Protest gegen NPD-Veranstaltung in Dortmund

Am 23. Oktober 2009 hat in Dortmund-Dorstfeld eine antifaschistische Kundgebung gegen eine zeitgleich stattfindende NPD-Veranstaltung stattgefunden. Die neonazistische Partei traf sich nach Angaben der „Antifa UNited“ zu ihrer monatlichen Versammlung im Ladenlokal des „Nationalen Widerstands Dortmund“ in der Rheinischen Straße. Veranstalter der NPD-Versammlung war die NPD Unna/Hamm, deren Vorsitzender Hans Jochen Voß die circa 30 überregional angereisten NPD-Sympathisanten vor dem Ladenlokal begrüßte. Der Veranstaltungsort wurde von Mitgliedern der Neonazi-Kameradschaften aus Dortmund und Hamm abgesichert.

Das Ladenlokal in der Rheinischen Straße beherbergte den Angaben zufolge bis Mitte 2005 den Naziladen „Buy or Die“. Anfang Juli wurde es von einem Mitglied des „Nationalen Widerstands Dortmund“ als Wohnraum angemietet. In der Vergangenheit fanden dort nach Antifa-Angaben mehrfach Parties der rechten Szene statt. Eine Schulungsveranstaltung der NPD sei aber ein Novum.“Wir glauben nicht, dass die Nutzung der Räumlichkeiten als Veranstaltungsort und Parteilokal mit der im Mietvertrag festgelegten Nutzung als Wohnung konform geht. Der Vermieter sollte darauf hinwirken, das die Nazis die Räumlichkeiten schnellstmöglich wieder verlassen müssen“, so Simon Schmidt, Sprecher des Antifaschistischen Impuls Dortmund.

Enge Kooperation zwischen NPD und Neonazi-Kameradschaften

„Das Verhältnis zwischen der NPD Unna/Hamm und den sog. parteifreien Neonazis war schon immer gut. Zuletzt hat Hans-Jochen Voß sich im Wahlkampf die Unterstützung des Nationalen Widerstand Dortmund durch eine Spende über 3000 Euro gesichert“, so Simon Schmidt weiter. Die Zusammenarbeit zeige, dass die NPD nicht das geringste Problem damit habe, gewalttätige Neonazis zu unterstützen. Der „Nationalen WiderstandDortmund“ ist für zahlreiche Angriffe auf Andersdenkende verantwortlich, jüngst für die Terrorisierung einer Dorstfelder Familie, die als Nazigegner gelten.

Die wichtigsten Aktionen der NPD Unna/Hamm sind ihre monatlichen Versammlungen, die von Mitglieder und Sympathisanten aus dem Ruhrgebiet, Sauerland und Münsterland besucht werden. Dem NPD-Kreisverband gelingt es immer wieder, Prominenz aus der rechten Szene zu gewinnen. So sprachen bereits der NPD-Vorsitzende Udo Voigt oder der bekannte Hamburger Rechtsanwalt und NPD-Bundesvize Jürgen Rieger im Kreis Unna. Seit fünf Jahren veranstaltet die NPD im Dezember zudem ein Konzert mit dem neonazistischen Liedermacher Frank Rennicke.

Organisator dieser Veranstaltungen ist Hans-Jochen Voß. Der Unnaer besitzt laut Antifa UNited die VVZ GmbH, eine Versicherungsvermittlung am Unnaer Marktplatz. Voß ist seit den sechziger Jahren in der NPD und Vorsitzender des Kreisverbandes Unna/Hamm. Er mietet die Räume für die Schulungsveranstaltungen und tritt öffentlich als Pressesprecher und Vorsitzender des Kreisverband auf. Bei der Bundestagswahl im September kandidierte Voß im Wahlkreis Hamm-Unna II.

Spende für den „Nationalen Widerstand Dortmund“

Voß spendete vor den Kommunalwahlen 3000 Euro an den „Nationalen Widerstand Dortmund“, damit dieser nicht die konkurrierende DVU im Wahlkampf unterstützt. Voß sagte dazu auf dem extrem rechten Internetportal „gesamtrechts“: „Was die beanstandete Unterstützung der Dortmunder Autonomen angeht, so unterstütze ich selbst diese bereits seit Jahren aus meinen eigenen bescheidenen Mitteln sowohl finanziell als auch personell.“ Die gewalttätigen Kameradschaftler danken es ihm, indem sie NPD-Veranstaltungen schützen, NPD-Plakate aufhängen und Infostände durchführen. Bei den Kommunalwahlen trat die NPD Unna/Hamm, anders als der Dortmunder Kreisverband, nicht an.

Siehe auch: Gastwirt sagt NPD-Veranstaltung ab, NPD und “Autonome Nationalisten”: Geld stinkt nicht, Mutiger Gastwirt beendet Neonazi-Versammlung in Kamen, “Zivilcourage” und “Antifa” informieren Wirt: NPD-Veranstaltung musste verschoben werden, Und wöchentlich grüßt der NPD KV Unna / Hamm