Leitbegriffe – „ein metapolitischer Meilenstein!“

Publiziert am: 18. Dezember 2009 18:04

Im neurechten Verlag Edition Antaios ist der erste Band des „Staatspolitischen Handbuchs“ erschienen. Auf ca. 200 Seiten werden über 100 Begriffe aus konservativer Sicht definiert.

Von Florian Röpke

In der Buchbeschreibung heißt es:

„Begriffe sind dazu da, die Wirklichkeit zu beschreiben – oder sie zu verschleiern. Wer weiß, wovon er spricht, findet über kurz oder lang Gehör, gerade auch in der politischen Auseinandersetzung. Dort gilt seit jeher: Wer die Begriffe definieren und setzen kann, gewinnt die Deutungshoheit.“

Einige dieser zu definierenden Begriffe sind z.B. Abendland, Dekadenz, Weltbürgerkrieg und Anarchie. Schon alleine diese vier Begriffe sind neurechtes Standardvokabular und deren konservative Neu-Definitionen werden wohl das rechte Milieu nicht verlassen. Natürlich wird sich das Buch gut verkaufen, aber es wird nicht den gewünschten Effekt erzielen, nämlich Deutungshoheit. Es sei denn man definiert Deutungshoheit in diesem Fall einfach neu (Weil wir die guten, wahren und schönen Rechten sind und die Begriffe jetzt so im Staatspolitischen Handbuch stehen,  sind sie auch richtig!), oder man bezieht die Deutungshoheit ausschließlich auf das eigene rechte Milieu. Und das ist auch nicht abwegig, denn gerade Götz Kubitschek diskutiert nicht gerne, er stellt fest und ärgert sich, wenn es interne Ausreißer gibt. Dann stellt er in dieser Unzufriedenheit gerne mal die Frage „Wie weiter?“ und dies auch gerne in X-Teilen, oder er veröffentlicht einen Ordnungsruf, wie er erst kürzlich den „jungen Männern“ gewidmet war, die in ihrer „unreife“ die falsche Meinung vertraten und somit den „alten Herren“ in die Quere kamen.

Ich sehe daher diesen ersten Band „Leitbegriffe“ als zweiten Versuch, intern endlich die gewünschte Homogenität herzustellen. Auf Dauer sind die zwei-drei Dutzend Männer nämlich zu wenig. Die „konservativ-subversiven Aktionen“ hatten nicht den erhofften Nachahmereffekt und auch ansonsten tritt man eher auf der Stelle.  Zu viele Personen kochen da ihr eigenes neurechtes Süppchen.

Der erste Versuch diese Homogenität herzustellen war das erste Buch der Reihe Kaplaken von Karlheinz Weißmann „Das Konservative Minimum“. Auch diese Buch wurde begeistert aufgenommen, gerne zitiert, aber nie wirklich umgesetzt. Vielmehr wurde über den Inhalt diskutiert und gestritten, man war nicht Willens, dieses Minimum, den Grundkonsens, anzunehmen. Das zeigt natürlich: Es gibt nicht DIE „Neue Rechte“, sondern nur einen harten Kern um das Institut für Staatspolitik herum und dann viele Personen die sich zugehörig fühlen.

Grundprobleme dieser Rechten im Allgemeinen sind zwei Dinge: 1. Während man sich selbst gerne differenziert betrachtet sieht, besitzt man selbst diese Fähigkeit der Differenzierung nur ungenügend. Begründen möchte ich diese Annahme mit 2. der geistigen Inzucht! Die Rechte schmort im eigenen Saft. Was nicht sein darf, das kann auch nicht sein. Provokativ zugespitzt möchte ich behaupten, der Drang nach Deutungshoheit, die gewollte Gegenöffentlichkeit,  beides beruht auf einer rechten „Gegenrealität“, in der man sich befindet.

Wenn Herr Kubitschek im aktuellen Antaios-Rundbrief nun schreibt: „(…) Ich halte diese neue Reihe für einen metapolitischen Meilenstein. So etwas können nur wir (…)“, dann mischt sich diese „Gegenrealität“ mit dem Zweckoptimismus eines rechten Verlegers.

Alle Meldungen aus der Rubrik Neue Rechte

2 thoughts on “Leitbegriffe – „ein metapolitischer Meilenstein!“

  1. Zuwanderer! – Zeige thüringer Nationalstolz und lese die „Junge Freiheit“…! lol 😉

    „Verlag Edition Antaios“ ist bekanntlich einer der „geistigen Zulieferer“ der „Jungen Freiheit“, zu der sich wieder ein „Konservativer“ verirrt hat.

    Der Volksmusik- und „Polizeiruf 110“-Spartenkanal „MDR“ läst nun durch diesen zur „patriotischen“ Attacke blasen, Zitat:

    „Mohring wirbt für mehr Nationalstolz

    CDU-Fraktionschef Mohring hat zu mehr Nationalstolz aufgerufen. In einem Interview für die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ sagte Mohring, auch die Integration von Zuwanderern werde besser gelingen, „wenn wir dem Stolz auf unser Land mehr Raum geben“.
    Mohring zufolge muss es erstrebenswert sein, „dazuzugehören“, Patriotismus sei wichtig, um die Bildung von Parallelgesellschaften zu verhindern. Dazu muß auch über den Begriff Nation ganz neu nachgedacht werden.
    Mohring erwartet, dass das konservative Lager in der CDU künftig wieder an Einfluss gewinnen wird.“, Zitat Ende. (MDR-Videotext vom 14.01.2010)

    Genau! – Jetzt, wo „die roten Sozis der SPD“ nicht mehr mit am Ruder sind, geht‘ s ab zur „Jungen Freiheit“: zu den „Konservativen“ und ihren Verlagen! – Da wird wenigstens „neu nachgedacht“ … über die Völkischen, das „Freikorps“ und die SA, also quasi über „die Nation“ …

    Mohring hat in sofern recht, dass es für jeden Zuwanderer ein Zeichen des wahren Patriotismus wäre, als Erstes für den „Abgang“ Mohrings aus der CDU zu „votieren“, damit nicht noch mehr „CDU-Schönbohms“ die „Edel-Eugeniker“ der „JF“ salonfähig schwätzen. – Unrecht hat Mohring aber hinsichtlich seiner Behauptung, dass es überhaupt ein „konservatives Lager“ in der CDU gäbe, denn Weikersheim-Schönbohm stellte für sich ja fest, dass er „der letzte Konservative“ dieser Partei sei …

    Tröstlich ist zumindest, dass der „MDR“ einmal mehr als nur Volksmusik und „Erkenntnisse“ zur, Zitat: „2000jährigen Geschichte Mitteldeutschlands“ („Quickie“) vermittelt; der Sender gibt endlich „Denkanstöße“ und „Leseempfehlungen“ …

    Aber etwas „Lustiges“ zum Thema „Patriotismus“ habe ich noch: Am gleichen Tag, im gleichen Videotext und bzgl. der Neuigkeiten aus Sachsen, standen im „MDR“ die folgenden beiden Überschriften:

    „Leppersdorf: Schauspieler Depardieu wirbt für Harzer Käse“
    „Chemnitz: CD‘ s mit rechtsextremer Musik beschlagnahmt“

    😉

    p.s. Unsere Kanzlerin sagte neulich auf der Klausurtagung – innerhalb der Debatte der CDU zur, Zitat: „Schärfung des konservativen Profils“ -, dass sich die Partei auch anderen Wählern öffnen müsste. Inzwischen frage ich mich, WER dafür in Frage käme … denn was gibt es da noch rechts neben der CDU? (außer der „Jungen Freiheit“ und ihrem neonazistischen und revisionistischen „IfS“- und „GfP“-Gekröse, nebst CDU-Mohring-Interview) – Eine Frage, die sicherlich sehr schwer zu beantworten ist … *grübel & kopfzerbrech*

Comments are closed.