Aus für rechte Weihestätte in Borna

Der geschichtsrevisionistische Verein „Gedächtnisstätte“ verliert seinen Sitz im sächsischen Borna. Die Eigentümerin hat das Grundstück mit 3.000-Quadratmeter-Gebäude an die Stadt Borna verkauft. Der vom Verfassungsschutz beobachtete Verein ist eng mit den verbotenen Vereinen um das ostwestfälische „Collegium Humanum“ verbunden.

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Die neurechte Junge Freiheit berichtet in ihrer kommenden Ausgabe, die Eigentümerin Gisela Limmer habe das über 10.000 Quadratmeter große Grundstück zum Jahresende an die Stadt verkauft. Dort soll nun ein Alten- und Pflegeheim entstehen. Limmers verstorbener Ehemann Ludwig hatte das Anwesen mit dem ehemaligen Verwaltungsgebäude eines Bergbau-Unternehmens im Jahr 2005 für gerade unter 100.000 Euro gekauft. Dort wollte der Verein eine pompöse „Gedächtnisstätte für die Opfer des Zweiten Weltkriegs durch Bomben, Verschleppung, Vertreibung und in Gefangenenlagern“ errichten, die nach Lesart des Vereins jedoch ausschließlich Deutsche waren.

Das Ehepaar aus dem rheinländischen Meerbusch gehörte zu einem Kreis um den Solinger Bauunternehmer Günther Kissel, der seit Jahren als Holocaustleugner und Förderer der rechten Szene bekannt ist. Kissel und die Limmers hatten eng mit der mehrfach verurteilten Holocuastleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel aus Vlotho zusammengearbeitet. Nach dem Verbot der Haverbeck-Vereine „Collegium Humanum“, „Bauernhilfe“ und des „Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“ (VRBHV) um Horst Mahler war der bis dahin eher als geschichtsrevisionistischer Senioren-Verein erscheinende „Gedächtnisstätte e.V.“ stärker ins Blickfeld gerückt und als mögliche Auffang-Gruppierung angesehen worden. Der Verein stand seither unter Beobachtung des sächsischen Verfassungsschutzes.

Auf dem Gelände in Borna fanden auch eindeutig neonazistische Versammlungen und Treffen regionaler Kameradschaften statt. Im August 2008 trafen sich dort etwa 200 Alt- und Neonazis zur Feier des 95. Geburtstages von Hajo Hermann, der als Jagdflieger, Ritterkreuzträger und überzeugter Nationalsozialist noch heute eine Ikone in der rechten Szene ist.

Siehe auch: Ausweichorganisation für Holocaustleugner in Sachsen?

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