Die DVU über „die Angst und Lügen“ der NPD

Der Ton zwischen den rechtsextremen Parteien NPD und DVU ist seit dem Bruch des „Deutschlandpaktes“ recht barsch. Die einst fast schon verbrüderten Parteien nutzen seit Monaten jede Gelegenheit, um sich gegenseitig zu schaden. Besonders Übertritte von einer zu anderen Partei werden geradezu zelebriert. Die DVU veröffentlichte zu einem solchen Anlass ein interessantes Interview mit einem Ex-NPD-Funktionär.

Kevin Stein war demnach „bis vor kurzem“ Kreisvorsitzender der NPD Nordfriesland und ist nun zur DVU übergetreten. Seine Ex-Partei habe nun eine Schlammschlacht gegen Stein angezettelt. Dieser lobte im Gespräch mit seiner neuen Partei artig, dass es bei dieser „eine sachliche Diskussionsbereitschaft und faire Berichterstattung“ geben, dies sei in der NPD „schon eher Mangelware“ gewesen. Die Schlammschlacht gegen seine Person erklärt Stein damit, dass es „immer wieder Personen gibt, die es nicht ertragen können, dass man Sie [sic!] mit der Wahrheit konfrontiert und ihnen, na ja sagen wir mal, intellektuell überlegen ist.“

Stein zufolge hatten Funktionäre der NPD „Dreck am Stecken“ und daher Angst davor, „das man eben diese Umstände zur Aussprache bringt“. Stein bezeichnete Aussagen, wonach er Geld unterschlagen hätte, als Lügen. „Die Nerven des neuen NPD-Kreisvorsitzenden Herrn Günther Lönne und seines Stellvertreters Herrn Kaehne scheinen blank zu liegen“, so Stein weiter. Diese hätten „Angst davor, dass mit der Zeit immer mehr NPD-Mitglieder zur DVU wechseln, und um das zu verhindern wird mir nicht nur mit körperlicher Gewalt gedroht, sondern es werden auch andere Mitglieder unter Druck gesetzt.“

Angeblich Geld vom Verfassungsschutz

Im Folgenden erklärt Stein, warum er die NPD verlassen hat: „Ich bin aus der NPD nicht nur wegen deren Bruch des Deutschlandpaktes und deren nicht vorhandener klaren Distanzierung von gewalttätigen subkulturellen Rechten ausgetreten, sondern weil mir der jetzige und vorige stellvertretende NPD-Kreisvorsitzende Arne Kaehne gegenüber geäußert hat, das er Geld bekommt, von einem anonymen Spender. Auf meine Nachfrage hin, ob dieser “Spender” für den Verfassungsschutz arbeitet, antwortete Herr Kaehne dass es möglich sei. Außerdem fand bei Herrn Kaehne angeblich vor etlichen Monaten eine Hausdurchsuchung statt, wo wohl Waffen im Spiel gewesen sein sollen. Und der neue Kreisvorsitzende hatte früher mal angeblich etwas mit rumänischen Nutten am laufen, das erzählte mir Arne Kaehne jedenfalls vor einiger Zeit persönlich.“ Außerdem hätten „zwei weitere Mitglieder des NPD-KV Nordfriesland vor einigen Wochen Straftaten in der Husumer Neustadt begangen“, so Kern.

Kern erklärte zudem, er habe bereits Strafanzeige gegen die NPD-Nordfriesland gestellt, er werde gegen „Verleumdungen und Beleidigungen juristisch vorgehen“. Stein behauptet zudem, nach seinem Austritt aus der NPD und dem Eintritt in die DVU seien beim ihm „Zuhause die Fensterscheiben eingeschlagen“ worden. „Ich dachte erst, das waren die Linksradikalen. Aber momentan glaub ich immer mehr, dass diese Tat aus ganz anderen Kreisen kam. Jeder kann sich ja jetzt denken aus welchen. Bedroht wurde ich persönlich auch. Herr Kaehne rief mich mehrmals an und drohte mir: Ich solle aufpassen was ich mache. Auch aus anderen Kreisverbänden wurde mir klargemacht, ich solle mich nicht mehr auf Demonstrationen sehen lassen, da ich eine falsche Schlange sei und zum “Judenverein DVU” gewechselt bin.“

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Der Bezeichnung „Judenverein“ wollte ein anderer norddeutscher DVU-Funktionär offenbar entgegenwirken, da in diesen Kreisen eine solche Titulierung eine Beleidigung sein soll. Der Bremerhavener DVU-Abgeordnete Rudolf Bargmann möchte Juden und Ausländer mit einer „Rückreiseprämie“ in ihre Heimat zurückschicken, berichtete die Nordsee-Zeitung. „Ich hätte nichts dagegen, auch Juden, die es wünschen, eine Prämie zu zahlen, um ihnen ein Leben im so genannten gelobten Land zu ermöglichen.“ Auf Nachfrage der NORDSEE-ZEITUNG bestätigte Bargmann die Richtigkeit des Zitats.

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2 thoughts on “Die DVU über „die Angst und Lügen“ der NPD

  1. Habe mich mal umgehört über die NPD Nordfriesland.Es sieht wohl dort so aus das Herr Stein sich 90% der Anschuldigungen ausgedacht hat.Er soll wohl ausgetretten sein weil er mit Kritik nicht umgehen konnte.Es ging wohl darum das unter seiner Führung nicht viel passiert ist.Es scheint sich wohl auch zu Bestätigen da die NPD aktiver ist als zu Stein Zeiten.
    Seine Aktiviteten in der DVU sind fast null.Das scheint die Geruchte in NF was seinen Austritt angeht zu Bestätigen.Wollen wir mal hoffen das der Stein bald die Heimreise antritt.

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