Jusos wollen sich von Neonazis nicht einschüchtern lassen

Nachdem die NPD-Berlin Briefe des „Ausländerrückführungsbeauftragten“ verschickt hatte, springen nun anonyme Neonazis auf diesen Zug auf. In einem Brief, adressiert an die stellvertretende Juso-Landesvorsitzende in Bayern, Eylem Karatas, legten bisher Unbekannte der Ingolstädterin die „Heimreise“ nahe. „Kein Mensch in Ingolstadt ist an deinesgleichen interessiert“, heißt es in dem Schreiben. Außerdem werden mehrere Familienangehörige, Freunde und Nachbarn namentlich genannt, was die Studentin nach SPD-Angaben besonders besorgt macht:“„Ich stehe zu meinem politischen Engagement, und habe leider schon Erfahrung mit ähnlichen Bemerkungen. Aber meine Familie mit reinzuziehen, das geht zu weit.“ Sie erstattete Anzeige, nun ermittelt die Polizei nach dem Absender.

Die NPD fordert einen „Fünf-Punkte-Plan“. Demnach sollen “Ausländer schrittweise in ihre Heimatländer zurückgeführt”, Auszahlungsansprüche aus der Sozialversicherung würden zwar bestehen, allerdings sollten sich die Betroffenen “schon jetzt” um Unterkunft und Arbeit in den Heimatländern kümmern. Für die Neonazis sind alle Menschen „Ausländer“, die ihrer Meinung nach nicht „echte Abstammungsdeutsche“ sind. Bis in die wievielte Generation da zurückgegangen werden soll, lässt die NPD offen. Zudem vermischt die NPD ihre Ideologie auch mit neurechten Elementen, die statt einer biologistischen eine kulturelle Definition propagiert. In dem Buch ANGRIFF VON RECHTS heißt es dazu:

Sind die Hugenotten, die im 17. Jahrhundert nach Brandenburg-Preußen und in andere deutsche Länder flüchteten, für die NPD Deutsche? Wenn ja – warum? Wenn nein, warum nicht? Fragen über Fragen, Migrationsforscher Klaus Bade beschreibt das Phänomen so:

Migration und Integration prägen die europäische Geschichte seit ihren Anfängen. Heute stehen sie aus aktuellen Gründen im Mittelpunkt öffentlicher Aufmerksamkeit. Viele Europäer halten die neuen Herausforderungen für eine historische Ausnahmesituation. Sie irren. Wanderungsbewegungen waren seit jeher Teil der europäischen Geschichte. Viele, die sich gegenwärtig über die Integration von Fremden sorgen, wissen nicht, dass sie selber ferne Nachfahren von Zuwanderern sind.

Die Juso-Landesvorsitzende Marietta Eder erklärte: „Wichtig ist, dass man sich von so etwas nicht einschüchtern lässt. Die Jusos engagieren sich in ganz Bayern gegen Rechtsextremismus. Jetzt ist es wichtig, dass Eylem und ihre Familie wissen, dass sie nicht alleine dastehen. Denn ich weiß, dass die Mehrheit der Ingolstädter und der Bayern ganz anders denkt, als diese Briefeschreiber. Gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus der gesamten Bevölkerung werden die Jusos Bayern weiterhin gegen menschenverachtende, rassistische und faschistische Ideologie der Rechtsextremen kämpfen.“

Siehe auch: NPD-Wahlkampf: Größenwahn und rassistische Hetze, Alle Meldungen aus Bayern

4 thoughts on “Jusos wollen sich von Neonazis nicht einschüchtern lassen

  1. Nur nebenbei: wer sich den Brief mit dem „5-Punkte-Plan“ ansieht wird mit Erstaunen feststellen dass er nur vier Punkte hat. Zählen scheint nicht so deren Stärke zu sein.

    Grüße, HR.

  2. Die Mehrheit der Jusos besteht aus Feiglingen, die es nicht wagen, sich offen zu ihren kommunistischen Überzeugungen zu bekennen.

    Sehr sachlicher und konstruktiver Beitrag, die Behauptung sauber mit Quellen belegt, der Inhalt hat sogar fast etwas mit dem Artikel zu tun. Deutschlands Elite eben…

  3. >Sehr sachlicher und konstruktiver Beitrag, die ….
    Ist das hier eine wissenschaftliche Arbeit oder ein Blog, auf dem man auch mal ablästern kann.
    Ich spreche übrigens aus eigener Erfahrung als ehemaliger Spartakist an einer Roten Kaderschmiede.

Comments are closed.