Nazis & sex sell: NPD-Spenden über 0900-Nummern

Der Spiegel berichtet am 21. November 2009, die NPD sammele seit etwa zwei Wochen über eine 0900-Nummer Spenden. Vergeben werden die Cash-Verbindungen demnach von der Bundesnetzagentur, die dafür eine einmalige Provision von 62,50 Euro pro Nummer erhält; bislang bedienten sich aber vor allem Sex-Hotlines und die Veranstalter dubioser Gewinnspiele dieses Zahlungsverkehrs – behauptet der Spiegel zumindest.

Das stimmt nur bedingt, außer man sieht die Unterstützung der SPD als dubioses Gewinnspiel an. Allerdings nutzt auch die Aktion Deutschland hilft oder das Deutsche Kinderhilfswerk solche 0900-Nummern – und es gibt zahlreiche weitere Beispiele. Weiterhin bietet die NPD bereits seit langem die Möglichkeit an, über Paypal oder andere Anbieter zu spenden – mit durchwachsenem Erfolg; so rief die NPD-Sachsen-Anhalt seit Monaten zu Spenden auf, die via Paypal abgewickelt werden konnten. Bis zum 01. Juni 2009 wollte die Neonazi-Partei so 3000 Euro zusammenbekommen, um ein „nationales Informationszentrum“ aufbauen zu können. Dank eines großzügigen Spenders sei diese Marke erreicht worden, berichtete die NPD dann am 14. September 2009. Zuvor waren hingegen nur sehr wenige Spenden eingegangen, wie auf der Seite der Partei abzulesen war.

Die Spendenbereitschaft der Anhänger ist nach den zahlreichen Finanzskandalen in der NPD ohnehin recht gering, nicht umsonst schrieb NPD-Chef Voigt bereits mehrere Briefe an die Mitglieder, in denen er um finanzielle Zuwendungen bat.

Paypal will Zusammenarbeit kündigen

Die Zusammenarbeit mit Paypal könnte für die NPD laut Spiegel aber bald „schon wieder“ beendet sein. „Wir werden der NPD den Zugang zu PayPal kündigen“, erklärte ein Sprecher von Paypal, das ein Tochterunternehmens des Internetauktionshauses Ebay ist. Die Provisionen, die PayPal bisher aus den Online-NPD-Spenden verbuchen konnte, wolle die Ebay-Tochter nun für gemeinnützige Zwecke spenden. Wieviel dies ist, wird nicht berichtet.

Zuvor hatte Google eine der Kooperationen mit der NPD beendet, da Medien das Partnerprogramm Google Ads auf einer NPD-Seite thematisiert hatten. Allerdings schaltet Google noch Anzeigen der NPD; außerdem gehören NPD-Seiten weiterhin zu den „Nachrichten“-Quellen, die von Google News ausgelesen werden.

Siehe auch: Neuer “Spenden”-Skandal bei der NPD-Thüringen?, Neuer Spendenskandal bei der NPD, Nach den Wahlen: NPD kassiert rund eine Million Euro pro Jahr, “Damit hilft Google der NPD”, Google-Ads mit NPD-Propaganda, NPD bei Google News, Wie braune Propaganda zur Nachricht wird

6 thoughts on “Nazis & sex sell: NPD-Spenden über 0900-Nummern

  1. Wow. 0900-Nummern.
    Macht damit die NPD auch Werbe-Clips?
    Wundert mich eigentlich, dass dann sowenig Geld für die zusammen kommt, denn irgendwo zwischen Autorennen und sexy-Clips im Privat-TV sollten doch genug anhänger dieser Partei zu finden sein.
    Aber wahrscheinlich fällt ihnen die Entscheidung zu schwer zwischen Parteiunterstützung und „Uschi: RUF-MICH-AN“-Telefonanbietern…

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