Mischszene: Kontakte zwischen NPD und Bandidos in Anklam?

Der Motorradclub Bandidos hat sich einem Bericht des Nordkuriers zufolge im Gebäude des früheren Getränkehandels Wienbeck & Pinck in Anklam sein Clubhaus eingerichtet. Damit, so heiße es in Szenekreisen, sei das im Sommer gebildete „Chapter Anklam“ nun offiziell aktiv. Nachdem der Anklamer Flugplatz in den Jahren 2005 und 2006 bereits Schauplatz von Europa-Treffen der Bandidos mit bis zu 1000 Teilnehmern war, galt es der Zeitung zufolge nur als eine Frage der Zeit, bis sich die Rockergang offiziell in Anklam ansiedeln würde. Bei der Polizei indes sehe man die Entwicklung mit Argusaugen: Mitgliedern des 1966 in Texas gegründeten Motorradclubs würden enge Verbindungen zur Kriminellen- beziehungsweise Neonazi-Szene nachgesagt.

So wird das Anklamer Chapter nach Informationen des Nordkuriers von einem 33-Jährigen aus der Nähe von Neetzow geführt, der wegen gefährlicher Körperverletzung, Verstoßes gegen das Waffenrecht und Drogendelikten polizeibekannt ist. Außerdem wurde er mehrfach bei Veranstaltungen und Feiern der NPD in der Region gesehen.

Mischszenen: “Besonders gelagerte Einzelfälle”

Bei Verbindungen zwischen Rockern und Rechtsextremen handelt es sich nach Ansicht der Bundesregierung um “vereinzelt festzustellenden Berührungspunkte” bzw. “besonders gelagerte Einzelfälle”, aus denen sich ein bundesweiter Trend einer ideologisch basierten Verbindung zwischen den beiden Gruppierungen nicht ableiten lässt.

Dem Bundesamt für Verfassungsschutz liegen nur in zwei (Einzel-)Fällen Informationen über Verbindungen von Mitgliedern der rechtsextremistischen NPD zu Angehörigen von Rockergruppierungen vor. Hinsichtlich der DVU liegen keine entsprechenden Erkenntnisse vor.

Anklams Polizeisprecher Axel Falkenberg teilte auf Nachfrage der Zeitung indes lediglich mit, dass Kräfte des hiesigen Polizeireviers am Wochenende „vier männliche Personen bei Maler- und Handwerkerarbeiten“ am Clubhaus gesehen haben. „Nach unseren Erkenntnissen hat sich das Chapter Anklam dort ein Heim geschaffen“, bestätigte er Informationen der Redaktion.

Siehe auch: Rüsten Rocker zum Bandenkrieg?, Ex-NPD-Chef wegen lebensbedrohlicher Messerattacke vor Gericht, NPD-SH wählt Schäfer als Spitzenkandidaten, Wulff auf der Landesliste, Politik nicht zum Anfassen: NPD-Kandidatin greift angeblich zum Elektroschocker, SH: Ex-NPD-Landeschef Borchert nach Massenschlägerei in Untersuchungshaft, SH: Drohungen gegen Richter nach Urteil gegen NPD-Funktionär, Kiel: Schlägerei nach NPD-Einzug ins Rathaus, Bandenkrieg zwischen Rockern und Neonazis in Schleswig-Holstein?, Berlin: Innensenator sieht keine “politische Zusammenarbeit” zwischen Nazis und Rockern

18 thoughts on “Mischszene: Kontakte zwischen NPD und Bandidos in Anklam?

  1. Beobachte die Szenerie und Zusammenhänge seit nunmehr fast 4 Jahren.
    Habe mit jemandem zusammen gelebt, der einem Supporterclub der Banditen beitrat – ich trennte mich ziehmlich bald von ihm aus diversen Gründen.

    Diese Person hatte bereits in der Jugend einen rechtslastigen Hintergrund. War aber soweit ruhig im Alter zwischen etwa 23 und 27. Dann begannen diese „Verhaltensweisen“.

    Sein Profil in meinen Augen war nach einigen Jahren der anfangs angenehmen Beziehung:
    Gewalttätig, ANTI gegen alles und jeden, keinen Sinn dafür, sich für irgendetwas mit Worten einzusetzen oder politisch zu aktivieren, aber immer ANTI (also mit sich und seiner Umwelt höchst unzufrieden- meine Meinung).

    Witzigerweise schwärmte er Jahre für die Angels, um dann kurzfristig dem Support der Banditen anhängig zu werden. Unglaublich „überzeugt“ so jemand.

    Die „besonders gelagerten Einzelfälle“ – nach Aussage der Bundesregierung halte ich für fragwürdig.
    Es fängt alles im Kleinen und mit ein paar „Jungs“ an.

    Warum werden denn Mädels mit in die Szene „gezogen“, ohne dass sie „dabei sein dürften“?
    Als Chicka oder Property of wäre ich gut genug gewesen.
    Sie versuchen schlicht „eine breitere Masse“ zusammen zu kriegen. Da können Ausländer neben Rechtsorientierten Hools sein und Chickas neben dem Präsi. Das Sagen haben andere und die haben ganz andere Ziele.

    Ich nehme an, dass sich unsere Bundesregierung, die grünen Helfershelfer und so mancher Bürger in Zukunft noch wundern werden und sich die gute alte „Rockerszene“ von einst zurück wünschen, als es noch ums Fahren einer coolen Maschine ging gepaart mit guter Musik und Spaß.

    Hier:
    http://www.x-team-antwerp.com/pictures/Diablos%205years%20party%2029.JPG

    oder unter:
    http://www.x-team-antwerp.com/photos.htm und dann
    17 En 18 Oktober 2009 – 5 Years Anniversary Diablos Belgium
    Was sagt uns denn hier das letzte Foto und die Kutte der links stehenden Person?

    Achja, ein Einzelfall.
    😉

  2. „als es noch ums Fahren einer coolen Maschine ging gepaart mit guter Musik und Spaß.“

    Darum geht es schon seit Dekaden nicht mehr. Die Rennleitung weiß das auch 😉

  3. … weswegen unter Umständen auch soviele antreten, wenn irgendwo „Party“ ist …

    Haben ja angeblich alles im Griff – die Helfershelfer. Wenn’s aber PengPeng macht, sind sie immer zu spät da.

  4. Zwei Seiten zum Thema:

    1) Eine tägliche Presseschau gibt es hier:

    http://www.ride-free.de

    Dort tauchen auch immer wieder bekannte Namen der Nazi-Szene in den Artikeln auf.

    2) Und dann gibt es den Rocker-Blog, eine Art Altermedia der Rockerszene mit demselben Niveau: Man gefällt sich darin, mit absurder Polemik jede Meldung über kriminelle Aktivitäten der Rockerszene zu negieren und sie zu den harmlosesten Blumenpflückern umzudeuten. Wer Nazi-Texte kennt, wird hier dieselben bekannten „Argumentations“-Strategien wiedertreffen: Nebelkerzen werfen, absurde Vergleiche, Journalisten grundsätzlich Kompetenz absprechen oder die Recherche schlecht reden (selbes Motto: „Die Presse lügt!“), Verfolgungswahn, objektive Fakten in Frage stellen, Informationen nur selektiv weitergeben, unangenehme Aussagen ohne Gegenargumente für falsch erklären, vom Thema ablenken.

    http://www.rocker-blog.de

  5. „Wenn’s aber PengPeng macht, sind sie immer zu spät da.“

    Könnte daran liegen, dass PengPeng nur wenige Sekunden dauert…

  6. Soll auch nicht heißen, dass ich meine, sie MÜSSTEN pünktlich da sein. Wenn die Colourträger sich auf ihre Weise auseinandersetzen, soll mir das persönlich „pups“ sein.

    Bin keine Sympathisantin der Leute mit den „grünen Kutten“.

    Aber wer sich nicht in der Szene auskennt, müsste nach Studium der Medien meinen, sie sind am Ball und da würden schon immer diese Großaufgebote (wie zu irgendwelchen National Runs oder so) etwas verhindern und in Ordnung halten.

    Aber wenn die Biker ’ne Tour fahren, dann braucht’s eher weniger Bewachung. (Es braucht überhaupt weniger Bewachung in diesem Staat, aber naja…).

    Wenn die „was zu klären haben“, dann klären die das untereinander… ob Papa Staat will oder nicht.

    Was sich aber im Untergrund so tut, das macht mich hellwach…

    Wie Demokrat schon sagte, die Rennleitung weiß das schon… weiß sich aber nicht zu helfen, denke ich.
    Und schweigt es aus, was die Information der Normalsterblichen betrifft.

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