„Gegen Multikulti-Aktionismus“: Neonazis als Fußball-Manager

Hinter der Internet-Fanseite „Mein Deutscher Fußballverein“ aus Verden und Bremen stehen unter anderem Bremer Neonazis. Davor hat laut radiobremen auf eine Anfrage der Grünen am Mittwochvormittag in der Bremischen Bürgerschaft das Innenressort gewarnt. Die Internetseite sei ein Zusammenschluss von Fußballfans, die gemeinsam einen Fußballverein kaufen und selbst leiten wollen. Die Idee: Jeder zahlt 50 Euro im Jahr. Kommen 30.000 Fans zusammen, soll ein deutscher Traditionsverein in einer unteren Liga gekauft und „nach oben“ geführt werden.

Dem Bericht zufolge wird das Projekt aber von Rechtsextremen unterwandert. So heisst es weiter, dass maximal zwei Mannschaftsmitglieder Ausländer sein sollen, um „ein richtungsweisendes Signal gegen den vorhandenen Multikulti-Aktionismus“ zu setzen. Hinter der Seite stehen laut Bremer Innenressort mehrere Bremer Rechtsextreme, darunter ein bekannter Neonazi und NPD-Funktionär. Das Innenressort beobachte die Betreiber seit Mai 2009, sagte Innenstaatsrätin Karen Buse vor der Bremischen Bürgerschaft laut rb. Nun wolle der Innensenator alle Bremer Fußballvereine anschreiben und vor dem Projekt warnen.

„Zwei Ausländer sind noch drei zuviel“

Auf einer DVU-nahen Seite wurde bereits über das Projekt berichtet. Dort heißt es, Hauptorganisatoren des Projektes seien Rechtsanwalt Thomas Staab, Kfz-Meister Thorsten Schibblock sowie Unternehmensberater Dr. Ralf Kosan. Die Idee traf zwar überwiegend auf Zustimmung, aber einigen Kommentatoren waren „zwei Ausländer noch drei zuviel“.

Als mögliche Vereine hat man sich folgende ausgeschaut: Bremer SV, Kickers Emden, VfB Oldenburg, FC-Bremerhaven, LOK Leipzig, FSV Zwickau, Vfl Halle 96, Tennis Borussia Berlin (!!!), Wormatia Worms, Preußen Münster, Waldhof Mannheim, Darmstadt 98, SSV Ulm 1846, Stuttgarter Kickers.

Auf der Seite verbrochenes.net heißt es zu dem Projekt, einer der Initiatoren habe Kontakte zu NPD und DVU, außerdem gehörte er zu der mittlerweile verbotenen „Nationalistischen Front“. Außerdem schreibt verbrochenes.net:

Für vertrauenswürdig wird also nur derjenige die beiden Männer halten, wer selbst strammer Nazi oder zumindest ein sehr dummer und überzeugter Jünger des völkischen Gedankens ist. Denn neben der Tatsache, dass man sich hier auf ein nationalistisches Projekt einlässt, verhilft man den Betreibern noch zu einem leicht verdienten Zusatzgehalt. Laut AGB zahlt jedes Mitglied 49,95€ Jahresbeitrag. Doch nur 34,95€ davon sollen letztendlich dafür aufgewendet werden, den Verein zu kaufen, der dann zum Vorzeigeprojekt rein deutscher Fußballkunst werden soll. Die restlichen 15€ gehen an die “Verwaltung (Projektmanagement, Geschäftsführung, Verwaltung allgemein, Pflege und Wartung des Internetportals, Marketing, Werbung usw.)” der Firma. Sollte es tatsächlich nicht klappen mit dem eigenen deutschen Verein, bekommt jeder nur das zurück, was noch nicht in Kaffee und Bier die Verwaltung geflossen ist – ohne Zinsen versteht sich.

Siehe auch: Schwerverletzte nach Neonazi-Überfall auf “Roter Stern Leipzig”, Özil-Beleidigung: NPD-Funktionär Beier wegen Volksverhetzung angezeigt, Nach NPD-Drohung: Energie Cottbus sagt Freundschaftsspiel für Toleranz ab