Evangelische Kirche will Konsequenzen für rechtsextreme Mitglieder prüfen

Die Synode der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Ulm hat die Bundesregierung aufgefordert, das zivilgesellschaftliche Engagement gegen Rechtsextremismus nachhaltig zu fördern. Das geht aus einem Beschluss der Synode vom 29. Oktober 2009 hervor.

Von Kai Budler für NPD-BLOG.INFO

Gleichzeitig beklagt die EKD rechtsextreme Einstellungen bei Mitgliedern der deutschen Kirchgemeinden und will kirchenrechtliche Konsequenzen bei rechtsextremen Mitgliedern der Gemeinden prüfen lassen. Aus diesem Grund unterstütze man die „Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche gegen Rechtsextremismus“ (BAGKR), die im Februar 2010 in Dresden gegründet werden soll. Die einzelnen Kirchen werden aufgefordert, sich in der Arbeitsgemeinschaft einzubringen, die Gemeinden und ihre Mitglieder, kirchliche Werke sowie Einrichtungen sollen verstärkt in zivilgesellschaftlichen Initiativen gegen Rechtsextremismus mitarbeiten.

Ein vier Tage zuvor eingebrachter Antrag war im EKD-Plenum mit großem Applaus bedacht worden. Darin wird die EKD aufgefordert, sich intensiver mit dem Problem des Rechtsextremismus zu beschäftigen.

In dem am Donnerstag gefassten Beschluss zeigt sich die Synode der EKD über rechtsextremes Gedankengut beunruhigt, das sich vermehrt in brutalen Gewalttaten äußere und in ganz Deutschland vorzufinden sei. Es sei nicht nur in privaten, kleinen Kreisen vorzufinden, sondern werde auch öffentlich vertreten.

Gleichzeitig bietet die Gemeinschaft von 22 Kirchen zivilgesellschaftlichen Initiativen ihre Unterstützung an, die sich offensiv mit rassistischen und antisemitischen Einstellungen sowie rechtsextremen Strukturen auseinandersetzen. Auch in der kirchlichen Aus-, Fort- und Weiterbildung soll das Thema vertieft werden und eine größere Rolle spielen.

Das viertägige Treffen in Ulm war die 2. Tagung der 11. Synode der EKD. Dabei wurde unter anderem ein neuer Rat der EKD und Landesbischöfin Margot Käßmann als neue Vorsitzende des Rates der EKD von Synode und Kirchenkonferenz gewählt. Die 1945 gegründete EKD umfasst 22 so genannte Gliedkirchen, ihr leitendes und gesetzgebendes Gremium ist die einmal jährlich tagende Synode der EKD.

3 thoughts on “Evangelische Kirche will Konsequenzen für rechtsextreme Mitglieder prüfen

  1. interessant wird werden, wo die EKD da die Grenzen ziehen wird, gibt da eine Grau- bzw. Braunzone am rechten Rand der EKD welche Gruppen wie die Evangelischen Notgemeinschaft in Deutschland umfasst, die eine gewisse Scharnierfunktion zwischen CDUlerInnen und konservativ-theologischen Kreisen einerseits (idea, Evangelische Allianz, Bekenntnisbewegung Kein anderes Evangelium) in der EKD und offen rassistischen Kräften einnimt … empfehlenswert dazu (aber nicht mehr ganz aktuell): „Rechte ChristInnen“. Die Evangelische Notgemeinschaft in Deutschland, ihr politisches und kirchliches Umfeld des AK Konservatismus in Theologie und Kirche Marburg … lesenswert zur Gedankenwelt dieser Braunzone ansonsten ein Artikel aus die Die Zeit von 1987

Comments are closed.