Jüdischer Friedhof in Kronberg geschändet

Ein Fall von Volksverhetzung und Störung der Totenruhe, beides Straftaten nach dem Strafgesetzbuch, ist am 11. November 2009 am jüdischen Friedhof im Kronberger Stadtwald festgestellt worden. Unbekannt hatten nach Polizeiangaben insgesamt 19 Grabsteine und eine Gedenktafel „unter Hinweis auf die Reichskristallnacht 1938“ geschändet. Die Monumente wurden demnach mit weißer und roter Farbe besprüht. Außerdem wurden einzelne Latten des Zaunes, der das Areal einfriedet, abgetreten. Am 9. November 2009 jährte sich die Pogromnacht zum 71. Mal.

471 Angriffe in acht Jahren…

Im Jahr 2008 wurden nach Regierungsangaben 53 jüdische Friedhöfe in Deutschland geschändet, also im Durchschnitt wöchentlich einer. Soweit für den Zeitraum der Jahre 2000 bis 2008 noch Datenbestände verfügbar waren, gab es in diesem Zeitraum der Regierung zufolge insgesamt 471 antisemitische Straftaten ”mit dem Angriffsziel Friedhof“.

Siehe auch: Hakenkreuz auf Gebäude der Jüdischen Gemeinde Dessau gesprüht, Friedhofsschändungen: Weitere Tatverdächtige ermittelt, Schändung von jüdischen Friedhöfen: Verdächtiger aus NPD-Umfeld, Internet-Klatsch: Schändete eine “Parteileiche” die jüdischen Friedhöfe?, Thüringen: Jüdische Friedhöfe in Gotha und Erfurt geschändet, NRW: Ausstellung über Holocaust teilweise zerstört, Hessen: Jüdischer Friedhof geschändet, Größte bundesweite Kampagne gegen Antisemitismus gestartet, TV- und Buchtipp: Die Odyssee der KinderPogrom vom 9. November 1938: Weißwäscher am WerkHessen: Neonazi-Aufmarsch zur Pogromnacht verboten, Neonazis wollen zur Reichspogromnacht aufmarschieren, Auschwitz: Das präzedenzlose Verbrechen, 69 Jahre nach der Reichspogromnacht: Erneut jüdischer Friedhof geschändet