Google-Ads mit NPD-Propaganda

Die neonazistische NPD hat offenbar bei Google Anzeigen geschaltet. So taucht auf verschiedenen Web-Seiten Werbung für den so genannten NPD-Wochenbrief auf. So unter anderem bei Welt-Online, wie dieser Screenshot zeigt.

NPD-Werbung auf Welt-Online: Eingesehen am 20. Oktober 2009
NPD-Werbung auf Welt-Online: Eingesehen am 20. Oktober 2009

Seit dem Sommer 2009 bietet die NPD ihren „Wochenbrief“ als E-Mail-Abo an, mit dem der Interessent sich „ein objektives Bild von der NPD machen“ soll. Als Kolumnist stellt sich Michael Petri der Leserschaft vor, der auch als Verwalter für eine der dazu gehörenden Internetdomains registriert ist.

Petri kann einem Bericht von redok zufolge auf eine langjährige Karriere in der extremen Rechten zurückblicken. Als 14-Jähriger war er in die „Deutsche Volksunion“ (DVU) unter Gerhard Frey eingestiegen, bis er sich radikaleren Gruppierungen zuwandte. In Rheinland-Pfalz war er Landesvorsitzender der militant-neonazistischen „Deutschen Alternative“ (DA), die 1989 von Gefolgsleuten von Michael Kühnen gegründet und im Dezember 1992 vom Bundesinnenminister verboten wurde. Nach dem Verbot gründete Petri in rascher Folge zwei Nachfolgeorganisationen und wurde deren Bundesvorsitzender: die kurzlebige „Aktionspartei Nationalrevolutionärer Kameraden“ (ANK), die sich bereits nach fünf Monaten im Juli 1993 wieder auflöste, und die „Deutschen Nationalisten“ (DN) in Mainz. Petri wurde wegen illegaler Fortführung der DA angeklagt; nach zweijähriger Verhandlungsdauer verurteilte die Staatsschutzkammer des Landgerichts Koblenz den damals 25-Jährigen im August 1997 zu einer Jugendstrafe von sechs Monaten auf Bewährung. In der Urteilsbegründung bescheinigte das Koblenzer Gericht Petri, dass keine „Gefahr für einen Rückfall“ bestünde.

Tatsächlich war Petri dem Bericht zufolge seit etwa 1996 nicht mehr in der rechtsextremen Szene aktiv und gab an, in Zukunft „leben und Geld verdienen“ zu wollen. Mehrere als Szene-Experten gehandelten Autoren bezeichneten ihn noch vor einigen Jahren als „Exnazi“ oder bescheinigten ihm eine „Abwendung aus der braunen Szene“. Es hieß, er wolle sich „ein neues Leben aufbauen“. Mit dem Einstieg als NPD-Propagandist scheint dieses Kapitel abgeschlossen zu sein.

Siehe auch: NPD bei Google News, Wie braune Propaganda zur Nachricht wird

9 thoughts on “Google-Ads mit NPD-Propaganda

  1. Pingback: foolsmoon.de
  2. Kann mich nur anschließen. Jetzt kann jeder mit ein paar Mausklicks der NPD ihr weniges Geld aus der Tasche ziehen.

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