Auf den Spuren Luthers: Die NPD und ihre Thesen über evangelische Messen

Die NPD wittert ihre Chance, durch eine Provokkation einige Schlagzeilen zu produzieren. So veröffentlichte die NPD Krefeld einen Aufruf, am kommenden Sonntag „eine Messe in Krefeld oder Umgebung zu besuchen. Wir setzen somit ein Zeichen gegen die Intoleranz und Ausgrenzung“, so die NPD. Man werde „sehen ob der Pastor uns den Zugang zu seinem Gotteshaus verweigert oder nicht, vielleicht haben wir dann in Krefeld den ersten Fall von einem neuen Martin Luther, der gegen die Regeln der Kirche und im Sinne der Menschlichkeit handelt“.

Einmal mehr versteigen sich die extrem Rechten zu größenwahnsinnigen Vergleichen, mal wollen sie aufmüpfig wie Galileo sein, in diesem Fall stellen Sie den Besuch einer „Messe“ (wir reden hier übrigens über die Evangelische Kirche, das nur nebenbei) in Krefeld auf eine Stufe mit dem Wirken von Luther.

Dabei sollte sich die NPD ihre These vielleicht noch einmal durchlesen, denn die EKD wird wohl kaum NPD-Mitgliedern den Zutritt zur Kircher verweigern (außer sie marschieren lauthals mit Fahnen da rein), denn in dieser Sache ging es um Mitglieder der Gemeinden – und nicht Leute, die einen Gottesdienst besuchen. Selbst wenn es sich um braune Schlaumschläger handelt.

Dank an MP für den Hinweis!

Siehe auch: Evangelische Kirche will Konsequenzen für rechtsextreme Mitglieder prüfen

4 thoughts on “Auf den Spuren Luthers: Die NPD und ihre Thesen über evangelische Messen

  1. das ist doch eine wunderbare gelegenheit für die pastorinnen und pastoren der evangelischen kirchen, ihre position anschaulich zu machen. und das gleich noch mit menschen im gottesdienst, die beispielhaft angesprochen werden. mit abschätzbarer reaktion.

    schöne vorlage.

    .~.

  2. Ich frage mich, wiesich die NPD in der Kirche denn als solche darstellen will? Ein Gottesdienst eignet sich dazu in keiner Weise. Oder will man wie bei Veranstaltungen anderer Parteien während der Predigt etwa „das Wort ergreifen“? :-) Oder will man zur Orgel „Ein junges Volk steht auf“ singen?

    Und wie will die NPD bloß „ein Zeichen gegen die Intoleranz und Ausgrenzung“ setzen, wenn ihre Mitglieder stets „Odin statt Jesus“ propagieren? Klingt dieser Spruch etwa tolerant?

    Bleibt noch die Frage, seit wann denn die NPD „im Sinne der Menschlichkeit“ handelt? Und wie?

    Jedenfalls wird sie keine Möglichkeit haben, wie Pastörs die Kirche zu entern:

    http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/meldungen/boizenburg/

  3. Um diesen Artikel zum Abschluss zu bringen:

    Die Kirche ist offiziell keiner politischen Richtung angehörig und für jedermann offen. Es werden allerdings keine rassistischen Aüßerungen geduldet, frei nach dem Motto:

    „Die Gedanken sind frei…“

    Die NPD hat sich nicht erkennbar in den Gottesdiensten gezeigt und auch nicht auf sich aufmerksam gemacht. Als owohl doch nicht so wichtig

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