NPD-Frauen wählen Edda Schmidt zur Vorsitzenden

Die Organisation „Ring Nationaler Frauen“ soll für die NPD weiblichen Nachwuchs rekrutieren. Doch zunehmend wird fraglich, ob die Partei mit ihrem Konzept erfolgreich ist. Beim „Bundeskongreß“ des RNF in der Berliner NPD-Zentrale wurde nun Edda Schmidt als Vorsitzende gewählt. Schmidt ist 61 Jahre alt und gehört zum Urgestein der extrem rechten Bewegung in Deutschland. Ob sie das Bild der „modernen nationaldenkenden Frau“ präsentieren kann, darf bezweifelt werden.

Edda Schmidt (Foto: Recherche Nord)
Edda Schmidt (Foto: Recherche Nord)

Weiterhin wurden Antje Kottusch, Heidrun Walde, Mandy Schneider, Ricarda Riefling, Judith Rothe sowie Stella Hähnel in den Vorstand gewählt. Inhaltlich scheint bei dem Kongress hingegen wenig besprochen worden zu sein. Nach RNF-Angaben stärkten sich die anreisenden Frauen zunächst, dann sprach NPD-Chef Udo Voigt, danach führte Voigt die RNF-Frauen durch die Parteizentrale, danach wurde der Rechenschaftsbericht vorgelegt, im Folgenden berichteten Ricarda Riefling „über die Entwicklung der Weltnetzarbeit und Stella Hähnel über ihre Arbeit als Pressesprecherin“. Dann sprach Edda Schmidt über ihr Amt „Kultur und Brauchtum“. Schließlich standen die Wahlen auf dem Programm.

Die vorherige Vorsitzende der NPD-Unterorganisation musste im Sommer gehen, weil sie ihrer Partei vorgeworfen hatte, eine „Männersekte“ zu sein.

Aus einem Interview mit Manuela Kokott, die in Brandenburg für die NPD kandidierte:
Es gibt in der nationalen Bewegung sicherlich Kameraden, die es nicht gern sehen, daß Frauen politische Arbeit leisten. Einige von ihnen finden es nicht in Ordnung, daß Frauen an Demonstrationen teilnehmen oder bei Wahlen kandidieren. Dazu kann ich nur sagen, wir leben im 21sten Jahrhundert und die Zeit, wo Frauen von bestimmten Dingen oder Tätigkeiten ausgeschlossen wurden, ist längst vorbei. Natürlich ist es wichtig, daß man sich um seine Familie kümmert und diese umsorgt, aber das ist schon längst nicht mehr nur die Aufgabe der Frau, hier gehört auch der Mann mit herangezogen.

Schon dieser kurze Ausschnitt macht deutlich, dass es die NPD-Frauenorganisation bislang kaum geschafft hat, ein eigenes Profil, geschweige denn eine eigenständige inhaltliche Position zu erarbeiten. Und nur dort, wo die maßgebenen Frauen leben, sind auch Aktivitäten des RNF zu beobachten. Eine größere Außenwirkung ist zudem bislang nicht aufgefallen.

Kommentar von „deutscher mutter“ aus einem Neonazi-Forum:

traurig traurig, der RNF hat gewählt und als Mitglied des RNF bekommen Mitglieder nicht mal Einladungen.

Ich vermute mal das kaum Einladungen raus gingen um zu gewährleisten, das man nichts an den Wahlen verändern kann die ja sicher schon vorher feststand.

Na dann Edda, auf zum lustigen Ostereier bemalen so wie es für dieses Jahr angedacht war und auch nicht durchgeführt wurde!

Ab jetzt wird es wohl noch tiefer mit dem RNF gehen…obwohl geht es noch tiefer? Es ging in manchen Bundesländern mal bergauf. Heute weiß man kaum noch wo es den RNF überhaupt gibt.

Schmidt war am 22. September 2008 laut einem Bericht der Hohenzollerischen Zeitung wegen der Beihilfe zur Verunglimpfung des Staates für schuldig befunden worden. Die Hausfrau, im NPD-Landesvorstand für “Brauchtum und Kultur” zuständig und früher Funktionärin der Wiking Jugend, trug demnach die presserechtliche Verantwortung für ein Flugblatt, das im Februar 2008 Jahres von Nachwuchs-NPDlern nach der Uraufführung des Theaterstücks “Georg Elser – Allein gegen Hitler” verteilt worden war. Das Gericht verurteilte sie zu einer Geldstrafe von 900 Euro (90 Tagessätze zu zehn Euro). In dem Pamphlet denunzierten die Rechtsextremen nicht nur Georg Elser als Terroristen, der den “demokratisch gewählten Reichskanzler Adolf Hitler” ermorden wollte. Sondern die Autoren ritten auch eine Attacke gegen das “BRD-System”, indem sie die rhetorische Frage stellten, “wie sehr” dieses “schon verkommen” sei, “dass es für seinen K(r)ampf gegen Rechts” Georg Elsers Vorbild bedürfe.

Im November 2007 hatte Schmidt bei der `Partei National Orientierter Schweizer` (PNOS) gesprochen. Vor rund 100 PNOS-Anhängern prangerte Schmidt laut PNOS-Mitteilung die Verfahren gegen Holocaust-Leugner in Deutschland an. In dem PNOS-Bericht heißt es: `Anhand ihrer eigenen Biografie schilderte Schmidt die politischen Zustände in der BRD, wo sich erneut despotische Kräfte die Macht unter die Nägel gerissen haben. Die Beispiele Ernst Zündel und Germar Rudolf verdeutlichen, dass es sich bei der BRD nicht einmal annähernd um eine Demokratie handelt, sondern höchstens um einen Lakaienstaat Siegers Gnaden.`

Siehe auch: NNN: “Der Föhrer dankt den Frauen”, “Ex-DDR-Außenminister” als NPD-Heimchen am Herd, Poppenkontakte & Huren24 – Erpressung bei der NPD?, Neonazi-Frauengruppen “schießen wie Pilze aus dem Boden”, Provokation und Machtkampf: Sachsens NPD-Fraktionschef lobt NS-Familienpolitik, Was treibt Frauen in eine frauenfeindliche Szene?, Ideologie versus Alltag: Kommunikationsstrategien neonazistischer Frauen im Internet, RNF: Pastörs gründet Frauen-Gruppe, Palau heißt jetzt Hähnel, NPD-Kandidaten: männlich und kaum zu erreichen, NPD-Funktionärin: `BRD nicht annährend eine Demokratie`, NPD will bundesweiten `Nationalen Sanitätsdienst` aufbauen, Frauen in der NPD: RNF soll künftig eigenen Etat erhalten, Lesetipp: Frauen in der extremen Rechten, NPD-Wahlkampf: Von Eva Herman bis zur `Doitschen Säuferfront`, RNF: ‚Nationale Frauen’ – ohne eigene Positionen, RNF-Bundestreffen: NPD-Frauen bauen Strukturen auf, Brandenburg: Frauen auf dem Vormarsch, Dokumentation: Das Arbeitspapier des RNF, RNF: Pastörs gründet Frauen-Gruppe, Palau heißt jetzt Hähnel

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