Bekannter Holocaust-Leugner Rainer L. begeht offenbar Selbstmord

Die Kriminalpolizei hat ihre Ermittlungen gegen den Zossener Holocaust-Leugner Rainer L. wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern eingestellt. Der Grund: Der 57-jährige Rechtsextremist wurde nach Angaben der Märkischen Allgemeinen tot in seinem Haus in Zossen (Teltow-Fläming) entdeckt. Ein Abschiedsbrief und leere Tablettendosen deuteten darauf hin, dass sich der bekannte Neonazi selbst das Leben nahm, heißt es. Der Leichnam soll nach Informationen aus Sicherheitskreisen am 02. Dezember 2009 untersucht werden. Unklar sei bisher, welches Motiv für den wahrscheinlichen Suizid ausschlaggebend war. Möglicherweise seien es die Ermittlungen wegen Kinderpornographie oder die Depressionen gewesen, wegen derer L. psychiatrisch behandelt wurde.

Rainer L. war vor etwa drei Jahren aus Berlin nach Zossen gezogen und gründete dort das Internetcafé „Zum Link“. Er sorgte bundesweit für Schlagzeilen, als er gegen einen Stolperstein zu Felde zog. L.`s Internet-Cafe wurde derweil zu einem Treffpunkt der Neonazi-Szene.

Der Märkischen Allgemeine zufolge standen im Hinterzimmer des Geschäfts die Computer, auf die sich die Polizei-Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs stützten. Die Geräte waren am 10. April 2009 gestohlen worden, heißt es in dem Bericht. Monate später entdeckte die Polizei demnach die gestohlenen Rechner bei zwei jungen Neonazis. Anstatt die Computer dem Besitzer zurückzugeben, wurden sie vom Landeskriminalamt gezielt nach kinderpornographischem Material untersucht. Entdeckt wurden schließlich mehrere Bilder, die L. gemeinsam mit Kindern in einer Weise zeigten, dass die Fahnder einen Anfangsverdacht wegen Kindesmissbrauchs erkannten.

Schon vor dem Diebstahl im April gab es offenbar Hinweise auf kinderpornographische Aktivität in L.s Internetcafé. Wie ein Kenner der Szene der MAZ berichtete, habe ein Bekannter des Inhabers regelmäßig kinderpornographische Dateien aus dem Internet geladen. L. habe dies gewusst und geduldet.

Siehe auch: Zossen: Ein Neonazi wird weinerlich