Mutmaßlicher Neonazi-Bombenbauer gegen Auflagen frei

Sieben Wochen nach seiner Festnahme ist der mutmaßlicher Bombenbauer aus dem südbadischen Weil am Rhein wieder auf freiem Fuß. Der Haftbefehl gegen den 22-jährigen Neonazi wurde am 16. Oktober 2009 außer Vollzug gesetzt, teilte die Staatsanwaltschaft Lörrach mit. Der Beschuldigte befand sich seit 27. August 2009 in Untersuchungshaft, nachdem bei ihm u.a. Chemikalien und ein Sturmgewehr aufgefunden worden waren.

jn_mp2Das Amtsgericht hat die Außervollzugsetzung des Haftbefehls an Auflagen geknüpft: So hat der Beschuldigte eine Sicherheit in Höhe von 4000 Euro zu erbringen und muss seinen Personalausweis bei der Staatsanwaltschaft in Lörrach hinterlegen. Eine Kontaktaufnahme zu der Person, bei der am 17. September 2009 ebenfalls Chemikalien aufgefunden wurden hat es ihm untersagt und für den Fall der Zuwiderhandlung gegen diese Auflage die erneute Inhaftierung sowie den Verfall der zu leistenden Sicherheit angedroht.

In seiner Begründung stellt das Amtsgericht darauf ab, dass zwischenzeitlich Beweisgegenstände gesichert werden konnten. Hierdurch sei die Verdunkelungsgefahr erheblich vermindert. Der verbleibenden Verdunkelungsgefahr und Fluchtanreizen könne durch die erteilten Auflagen entgegengewirkt werden.

Die Auswertung der zahlreichen, im Verfahren sichergestellten Datenträger durch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg dauert an.

Siehe auch: Mutmaßlicher JN-Bombenbauer hatte Kontakte zu Elitesoldaten, Mögliche Anschlagspläne: Email-Verkehr von JN-Stützpunktleiter B. mit der NPD, Razzien nach Festnahme von JN-Funktionär: Weitere gefährliche Substanzen beschlagnahmt, Racheakt von Neonazis? Brandanschlag auf Autonomes Zentrum, Mögliche Nazi-Bombenpläne: NPD vermutet “linksradikalextremistischen” Hintergrund, JN-Stützpunktleiter Thomas B.: “Zustände offensiv bekämpfen”, Haftbefehl gegen JN-Funktionär: Anschläge auf Antifas geplant?, Neonazi als Bombenbauer: Sicherheitsbehörden in der Kritik