD-Wahlständen. Unter anderem wurde im August ein schwarzer Brite von drei NPD-Anhängern angegriffen und verletzt. Der Fall zeigt einmal mehr beispielhaft, welche Folgen die Hetze der Neonazi-Partei hat.

Siehe auch: Polizeiberichte: “Deutscher Gruß” und Schwarzafrikaner, NPD-Anhänger schlägt zu: 37-Jähriger schwer verletzt, Zivilcourage gegen Neonazis als Gefährdung der inneren Sicherheit?, Angeblicher Angriff auf NPD-Stand: Verfahren eingestellt, HVV stellt gewalttätigen Neonazis kostenlosen Sonderbus für Wahlkampf, Hamburger NPD: Gewalt im Wahlkampf und vorbestrafte Kader, Wahlkampf der NPD: Neonazis attackieren erneut Passanten, NPD-Stand in Hamburg: Passantin von Neonazis angegriffen

5 thoughts on “Rassistischer Überfall: 5000 Euro Belohnung ausgesetzt

  1. Zunächst wünsche ich dem Mann gute Besserung und dass der Täter gefunden wird.

    Und nun etwas kleinkariertes:
    Irgendwie bekomme ich nämlich jedesmal beim Lesen des Begriffs „Schwarzafrikaner“ Augenkrebs. Da schwingt so etwas grundsätzliches mit… Nämlich dass er als schwarzer zwingend Afrikaner sein muss. Das klingt so merkwürdig wie „Weißeuropäer“, „Gelbasiate“ oder „Rotindianer“

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