NPD-Fraktionschef Apfel nun auch Landesvorsitzender in Sachsen

Die NPD-Sachsen hat auf einem Landesparteitag einen Führungswechsel vollzogen. Der Landesparteitag wählte am 25. Oktober 2009 den NPD-Fraktionsvorsitzenden und bisherigen stellvertretenden Landesvorsitzenden Holger Apfel zum neuen Landesvorsitzenden. Apfel erhielt nach NPD-Angaben 48 von 64 Stimmen. Es gab 11 Nein-Stimmen, 4 Enthaltungen, 1 Stimme war demnach ungültig. Den bisherigen Amtsinhaber Winfried Petzold, der laut NPD nicht mehr kandidierte, wählten die Delegierten als Ehrenvorsitzenden des Landesverbandes Sachsen. Petzold stand seit 1996 an der Spitze der sächsischen NPD.

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Als stellvertretende Landesvorsitzende wurden Dr. Johannes Müller (Kreisverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge), Helmut Herrmann (KV Leipzig) sowie Mario Löffler (KV Erzgebirge) gewählt. Landesschatzmeister ist Alexander Delle, Beisitzer im Landesvorstand (in der Reihenfolge der Stimmen):

Holger Apfel, Spitzenkandidat der NPD in Sachsen
Holger Apfel, Spitzenkandidat der NPD in Sachsen

Hartmut Gliemann (KV Sächsische Schweiz-Osterzgebirge), Holger Szymanski (KV Dresden), Arne Schimmer (KV Dresden), Maik Scheffler (KV Nordsachsen), Katrin Köhler (KV Chemnitz), Jens Baur (KV Dresden), Jürgen Gansel (KV Meißen), Andreas Storr (KV Görlitz), Frank Lüdke (KV Bautzen), Stefan Hartung (KV Erzgebirge).

Der Parteitag fand an einem geheimgehaltenen Ort statt. In seiner Abschlussrede sagte Apfel nach NPD-Angaben, die Partei sei die „einzige Alternative zum abgewirtschafteten liberalkapitalistischen System“. Zum Wahlergebnis in Sachsen sagte Apfel demnach, zwar habe man mit dem Wiedereinzug in den Sächsischen Landtag „Parteiengeschichte geschrieben, dennoch kann man nicht zufrieden sein“. Zudem wiesen Redner auf den „Paukenschlag“ bei den Kommunalwahlen hin. Die NPD verfüge in Sachsen nun über 100 Kommunalmandate.

Streit gab es offenbar um einen Antrag des NPD-Kreisverbandes Mittelsachsen. Demnach sollte es künftig eine Trennung von Amt und Mandat geben, der Antrag wurde allerdings nicht angenommen. Dabei habe es eine „emotionale Debatte“ gegeben, hieß es.

Apfel hat somit eine enorme Machtposition in der NPD, er steht dem wichtigsten Landesverband vor sowie der wichtigsten Fraktion. Zudem kann er die Erfolge bei den Kommunal- und Landtagswahlen 2009 vorweisen. Im Machtkampf mit NPD-Chef Udo Voigt kann er sicherlich ruhig abwarten, wie sich die Finanzen der Bundespartei weiter entwickeln – und bei Bedarf weitere Ansprüche anmelden.

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4 thoughts on “NPD-Fraktionschef Apfel nun auch Landesvorsitzender in Sachsen

  1. Ich sehe ihn förmlich vor mir: Wie der Apfel aus der Schale gepellt: „Kameraden und Kameradinnen, deutsche Männer und Frauen, Volksgenossen und deutsche Äpfel..!“ *lol* 😉

  2. Eine deutsch-nationale, rassistische Partei mit Mitglieder namens SZYMANSKI und ANDREJEWSKI… das ist so absurd…was soll man da eigentlich noch sagen?

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