Holocaust-Leugner Williamson wehrt sich gegen Strafbefehl

Der britische Bischof Richard Williamson wehrt sich einem Bericht des Spiegel zufolge gegen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Regensburg. Diese hatte Strafbefehl wegen Volksverhetzung beantragt, da Williamson in einem im Januar 2009 ausgestrahlten Interview mit dem schwedischen Fernsehen den Holocaust geleugnet hatte. Der Bischof der Piusbruderschaft bezweifelt dem Spiegel zufolge, dass der gegen ihn beantragte Strafbefehl rechtlich zulässig ist. Denn ausschlaggebend für die Strafwürdigkeit sei ja, so Williamson gegenüber dem Nachrichtenmagazin, „ob ich der Veröffentlichung meines Interviews in Deutschland zugestimmt habe“. Er habe allerdings sogar versucht, sich dagegen zu wehren, dass das Gespräch mit dem schwedischen Fernsehen über den Umweg Internet auch in Deutschland verbreitet wird.

Tatsächlich hatte Williamson bereits Anfang Januar eine einstweilige Verfügung gegen die Veröffentlichung seines Interviews im Internet durch das schwedische Fernsehen in die Wege geleitet, die allerdings vor Gericht scheiterte. Interessanterweise war Williamson also durchaus bewusst, was er da von sich gegeben hatte.

Lesetipp: Alarmruf gegen den globalisierten Antisemitismus

Williamson hatte in dem Interview gesagt, er denke, dass „200.000 bis 300.000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben“ seien, aber „nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern“. Am Tag der Ausstrahlung unterschrieb Papst Benedikt XVI. ein Dekret, das die Exkommunikation Williamsons und dreier weiterer Mitglieder der reaktionären Bruderschaft rückgängig machte. Anfang Februar vom Papst aufgefordert, seine Äußerungen zu widerrufen, sagte Williamson zunächst lediglich, er werde seine Aussagen zum Holocaust „überprüfen“. Später verbreitete er eine „Entschuldigung“, die allerdings viele Fragen offen ließ.

In Anbetracht dieser Folgen kann ich wahrheitsgemäß sagen, dass es mir leid tut, diese Bemerkungen gemacht zu haben, und dass ich sie nicht gemacht hätte, wenn ich im Vorhinein um den ganzen Schaden und den Schmerz gewusst hätte, die diese verursachen würden, besonders der Kirche, aber ebenso den Überlebenden und den Verwandten der Opfer der Ungerechtigkeit unter dem Dritten Reich.

Im schwedischen Fernsehen habe ich nur die Meinung (… „Ich glaube“, … „Ich glaube“…) eines Nicht-Historikers geäußert, eine Meinung, die sich vor 20 Jahren auf Grundlage der damals verfügbaren Beweise herausgebildet hat und seither selten in der Öffentlichkeit geäußert worden ist. Nichtsdestoweniger haben mich die Ereignisse der letzten Wochen und der Rat von älteren Mitgliedern der Bruderschaft des hl. Pius X. von meiner Verantwortung für die verursachten großen Schwierigkeiten überzeugt. Ich bitte alle, die sich aufgrund meiner Worte aufrichtig entrüstet haben, vor Gott um Vergebung.

Siehe auch: Deutsche Rechtsradikale für Holocaust-Leugner Williamson, Williamson-Erklärung: “Bedauern dritter Klasse”, Holocaust-Leugner Williamson: “Nicht-Historiker” mit alten “Beweisen”,