NPD-Anhänger schlägt zu: 37-Jähriger schwer verletzt

In Hamburg ist nach Polizeiangaben ein 37-jähriger Schwarzer bei einem rassistischen Angriff verletzt worden. Der unbekannte Täter hatte an einer roten Ampel einen NPD-Aufkleber an dem Auto des Schwarzen befestigt. Als der 37-Jährige den NPD-Anhänger zur Rede stellen wollte, schlug dieser zu. Zunächst meldete die Polizei, das Opfer habe Schwellungen im Gesicht erlitten und sei lediglich ambulant behandelt worden. Später hieß es dann, der 37-Jährige musste mit dem Verdacht auf Hirnblutungen in ein Krankenhaus eingeliefert und dort notoperiert werden; Lebensgefahr bestehe „zurzeit“ nicht.

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Mit der Parole „Schöne leben ohne Überfremdung“ hetzt die NPD-Hamburg gegen alle Menschen, die ihrer Ansicht nach nicht in der Hansestadt – bzw. Deutschland – leben sollten.

Der weiße Täter soll etwa 20 Jahre alt gewesen sein. Der Angriff ereignete sich am Sonntagmorgen gegen 06:50 Uhr an der Ecke Nordkanalstraße/Nagelsweg. Der Angreifer flüchtete in einem dunklen Kleinwagen. Die Polizei sucht dringend nach Zeugen, die sich unter der Nummer 040 – 428656789 melden können.

In Hamburg gab es in den vergangenen Monaten mehrere schwere Übergriffe, mehrmals im Zusammenhang mit NPD-Wahlständen. Unter anderem wurde im August ein schwarzer Brite von drei NPD-Anhängern angegriffen und verletzt. Der Fall zeigt einmal mehr beispielhaft, welche Folgen die Hetze der Neonazi-Partei hat.

Siehe auch: Zivilcourage gegen Neonazis als Gefährdung der inneren Sicherheit?, Angeblicher Angriff auf NPD-Stand: Verfahren eingestellt, HVV stellt gewalttätigen Neonazis kostenlosen Sonderbus für Wahlkampf, Hamburger NPD: Gewalt im Wahlkampf und vorbestrafte Kader, Wahlkampf der NPD: Neonazis attackieren erneut Passanten, NPD-Stand in Hamburg: Passantin von Neonazis angegriffen

3 thoughts on “NPD-Anhänger schlägt zu: 37-Jähriger schwer verletzt

  1. Die taz:

    http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/kommentarseite/1/mit-faeusten-gegen-%5Cueberfremdung%5C/kommentare/1/1/

    Insbesondere jene Leser-Kommentare sind interessant, die einen rechten Hintergrund in Zweifel ziehen. Das ist eine Standardreaktion. Auch bei dem Bombenbauer in Baden-Württemberg und dem Attentat auf den Passauer Polizeichef wurden jeweils trotz eindeutiger Indizien die Motive infrage gestellt. Damit soll – bei gleichzeitigem Zuspruch in der Szene – das Vorhandensein rechter Gewalt insgesamt unglaubwürdig gemacht werden – paradox.

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