NPD-Funktionär zu Geldstrafe verurteilt

Wegen einer nicht angemeldeten Gedenkveranstaltung für den ehemaligen Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß und illegalen Waffenbesitz muss der NPD-Stadtvertreter von Neustrelitz, Marco Z., eine Strafe von 1100 Euro zahlen. Der 24-Jährige, der nach Angaben des Opferhilfevereins LOBBI Ost auch Kreisvorsitzender der NPD in Mecklenburg-Strelitz ist, hatte im August 2008 in Neustrelitz die nicht angemeldete Demonstration zum Gedenken an den verurteilten Kriegsverbrecher Heß geleitet, wie der Richter nach NDR-Angaben befand. Mit dem Urteil bestätigte die Kammer ein Urteil des Amtsgerichtes Neustrelitz, gegen das der NPD-Stadtvertreter Berufung eingelegt hatte.

Eine besondere Rolle kam dem Bericht zufolge ein Internet-Video zu, das von Neonazis bei der Veranstaltung gedreht worden war und von der Polizei bei YouTube gefunden wurde. Die Aufnahmen bewiesen laut dem Richter die Leiter-Rolle des Mannes bei dem Gedenkmarsch von rund 50 Rechtsextremen im Neustrelitzer Plattenbau-Stadtteil Kiefernheide. Es zeigt den Verurteilten mit einem Megaphon an der Seite der „militärischen Formation“ und bei einer Auseinandersetzung mit der Polizei.

Mehrere Rechtsextreme, die vor Gericht den Angeklagten entlasten sollten, nannte der Richter laut NDR „unglaubwürdig.“ Sie hatten behauptet, nicht recht gewusst zu haben, an welcher Aktion sie teilnehmen. Allerdings sei der Leiter damals ein „kleiner Dunkelblonder“ gewesen. „Das war tendenziell“, meinte der Richter – der Verurteilte habe eine auffallend andere Statur.

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