Konfrontation in der Kreisklasse D

Die Lübecker Polizei steht nach einem Bericht von HL-Live vor einer neuen Herausforderung: Gewaltbereite Fußballfans weichen von den großen Spielen in die Kreisklasse aus. Am 11. Oktober 2009 musste die Partie der dritten Mannschaft des VfB Lübeck gegen den Roten Stern Lübeck demnach von 35 Polizeibeamten geschützt werden. Bereits am Vormittag versammelten sich rund 50 Fans des VfB am Holstentor, um gemeinsam zum Fußballplatz am Hansering zu ziehen. Gegner der „traditionell eher aus der rechten Szene stammenden“ VfB-Fans war der Rote Stern Lübeck, der im vergangenen Jahr gegründet wurde und dem politisch linken Spektrum angehört, schreibt HL-Live.

Tatsächlich war bereits im März 2006 der VfB Lübeck Fan-Club “Lübsche Jugend” gegründet worden. Auf der Homepage des Clubs wurde kein Hehl aus der extrem rechten Gesinnung gemacht, Fotos zeigten Nazi-Glatzen beim Pflanzen von Blumen für die “Opfer des alliierten Bombenterrors”. Außerdem wurden die Seiten mit dem Logo der NPD versehen. Weiterhin wurde standesgemäß ird massiv gegen die Anhänger des FC St. Pauli gehetzt, unter anderem hieß es sinnigerweise “Verrecke Pauli-Zecken! Hier ist VfB”.

Schon in den 70iger Jahren hatten Neonazis neue Anhänger in den Kurven der Stadien für sich angeworben. Durch die unabhängigen Fan-Projekte konnte der Einfluss seit den 90iger Jahren allerdings weit zurückgedrängt werden. Viele extrem rechte Fans zogen sich in die unteren Ligen zurück, auch weil hier mittlerweile viele Traditionsvereine spielen.

Keine bauliche Trennung

In Lübeck will man sich nun auf die „neue“ Situation einstellen. „Wir müssen sehen, wie wir mit dem neuen Phänomen umgehen“, sagt Polizeisprecher Detlef Riedel dem Bericht zufolge. In der Kreisklasse werde auf Plätzen gespielt, wo eine bauliche Trennung der Fans – im Gegensatz zur Lohmühle – nicht vorgesehen ist. Das Problem sei aber nicht der Fußball.

In Leipzig wurden jüngst Fußball-Fans der BSG Chemie Leipzig überfallen.

Siehe auch: Leipzig: Neonazis verletzen linken Fußball-Fan schwer, Schleswig-Holstein: NPD biedert sich bei Fußball-Fans an, Alle Meldungen aus der Rubrik Fußball

2 thoughts on “Konfrontation in der Kreisklasse D

  1. Zeugen berichten von vermummten Provokateuren mit rechtsradikalen Sprüchen:

    „Sieg Heil!“
    „Rotfront verrecke“
    „Antifa, wo sind eure Steine“
    „Zecken raus“

    und Flaschenwürfen. Laut Polizei kam es nicht zu Straftaten.

    Die Schuld daran wird übrigens gerne dem Verein „Roter Stern“ angelastet, weil der Name provokant sei. Da können die armen Nazis natürlich gar nicht anders, wenn sie von bösen Menschen so provoziert werden.

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