Polizeiübergriffe: NPD spinnt Nachricht zusammen

Nach dem offenbar überharten Polizeieinsatz rund um einen NPD-Stand in Hamburg-Blankenese hat nun auch die Neonazi-Partei ihre Sicht der Vorgänge zusammengeschrieben und verbreitet. Auf einer Seite der NPD aus Sachsen – von Google-News einmal mehr zur Nachricht gekürt – heißt es:

Wie so oft in solchen Situationen ist Beistand von der Partei DIE LINKE für augenscheinlich gewalttätige Chaoten nicht weit. Demnach soll Michael Sauer (Bezirksfraktion Altona der LINKEN) geäußert haben, die Polizei sei „mit einer nicht zu überbietenden Härte gegen harmlose Demonstranten” vorgegangen.

Dass die Polizei gegen ältere Herrschaften sowie gegen Anwohner in ihren Vorgärten vorging, verschweigt die Neonazi-Partei selbstverständlich. Sie beschränkt sich darauf, eine versuchte Attacke auf den NPD-Stand als gesamtgesellschaftliches Problem auszuwalzen. Und das geht bei der NPD so:

Jahrelang verhätschelt und – zumindest was dafür hierzulande ausgegeben wird – gesellschaftsfähig gemacht: 15 linke Randalierer sorgten in Hamburg Blankenese für einen massiven Polizeieinsatz. Die linken Chaoten versuchten, einen Informationsstand zu stürmen und gerieten daraufhin an eine couragierte Polizei, die dies verhinderte. 10 LINKE Chaoten sollen festgenommen worden sein, bei einer Frau wurden dabei Stahlkugeln sichergestellt. Gegen die Chaoten wurde Anzeige wegen Landfriedensbruch gestellt.

Besonders drollig ist die Tatsache, dass die NPD ihre „Meldung“ mit einem Bild anhübscht, welches als Quelle „Nationaler Widerstand Dortmund“ ausweist. Das ist die Neonazi-Bande, welche für den Straßenkampf trainiert, immer wieder politische Gegner angreift, wie beispielsweise am 1. Mai in Dortmund, als 400 Neonazis eine Gewerkschaftskundgebung attackierte und die nach Angaben aus Szene-Kreisen über diverse Waffen verfügen soll. Übrigens alles kein Hindernis für NPD-Funktionäre aus NRW, mit diesen Neonazis zu kooperieren, bzw. diese noch finanziell zu unterstützen.

Es ist mittlerweile müßig immer wieder die zahlreichen Verbindungen und personellen Überschneidungen zwischen NPD und militanten Neonazi-Kreisen aufzuzählen, dennoch ist es immer wieder erstaunlich, wie laut die Neonazi-Funktionäre losschreien, wenn sie die Chance wittern, von diesem Sachverhalt ablenken zu können. Da wird dann auch schon mal der Familienvater aus Blankenese, der im Vorgarten von Polizisten fixiert wird, zum „linken Randalierer“. Ganz abgesehen davon, dass die NPD auch noch verschweigt, was für Kaliber sie an in ihren Info-Tischen, die keiner haben will, auffährt.

blankenesefamilienvater
Familienvater wird in seinem Vorgarten von Polizisten beim Brötchenholen abgefangen.

Einer von ihnen hat fünf Jahre Haft wegen eines Mordversuchs auf dem Buckel, über einen anderen war in Zeitungen zu lesen, dass der mehrfach bei sogenannten Infoständen der braunen Partei auf Gegendemonstranten eingeschlagen haben soll. Der Gebrauch von Handschuhen mit Quarzsandfüllung ist in diesen Kreisen nicht unbekannt, denn solche Handschuhe verursachen hässliche Verletzungen bei jenen, die der braune Schlag ins Gesicht trifft.

Einige der Neonazis am NPD-Stand hatten nach Augenzeugenberichten übrigens offenbar auf einen Angriff gehofft und rannten ihrerseits mit deutlichen Drohgebärden auf ihre Gegner zu. Da griff die in mehrfacher Zugstärke vertretene Polizei massiv ein- vor allem eben gegen die Nazi-Gegner – oder vollkommen Unbeteiligte.

Siehe auch: Anti-NPD-Protest: Polizei im Zwielicht

One thought on “Polizeiübergriffe: NPD spinnt Nachricht zusammen

Comments are closed.