Aktionswochen Tier- und Umweltschutz – Erde ist auch braun

Der Untertitel könnte lauten „Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn“, oder etwas mehr am Thema orientiert „Es war eben doch nicht alles schlecht“. Wobei die zweite Möglichkeit näher betrachtet keine echte Diskussionsgrundlage bietet. Da nehme ich die Pointe gleich mal vorweg: Nur weil Hitler auch der festen Überzeugung war, dass 1+1 gleich 2 ergibt, ist dieses Ergebnis heute nicht falsch. Es hat aber nichts mit Hitler zu tun. Man kann also auch sehr gut ohne Hitler Matheaufgaben bewältigen.

Von Florian Röpke

Beispiele dieser Art gibt es natürlich viele, aber gerade Neonazis zeigen sich da sehr lernresistent. In diesen und ähnlichen Zusammenhängen stellt sich z.B. die Frage: Wenn sich nationale Sozialisten immer wieder auf Nationalsozialisten beziehen und in dieser Zeit scheinbar ihre Antworten finden, warum nennen sie sich dann nicht auch Nationalsozialisten? Ist das dem Neonazi von heute unangenehm oder zu direkt? Möchte man nicht mit der sprichwörtlichen Tür ins Haus fallen?

Gestern fand ich in meinem Briefkasten einen Flyer von den Autonomen Nationalisten Wolfenbüttel / Salzgitter. Es geht um „Tier- und Umweltschutz aus Sicht des Nationalen Sozialismus“. Na und wer hat’s erfunden? Die Nazis. Wer denn auch sonst. Neben Allgemeinaussagen (siehe hier erster Absatz) will man aber nicht so recht deutlich werden, obwohl: „Unsere Weltanschauung beruht auf völkischen Naturgesetzen, deshalb ist es auch unsere allgegenwärtige Aufgabe, die Natur als solche zu erhalten.“ Und natürlich nicht zu vergessen: „Nur in einer gesunden Umwelt werden spätere Erben Deutschlands auch gesund aufwachsen können!“

Da dieser Flyer sicherlich nicht der einzige ist, der verteilt wurde, besuchte ich mal die Homepage dieser Nationalen Sozialisten aus Wolfenbüttel / Salzgitter. Eigentlich wird da ja alles immer gleich als großer Erfolg etc. gefeiert. Und natürlich, man befindet sich gerade in den „Aktionswochen Tier- und Umweltschutz“. Hätte ich mir ja denken können. Es wurde also wieder erfolgreich verteilt, geworben und überzeugt. Es gab am 27. November sogar eine „Solidaritätsfeier“ in Wolfenbüttel. Hervorhebungen von mir.

„Am Freitag, den 27. November 2009 veranstalteten autonome Nationalisten aus Salzgitter und Wolfenbüttel eine Solidaritätsfeier unter dem Motto „Tier- und Umweltschutz aus Sicht des nationalen Sozialismus” und läuteten damit auch den Beginn der gleichnamigen Aktionswochen ein. Die Feier sollte aber auch dazu dienen, dass Gemeinschaftsgefühl zu stärken und wurde deshalb bewusst in einem regionalen Rahmen gehalten. Erfreulicherweise folgten dieser Einladung 42 junge Nationalistinnen und Nationalisten aus Wolfenbüttel und Salzgitter.

Im offiziellen Teil sprachen Aktivisten der Autonomen Nationalisten WF/SZ zu den Gästen und machten deutlich, warum man sich für die kommenden Aktionswochen das Thema „Tier- und Umweltschutz” ausgesucht hatte. Thematisch ging man dabei auf die Reichsnaturschutzgesetze, welche den Grundstein des gesetzlich verankerten Naturschutzes in Deutschland legten, und weitere nationalistische Tierschutz-Bestrebungen ein. Somit verdeutlichten die Redner nochmals, dass Tier- und Umweltschutz fester Bestandteil einer nationalen und sozialistischen Weltanschauung sind.“

Dann hat es ja mit der Herleitung doch noch geklapt, die Reichsnaturschutzgesetze, na bitte.

Und dann ist ja auch bald Weihnachten, aufgepasst: „Ist ein süßer Welpe das richtige Weihnachtsgeschenk – garantiert nicht!“ Das stimmt, Geschenkideen zur Deutschen Weihnacht gibt es hier.

Siehe auch: Kinder und Tiere – Über Opfer- und Tierschutz verbinden Neonazis Populismus und Ideologie

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