Guben: NPD-Kandidat schlägt offenbar wieder zu

Am 15. November 2009 ist in Guben vor den Augen seines Vaters der 14-jährige Martin K. von vier Neonazis zusammengeschlagen worden. Als Wortführer und Hauptangreifer erkannte das Opfer nach Angaben der Opferperspektive den NPDler Alexander B.. Dieser war einer der Haupttäter bei der rassistischen Hetzjagd von Guben im Jahr 1999, als ein Flüchtling in den Tod getrieben wurde. Zudem soll ein weiterer NPDler an dem Angriff auf den 14-Jährigen beteiligt gewesen sein, beide Neonazis kandidierten den Angaben zufolge bei den Kommunalwahlen 2008 in Guben für die NPD.

Anne Brügmann, Mitarbeiterin der Opferperspektive, meint dazu, die Neonaziszene in Guben gehe mit „skrupelloser Gewalt gegen die von ihr ausgemachten Feinde vor“. Alexander B. habe schon einmal gezeigt, zu welchen Taten er fähig sei.

Eine Anzeige wurden den Angaben zufolge gestellt. Die Opferperspektive betreut das Opfer. Noch Tage nach der Tat waren am Hals von Martin K. Spuren des Angriffs zu sehen. Einem weiteren nachträglichen Einschüchterungsversuch durch die Schläger musste demnach mit einem polizeilichen Platzverweis begegnet werden.

Siehe auch: Überfall auf Gubener Stadtfest: Ein Angreifer zu Bewährungsstrafe verurteilt, Prozess wegen Neonazi-Hetzjagd in Guben, Tödliche Hetzjagd: Gedenken an Omar Ben Noui, „Volksgemeinschaftliche Abwehrreaktionen“ – Rechtsextremismus in Brandenburg, Guben: Prozess wegen Hetzjagd aus dem Jahr 2006, Brandenburg: NPD bezeichnet tödliche Hetzjagd als “Klamotte”, Brandenburg: Verurteilte Straftäter als NPD-Kandidaten

3 thoughts on “Guben: NPD-Kandidat schlägt offenbar wieder zu

  1. (…)

    Die Täter

    Schon wenige Stunden nach der Hetzjagd konnten die ersten fünf Tatverdächtigen festgenommen werden. In den nächsten Tagen erhöhte sich ihre Zahl auf 11 Jugendliche im Alter von 17 bis 20 Jahren. Zwei wurden aufgrund anderer Ermittlungen in Untersuchungshaft genommen, die anderen wurden nach polizeilicher Vernehmung wieder frei gelassen.

    In einer ersten Stellungnahme charakterisierten Polizeivertreter die Festgenommenen als “ganz normale kriminelle Jugendliche” (32), die “gewaltbereit sind, offenbar unabhängig davon, gegen wen sich die Gewalt im konkreten Fall richtet”. (33) Sie gehören zu einer Clique von 40 bis 50 jungen Leuten, die sich regelmäßig am Wochenende an einer Tankstelle im Plattenbauviertel “Obersprucke” treffen. (34) Der Polizei sind einige der Jugendlichen u.a. wegen Körperverletzungen und “Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole” bekannt. Fünf von ihnen sind nun außerdem wegen weiterer Delikte, u.a. brutaler folterähnlicher Körperverletzungen an Jüngeren (35), angeklagt.

    Polizei wie Jugendsozialarbeiter bemühten sich zu betonen, es gäbe in Guben zwar eine “relativ starke rechtsradikale Klientel”, diese sei aber “nicht organisiert” und bisher v.a. durch Heil-Hitler-Rufe und Hakenkreuzschmierereien in Erscheinung getreten. (36) In der Tankstellen-Clique seien zwar “auch einige junge Männer zu finden, die einmal einer rechten Gruppierung angehörten, momentan kann man aber nicht von funktionierenden rechtsradikalen Parteien oder Gruppen in Guben sprechen”. (37) Nur zwei der Jugendlichen gehören zum harten Kern der rechtsextremen Szene der Stadt, die anderen seien “ ‘Fun-Faschos‘, Mitläufer, die in der Clique Anerkennung und Selbstbewusstsein suchen”.38 http://www.telegraph.ostbuero.de/102_103/guben.html

    Also quasi „nicht organisierte“, unpolitische (…“offenbar unabhängig davon, gegen wen sich die Gewalt im konkreten Fall richtet“) „Fun-Faschos“… *lol* 😉 Vielleicht sollte man noch einen Kinderpsychologen mit heran ziehen, der beim „freien Assoziieren“ mit den Nazis ergründet, dass ihnen in der Kindheit der Teddy geklaut wurde …

    Ach ja, diese haltlose Jugend aus Guben und der Lausitz … niemand kümmert sich um sie: außer die NPD und ihr Totschläger Alexander B. natürlich:

    http://npd-lausitz.de/?cat=7
    http://npd-lausitz.de/?page_id=24

    Und diese „schönen“ Angebote:

    http://www.netzradio-germania.de/

    Und:

    (…)

    JN-Kalender 2010

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    Auf 13 vollfarbigen, doppelseitigen Kalenderblättern erwarten Sie wunderbare Fotos und Artikel zu Brauchtum, Weltanschauung, Lagerleben und Politik. (…)

    Und dieses „Bildungsprogramm“ für die „nationale Jugend“:

    http://npd-lausitz.de/wp-content/uploads/2009/02/deutsch.pdf

    … Brauchtum … Weltanschauung … Lagerleben … ?

    Na zum Glück sind die ja soundso alle nicht organisiert… *g* 😉

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