NPD kündigt Gedenkmarsch für Rieger an

Die NPD hat ihre Anhänger zu einem Gedenkmarsch für den verstorbenen Partei-Vize Jürgen Rieger aufgerufen. „Wir trauern um unseren Kameraden“, daher habe der NPD-Parteivorstand einen Gedenkmarsch für „Kamerad Rieger in Wunsiedel“ angemeldet. Das Motto laute: „Gedenkmarsch für Jürgen Rieger – ewig lebt der Toten Tatenruhm“ Das Ganze soll am 14. November um 14 Uhr beginnen. „Wir rufen alle Kameradinnen und Kameraden des nationalen Widerstandes auf, sich dem Gedenken für einen großen Deutschen anzuschließen. Ein gesonderter Aufruf mit weiteren Einzelheiten ergeht kommende Woche“, heißt es weiter.

ArtgemeinschaftOb die NPD nun tatsächlich einen jährlichen Rieger-Gedenkmarsch einführen will, kann bei dem vorherrschenden Totenkult der Neonazis nicht ausgeschlossen werden. Am Grab von Rieger wird dieses Spektakel wahrscheinlich aber nicht stattfinden können. Riegers Familie will nach dpa-Angaben eine Feuer- oder Seebestattung für den Verstorbenen, damit es keine Pilgerstätte für Neonazis geben wird.

Der Neonazi-Kader Christian Worch schreibt zu dem Aufmarsch, es werde „ein Signal gesetzt an jene vor allem linken Kreise, die den Toten nun schmähen, die ihre Freude über seinen Tod frech äußern, statt vor der Majestät des Todes zu schweigen“. Zwar sei Rieger tot, „doch unsterblich sind die Gedanken, die er hatte“.

Der Anwalt aus Hamburg-Blankenese galt als einer der wichtigsten Strippenzieher im braunen Netzwerk. Unter anderem sorgte Rieger in den vergangenen Jahren immer wieder durch vermeintliche oder tatsächliche Kaufabsichten für diverse Immobilien für Aufsehen. Zudem war er Landeschef der NPD in Hamburg und Bundesvize der Partei. Durch sein Geld hatte Rieger der NPD aus finanziellen Notlagen geholfen haben, dafür aber auch politischen Einfluss gefordert. Seine Wahl zum NPD-Vize war auch in der Partei umstritten, Ex-NPD-Funktionär Andreas Molau hatte diese als “politische Katastrophe” bezeichnet.

Angesichts des geplanten Aufmarsches in Wunsiedel erscheint es wahrscheinlich, dass das zeitgleich angemeldete „Heldengedenken“ in Halbe abgesagt wird.

Gerüchte werden verbreitet

Unterdessen werden im Netz Gerüchte verbreitet, wonach Diskussionen im Parteivorstand Rieger das Leben gekostet hätten. Dieser Geschichte zufolge hätten die NPD-Funktionäre zunächst darüber diskutiert, ob man einen Krankenwagen für Rieger rufen solle. Diese Gerüchte mit der Quellenangabe „über 1 Ecke aus der Neonazi-Szene“ wurden zunächst bei Indymedia veröffentlicht, wo viel Unsinn steht, wenn der Tag lang ist, mittlerweile übernahm aber auch das SPD-Projekt Endstation Rechts diese Angaben.

Siehe auch: Neonazis in Aufregung: Rieger-Kanzlei wird von Anwaltskammer abgewickelt, Neonazis trauern um Rieger: “Ein Riese ist gefallen”, NPD-Vize Jürgen Rieger verstorben, “Die NPD verliert ihren wichtigsten Geldgeber”

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