Menschenfischer mit Weltnetz
Natürlich nutzen Rechtsextremisten massiv das Internet, das sie selbst „Weltnetz“ nennen. Dort können sie freier agitieren als in anderen Medien. Selten werden ihnen Grenzen gesetzt. Deshalb kommt ihnen die Debatte um größtmögliche Freiheit im Netz entgegen.
Von Olaf Sundermeyer, zuerst veröffentlicht im Journalist
Wenn Dieter Bohlen wüsste, dass er mit weit aufgerissenem Werbemund auf der Internetseite einer gewaltbereiten Gruppe Dortmunder Neonazis wirbt, die das Internet nutzt, um an ihre eigene Werberelevante Zielgruppe der ab 12-Jährigen zu kommen, würde sich seine zur Schau gestellte gute Laune sicher einstellen: Denn die Nähe zu Rechtsextremisten hat Bohlen bestimmt nicht gesucht, als er sich auf den Werbedeal mit der Hamburger Firma „Save.TV“ eingelassen hat. Die in Groß-Britannien registrierte Firma mit Hamburger Adresse vertreibt einen Onlinevideorekorder, den man mieten kann, um damit das Fernsehprogramm zu speichern. Warum sich aber ihr virtuelles Werbebanner mit Dieter Bohlen über die einschlägig bekannte Seite www.widerstand.info spannt? Eine entsprechende Anfrage blieb unbeantwortet.
Im Werbeumfeld von „Save.TV“ und Bohlen hat der „nationale Widerstand“ Dortmund immerhin für einer der größten Neonazidemonstrationen in Deutschland mobilisiert, den so genannten Antikriegstag. Die Gruppe gehört zu den „autonomen Nationalisten“, junge unabhängige Neonazis, die sich optisch am Stil urbaner Jugendkulturen orientieren, deshalb schwer auszumachen sind, aber gleichzeitig für eine Zunahme der rechtsextremen Gewalttaten verantwortlich zeichnen. Auch im Internet setzen sie auf Coolness, mitnichten auf verfassungswidrige Symbolik. „Die autonomen Nationalisten haben es super drauf Seiten zu bauen, die grafisch gut aussehen“, sagt der Hamburger Journalist Patrick Gensing, der auf seiner Seite www.npd-blog.info seit Jahren Aktivitäten der rechten Szene ausstellt und kommentiert. Einer der Macher der Neonazis aus dem Ruhrgebiet, Dennis Giemsch, nutzt die erwähnte Plattform außer für die Bohlenwerbung noch für seine eigenen Werbebotschaften: „Resistore“ heißt sein Onlinevertrieb, bei dem man beispielsweise Sturmhauben kaufen kann, Pfefferspray, so genannte Bengalos oder Stahl-Munition für Zwillen, wie sie auch im Einsatz gegen politische Gegner oder die Polizei benutzt wird.
Fließende Grenzen
In keinem Medium sind die Grenzen fließender als im Internet: Nutzer, Anbieter und Werbekunden vermengen sich zu einer virtuellen Masse, in der sich Rechtsextreme freier bewegen können als auf jeder anderen öffentlichen Bühne. Im Netz können sie rekrutieren, agitieren – und über Allianzen mit allen möglichen Unternehmen und gesellschaftlichen Gruppen an der schleichenden Akzeptanz ihrer demokratie- und menschenfeindlichen Einstellungen arbeiten. Der glühende Antisemit Giemsch konnte mit seinem Onlinehandel „Resistore“ sogar das Dortmunder Jobcenter ARGE dazu bringen, den Sturmhaubenverkauf im „Weltnetz“, wie überzeugte Rechtsextremisten das Internet nennen (Email heißt Epost), finanziell zu fördern. Der Onlinevertrieb, auch von Propagandamaterialien und so genannter Rechtsrockmusik, gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen der rechtsextremen Szene. Und so schleppen alle möglichen Menschenfischer aus diesem Milieu das Weltnetz hinter sich her, um Beute zu machen.
Im Sommer dieses Jahres meldete die Initiative Jugendschutz.net, dass sich „Rechtsextreme an ein immer jüngeres Publikum wenden – sie zeigen sich modern und multimedial“. Die Mainzer Zentralstelle der Länder für den Jugendschutz im Internet hatte in ihrem Jahresbericht festgestellt, dass die Zahl rechtsextremer Websites weiter angestiegen ist, und zwar vor allem diesem Trend folgend: „In vielen Fällen sind Szene-Angebote nicht mehr auf den ersten Blick als rechtsextrem zu erkennen: Statt Hakenkreuzen finden sich Symbole aus verschiedenen Jugendszenen, Rassismus wird kaschiert als sozialpolitisches Engagement.“ Dieser Methode ging wohl auch die Firma „Save.TV“ auf den Leim, ebenso das Dortmunder Jobcenter, das zur Bundesagentur für Arbeit gehört. Erst nach einem entsprechenden Medienbericht wurde es auf den Fall aufmerksam, und fordert nun den Förderbeitrag zurück, der längst in die Mobilisierungsaktivitäten geflossen sein dürfte, mit denen Giemsch für den erwähnten jährlichen Neonaziaufmarsch wirbt. Das wiederum mit einer weiteren Internetseite, wie inzwischen an vielen anderen Orten, wo Neonazis mit einem regelmäßig wieder kehrenden Aufmarsch Orte, Gedenktage – und eine zeitweilige Debatte beherrschen wollen. Sie wollen Räume dominieren, Straßen, Plätze – aber eben auch das Internet. Das ist das weltweite Ansinnen von Neonazis.
Keine Grenzen
So unterstützt die erwähnte Gruppe auch die Internetaktivitäten tschechischer Neonazis. Denn das Internet kennt nicht nur keine inhaltlichen Grenzen, sondern erst recht keine Ländergrenzen. Und in den meisten Ländern Europas hinkt das Internet der Entwicklung in Deutschland hinterher. Das Dortmunder Beispiel zeigt deutlich, wie vielfältig Rechtsextremisten das Internet nutzen. Sie sind eine soziale Bewegung, die sich auf dieser Plattform fortbewegt. Wie andere auch. „Das Internet ist halt die günstigste, modernste und weitreichendste Möglichkeit, um Informationen oder Flugblätter zu verbreiten. Jeder nutzt ja das Internet, warum sollten Neonazis das nicht tun?, fragt Gensing. Ihm geht es deshalb vor allem darum, wie man mit Neonazis im Netz umgeht. Problematisch sei deren Wortergreifungsstrategie, mit der sie versuchen über Einträge in alle möglichen Foren Diskussionen in ihre Richtung zu lenken. Viele Moderatoren lassen das unbeteiligt geschehen – aus Unwissen, Faulheit oder Überzeugung.
Auch der sächsische NPD-Fraktionsvorsitzende Holger Apfel ging in diesem Jahr mit dem Weltnetz auf Stimmenfang. Zu Beginn des Jahres startete seine Partei in Sachsen eine Internetoffensive, die insofern erfolgreich war, als dass der rechtsextremen NPD in Sachsen am 30. August erstmals der Wiedereinzug in ein Landesparlament gelang. Die NPD ist dort keine Protestpartei mehr. „Es sind aber vorwiegend die eigenen Anhänger, die eine NPD-Seite – oder eine NPD-nahe Seite anklicken. Außerhalb dieses Spektrums kann man mit dem Internet eigentlich keine Wähler mobilisieren“, resümiert der neu gewählte NPD-Landtagsabgeordnete Arne Schimmer. In der Regel stehen der NPD die Massenmedien nicht offen. Deshalb kommt dem Internet eine besondere Bedeutung zu. Eine der wenigen Plattformen, die sie im Wahlkampf außerhalb der des eigenen Lagers nutzen konnte ist www.abgeordnetenwatch.de. Davon ist Schimmer geradezu begeistert. Fortlaufend haben die Nutzer Fragen an Spitzenkandidat Holger Apfel gestellt, die in seinem Büro – gütlich abgewogen – gerne beantwortet wurden. Auch Parteichef Udo Voigt hat im Bundestagswahlkampf davon Gebrauch gemacht. Bis es den Betreibern der Seite zu viel war: „Da Herr Voigt in seinen Antworten wiederholt gegen unseren Codex verstoßen hat, haben wir im Einvernehmen mit unserem Kuratorium beschlossen, die Frage- und Antwortfunktion in seinem Profil zu deaktivieren”, teilten sie Mitte September mit. Voigt hatte sich unter anderem beleidigend gegen einen CDU-Kommunalpolitiker geäußert, den er als “Plastikdeutscher” bezeichnet hatte – in Anlehnung auf den Personalausweis als Beleg der Staatsbürgerschaft. Die Bundes-NPD reagierte mit einer Frage-Antwort-Funktion an Udo Voigt auf ihrer eigenen Seite. Vergeblich: Bei der Bundestagswahl kam die NPD nicht voran.
Zwar erfuhr die NPD auch bei der Landtagswahl im Saarland eine klare Niederlage. Aber ihr dortiger Spitzenkandidat Frank Franz profitiert dennoch von dem Regionalerfolg in Sachsen. Der Internetprogrammierer kann sich nämlich berechtigte Hoffnungen auf einen kleinen Teil der 13 Millionen Euro machen, die der NPD-Landtagsfraktion in dieser Legislaturperiode nunmehr zusteht. Der ehemalige Zeitsoldat betreibt eine kleine Internetagentur, mit der er vorzugsweise Kunden aus seinem politischen Lager bedient. Auch die Seite des sächsischen Landesverbandes der NPD hat er gestaltet, weiß und grün: In den sächsischen Landesfarben kommt die Partei inzwischen überall daher. Auch die Seite von Holger Apfel hat Franz professionell und unverdächtig gestaltet: Nicht etwa in den traditionellen reichsdeutschen Farben schwarz-weiß-rot – an denen die NPD noch festhält – sondern in orange. Die optische Anmutung solcher Seiten entspricht ganz der Verbürgerlichungsstrategie der Partei. Franz selbst ist mit seinem Profil in den gängigen sozialen Netzwerken –wie Facebook – vertreten, befeuert Youtube regelmäßig mit seinen Videobotschaften, die juristisch abgewogen sind, und er twittert natürlich, wie sämtliche NPD-Spitzenfunktionäre vor den Wahlen.
Jüngste Partei in Deutschland
Die Hamburger Marktforschungsgruppe Nielsen hatte für den August dieses Jahres errechnet, dass es 22.000 twitter-Nutzer in Deutschland gibt. Und immerhin 1,8 Millionen hätten sich auf der Internetseite Twitter angemeldet; fast ein Viertel der registrierten Twitterer seien zwischen 25 und 34 Jahre alt. Genauso wie die meisten Mitglieder der NPD, sonstige rechtsextreme Sympathisanten und Wähler. Denn bislang war die NPD die jüngste Partei in Deutschland, mit einem Altersdurchschnitt von 37 Jahren. Dann kam die Piratenpartei, die es mit ihrem monothematischen Ansatz auf Anhieb runter auf 29 Jahren schaffte – und mitten rein in die rechte Klientel. Zumindest in jenen Teil des rechtsextremen Lagers, das auch über eine gewisse Internetaffinität verfügt. Sowohl auf der Seite des NPD-Landesverbandes, als auch in einem Blog der Piratenpartei wird auf die Seite “gesamtrechts” verlinkt. Diese Seite funktioniert als eine Art Selbstbespiegelung derjenigen Teile der rechtsextremen Bewegung, die an den Weg über die Parlamente an die Macht glauben. Hier tummeln sich auch Nutzer aus der hauchdünnen Schnittmenge zwischen rechtsextremen und rechtskonservativen Kreisen. Interaktive Podcasts von Frank Franz werden hier ebenso angeboten, wie ein Kommentar zur Forderung des Deutschen Lehrerverbandes zur schutzwürdigen Aufnahme der deutschen Spracheins Grundgesetz. Vor allem aber wird hier deutlich, dass sich im Internet die Interessen der Rechtsextremisten mit denen einer anderen – noch viel schneller – wachsenden Bewegung treffen: In der Frage der gesetzlichen Einschränkung des Internets – beispielsweise aus Gründen des Jugendschutzes, vulgo „Internetzensur“. Dazu heißt es in einer der regelmäßigen Kolumnen auf gesamtrechts.tk: „Wenn die deutsche Rechte ihre teilweise doch nicht unmiserable Stellung bei den Jung- und Erstwählern nicht an die Piraten verlieren will, muss sie dieses Thema aufgreifen. Sonst droht ihr nicht nur generell ein unerfreuliches Ergebnis, sondern auch noch der Verlust vieler jüngerer Wähler, für die die Greifbarkeit des weltweiten Datennetzes womöglich schwerer wiegt als die doch eher abstrakte Vorstellung von Volk und Nation. Darum: Werdet rechte Piraten!”
Der anonyme Autor mit guten Kenntnissen aus den innersten Kreisen rechtsextremer Politik ruft also dazu auf, die Piratenpartei zu unterwandern. Ob dieser Versuch bereits erfolgreich war, ist ungewiss – aber alles andere als unwahrscheinlich. Schließlich blenden die Piraten – bislang noch – alle anderen Themen aus, die sich nicht um die Freiheit im Internet drehen. Sie wollen alle Stimmen, die sich ebenfalls für dieses Ziel einsetzen. Nach den Motiven für diesen Einsatz fragen sie nicht. Im Bundestagswahlkampf fielen die Vorsitzenden der Piratenpartei damit auf, dass sie auch um die Leser der „Jungen Freiheit“ warben. Zu denen gehören nachweislich auch viele Rechtsradikale, Neonazis und andere Verschwörungstheoretiker sowie Holocaustleugner. Es drängte sich der Eindruck auf, dass sie sich gegenüber dieser Klientel nicht bewusst abgrenzen wollten.
Krude Allianzen
Und so entstehen im Netz krude Allianzen, verfließen die Grenzen, zwischen den offenkundigen völkischen Positionen der Rechtsextremisten, und der heranwachsenden Internetgesellschaft mit ihrem „neutral point of view“ (NPOV), der bei einer extremen Auslegung das Recht auf eine freie Meinungsäußerung über das Risiko der Diskriminierung stellt – auch falsche Tatsachenbehauptungen finden im Windschatten dieses Prinzips massenweise Verbreitung. Im Internet stehen ideologisch gefärbte Behauptungen und Verschwörungstheorien scheinbar auf Augenhöhe mit der um Wahrheitsfindung bemühten Arbeit eines professionellen Journalismus. Die Piraten finden das gut, die Rechtsextremisten auch. Von deren Seite wird stets ein Meinungsdiktat der so genannten Systemmedien herauf beschworen, das es aber nicht gibt. Viele Anhänger der Internetpartei argumentieren ähnlich; dadurch fühlen sich die tatsächlichen Feinde der Demokratie bestätigt, um nicht zu sagen willkommen geheißen. Die Aufmerksamkeit für die Piratenpartei zeigt, dass der Wettbewerb um die Internetnutzer, auch jetzt – nach der Bundestagswahl – eine der Kampflinien markiert, an denen sich die NPD um ihre Wählerschaft bemüht. Über Parolen gegen Internetzensur.
Siehe auch: Piratenpartei – Reiche Beute, aber kein klarer Kurs, Der Pirat aus dem “Störtebekernetz”, EMI vs. NPD: Vertrieb der “Schulhof-CD” gestoppt, Fundstück: Grinsies unerwünscht! /;0=(, Wird das Internet zum “Weltnetz”?, Rechte Spaßguerilla bei deutscher Wikipedia, Völkische Fantasien eines “altlinken Dorfschulmeisterleins”?, Meinungsfreiheit im “Nationalen Forum Deutschland”, Debatte: Meinungsfreiheit vs. Wortergreifungsstrategie, “Nachrichten” von der NPD Oberschlesien-Niederlausitz: Was taugt Google News?

[...] This post was mentioned on Twitter by Gegen Nazis. Gegen Nazis said: @npdde @claus_cremer Menschenfischer mit Weltnetz: Natürlich nutzen Rechtsextremisten massi.. http://bit.ly/alcxW [...]
“Internet-Zensur”..!?
Ich hoffe doch, dass das folgendes Schreiben NICHT dazu gehört!
Es scheint wieder Politiker zu geben, die zwischen Bürgerrechten und Volksverhetzung nicht unterscheiden können oder wollen … Und Jene, die sich da als “Sachverständige” für das Internet profilieren wollen, sollten wohl erst einmal ihren “Überblick” schärfen …
Wenn möglich, dann bitte ALLE url. stehen lassen und NICHT aus-X`en!
——– Original-Nachricht ——–
Datum: Tue, 06 Oct 2009 18:58:46 +0200
Von: “axel mylius”
An: IS3@bmi.bund.de
Betreff: (informative Weiterleitung) „Wewelsburg-Record“ (NRW) – Die Einbindung des Symbols der sog. „Schwarzen Sonne“ in die Propaganda und die Angebote neonazistischer Anbieter, u.A. die NPD, für Tonträger und sonstige NS-Devotionalien. – Anfrage/Prüfungserbitten an das LKA-NRW, das BKA sowie das Bundesministerium der Justiz (unter internationaler Weiterleitung)
——– Original-Nachricht ——–
Datum: Tue, 06 Oct 2009 18:58:08 +0200
Von: “axel mylius”
An: IS2@bmi.bund.de
Betreff: (informative Weiterleitung) „Wewelsburg-Record“ (NRW) – Die Einbindung des Symbols der sog. „Schwarzen Sonne“ in die Propaganda und die Angebote neonazistischer Anbieter, u.A. die NPD, für Tonträger und sonstige NS-Devotionalien. – Anfrage/Prüfungserbitten an das LKA-NRW, das BKA sowie das Bundesministerium der Justiz (unter internationaler Weiterleitung)
——– Original-Nachricht ——–
Datum: Tue, 06 Oct 2009 18:44:02 +0200
Von: “axel mylius”
An: poststelle@bmj.bund.de
Betreff: „Wewelsburg-Record“ (NRW) – Die Einbindung des Symbols der sog. „Schwarzen Sonne“ in die Propaganda und die Angebote neonazistischer Anbieter, u.A. die NPD, für Tonträger und sonstige NS-Devotionalien. – Anfrage/Prüfungserbitten an das LKA-NRW, das BKA sowie das Bundesministerium der Justiz (unter internationaler Weiterleitung)
——– Original-Nachricht ——–
Datum: Tue, 06 Oct 2009 18:43:12 +0200
Von: “axel mylius”
An: info@bmj.bund.de
Betreff: „Wewelsburg-Record“ (NRW) – Die Einbindung des Symbols der sog. „Schwarzen Sonne“ in die Propaganda und die Angebote neonazistischer Anbieter, u.A. die NPD, für Tonträger und sonstige NS-Devotionalien. – Anfrage/Prüfungserbitten an das LKA-NRW, das BKA sowie das Bundesministerium der Justiz (unter internationaler Weiterleitung)
——– Original-Nachricht ——–
Datum: Tue, 06 Oct 2009 18:42:26 +0200
Von: “axel mylius”
An: info@bka.de
Betreff: „Wewelsburg-Record“ (NRW) – Die Einbindung des Symbols der sog. „Schwarzen Sonne“ in die Propaganda und die Angebote neonazistischer Anbieter, u.A. die NPD, für Tonträger und sonstige NS-Devotionalien. – Anfrage/Prüfungserbitten an das LKA-NRW, das BKA sowie das Bundesministerium der Justiz (unter internationaler Weiterleitung)
——– Original-Nachricht ——–
Datum: Tue, 06 Oct 2009 18:39:22 +0200
Von: “axel mylius”
An: landeskriminalamt@polizei.nrw.de
Betreff: „Wewelsburg-Record“ (NRW) – Die Einbindung des Symbols der sog. „Schwarzen Sonne“ in die Propaganda und die Angebote neonazistischer Anbieter, u.A. die NPD, für Tonträger und sonstige NS-Devotionalien. – Anfrage/Prüfungserbitten an das LKA-NRW, das BKA sowie das Bundesministerium der Justiz (unter internationaler Weiterleitung)
An das
Landeskriminalamt des Landes
Nordrhein-Westfalen
landeskriminalamt@polizei.nrw.de
Bundeskriminalamt
info@bka.de
Bundesministerium der Justiz
info@bmj.bund.de
poststelle@bmj.bund.de
Axel Mylius
Schwarzmeerstr. 25/714
10319 Berlin
Tel.: (030) 513 87 82
a.mylius@gmx.net
Berlin, den 6. Oktober 2009
Betreff:
„Wewelsburg-Record“
http://wewelsburg-rec.com/
http://www.wewelsburg-rec.com/laden/shop_content.php?coID=4&XTCsid=eb85c650e3eef9f3f94e7e5d3d1acd02
Bezug:
Die Einbindung des Symbols der sog. „Schwarzen Sonne“ in die Propaganda und die Angebote neonazistischer Anbieter, u.A. die NPD, für Tonträger und sonstige NS-Devotionalien, u.A.:
http://www.versand-der-bewegung.de/shop/product_info.php?info=p115_t-hemd-nordischer-stolz.html
http://www.versand-der-bewegung.de/shop/product_info.php?info=p122_t-hemd-der-mythos-der-wewelsburg.html
(“Nordischer Stolz – Meine Heimat, mein Erbe, mein Auftrag!”)
http://www.ds-versand.de/index.php?cat=c115_Schwarze-Sonne.html&XTCsid=uiopi2m3990boj9oghu8cij760
http://www.ds-versand.de/advanced_search_result.php?keywords=Wewelsburg
__________________________________
Sehr geehrte Damen und Herren,
Angesichts der Angebote unter http://wewelsburg-rec.com/ bitte ich um die Sichtung und Auswertung des kompletten Sortiments unter:
http://www.wewelsburg-rec.com/laden/index.php?cat=c2_CDs-National.html
http://www.wewelsburg-rec.com/laden/index.php?cat=c3_CDs-International.html
http://www.wewelsburg-rec.com/laden/index.php?cat=c31_CD.html
http://www.wewelsburg-rec.com/laden/index.php?cat=c32_LP—EP.html
http://www.wewelsburg-rec.com/laden/index.php?cat=c4_Vinyl.html
http://www.wewelsburg-rec.com/laden/index.php?cat=c38_LP—Neu.html
http://www.wewelsburg-rec.com/laden/index.php?cat=c39_EP—Neu.html
http://www.wewelsburg-rec.com/laden/index.php?cat=c33_Lesestoff.html
http://www.wewelsburg-rec.com/laden/index.php?cat=c6_SONDERANGEBOTE.html
Im Geamtkontext aller Angebote bitte ich zu prüfen, ob unter dem Signum der sog. „Schwarzen Sonne“ Angebote erfolgen, die sich anhand ihrer Inhalte explizit an einem Leitsymbol der SS/Waffen-SS anlehnen und/oder orientieren, siehe dazu u.A.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Sonne
http://www.encyclopaedia-germanica.org/de/index.php/Bild:Schwarze_Sonne_Wewelsburg.jpg
Da das Symbol der „Schwarzen Sonne“ ursprünglich kein Symbol ist, das durch die Nationalsozialisten für ihre Propaganda geschaffen wurde, muß ich angesichts der Angebote und dem sich Berufen bzw. Beziehen auf die „Wewelsburg“ davon ausgehen, dass sich der Anbieter des Versands explizit auf den sog. „SS-Obergruppenführer-Saal“ beruft, und somit seine Angebote DIREKT in den Kontext der SS-Mythologie/Anthropologie stellt, die als „geistige“ Grundlage für ALLE Vernichtungtheoriee der SS/Waffen-SS fungierten. Jenes Symbol wurde speziell durch Heinrich Himmler und die SS als „Synonym“ für ihren Rassenwahn mißbraucht und ummystifiziert.
Sofern also die o.g. Angebote (in Form von Tonträgern usw.) unter dem Zeichen der „Schwarzen Sonne“ vertrieben werden, muß ich zwangsläufig den Anfangsverdacht äußern, dass die mit dem Vertrieb einhergehende Propaganda sich an SS-Bestrebungen ausrichtet und unter aktualisierten Bedingungen erneut zu einem aggressiv-kämpferischen Handeln im Sinne und „Geiste“ der SS auffordert. Die Angebote, speziell die Tonträger, lassen keinen Zweifel an der Heroisierung von SS und Wehrmacht, ihrer Kriegsführung etc. Darüber hinaus werden martialisch gewaltverherrlichende CD‘ s angeboten, die grundsätzlich im Kontext der Überbetonung „der weissen Rasse“ stehen und somit zwangsläufig das Existensrecht anderer Ethnien nicht nur anzweifeln, sondern darüber hinaus zu einem stilisierten „Überlebenskampf“ der „Weissen Rasse“ aufstacheln. Das Vermitteln dieser Inhalte erachte ich als Verfassungsfeindlich, Verfassungswidrig, und darauf ausgerichtet, Zielsetzungen und Bestrebungen ehemaliger nationalsozialistischer Organisationen unter aktualisierten Bedingungen fortzuführen, und somit letztendlich für Strafrelevant.
Auch bei weiteren Anbietern, u.A. dem sog. „Sturmversand 24“ („Versand der Bewegung“), unter Ägide der NPD, kommt es zum Verkauf von Textilien, auf dem unter dem Aufdruck einer „Schwarzen Sonne“ propagiert wird, Zitat: „Meine Heimat, mein Erbe, mein Auftrag!“
http://www.versand-der-bewegung.de/shop/product_info.php?info=p115_t-hemd-nordischer-stolz.html
http://www.versand-der-bewegung.de/shop/product_info.php?info=p122_t-hemd-der-mythos-der-wewelsburg.html
Hinsichtlich des Anbieters „Wewelsburg-Record“ ersuche ich somit gegenüber den zuständigen Stellen um die Prüfung, ob die benannten Angebote einen nationalsozialistischen Hintergrund haben, ob es zu Verherrlichungen der Truppenkontigente des „III. Reiches“ kommt, ob (im Gesamtkontext der Angebote) Überbetonungen und/oder Verherrlichungen einer „nordisch-völkischen Volksgemeinschaft“ vorliegen, ob es zu einer Gewaltverherrlichung des Zweiten Weltkrieges kommt, und ob diese Gewaltverherrlichung im Zusammenhang mit geschichtsrevisionistischen Aussagen („Präventivkrieg“/“Verteidigungskrieg“) steht. Ich bitte somit zu klären, ob eine Volksverhetzung, Jugendgefährdung o.Ä. vorliegen, die aus Sicht der Polizei den Anfangsverdacht auf Straftaten, speziell neonazistische Propagandadelikte, zulassen. Sofern dies der Fall seien sollte, bitte ich um die Einleitung der erforderlichen Schritte.
An das Bundesministerium der Justiz ergeht meine Anfrage, an welche Stelle ich mich wenden kann, wenn ich der Auffassung bin, dass das Symbol der „Schwarzen Sonne“ verboten gehört, wenn es IM KONTEXT NEONAZISTISCHER BESTREBUNGEN (sofern lokalisiert) als „Chiffre“ für identitätsstiftende Aktivitäten im erneuten „Geiste“ des Nationalsozialismus, speziell der SS/Waffen-SS, fungiert: es somit also für neonazistische Aktivisten zu einem Leitsymbol wird.
Da „Wewelsburg-Record“ keine Ausnahme ist, zeige ich diverse Anbieter auf, die sich GLEICHFALLS des Symboles bedienen und ihm u.A. ganze Rubriken widmen:
http://www.front-records.com/onlineshop/sonstiges/buttons/index.php
http://www.schwarzesonneversand.de/
http://asgardversand.net/netzladen/index.php
http://odin-versand.net/product_info.php/info/p1510_Button—Schwarze-Sonne.html
http://www.rock-o-rama.net/catalog/product_info.php?products_id=1942
http://www.rocknord24.com/shopneu/catalog/index.php?cPath=113
http://www.hatestore.de/shop2/de/dept_7.html
http://www.streetfightversand.de/eshop/product_info.php?info=p2035_Kettenanhaenger-Schwarze-Sonne-gro-.html
http://www.widerstand-weiden.de/
http://www.unseremusik.de/
http://www.resistore.net
http://www.wotan-versand.de
http://www.sturmversand24.de/
http://www.nordsachsen-versand.com
http://zum-thingplatz.com
http://www.germaniaversand.de
http://www.4uvinyl-versand.de/
http://www.front-records.com/
http://gjallarhorn-klangschmiede.com/
http://www.levensboom.de/
http://pc-records.de/
http://www.wolfszeit.net/
http://www.support-wear.com/
http://sleipnir-shop.de/
http://www.streetfightrecords.com
http://www.strikeback-versand.de.vu/
http://www.whitenoise-records.com/shop/
http://www.streetwear-tostedt.de/
http://www.nordicflame.de/
http://www.untiltheend-records.com/Shop/
http://www.enos24.de/
http://www.xtc.enos24.de
http://rocknord.net/cms/orion/portal.php
http://oldschool-records.de/
http://www.aryan88.com/
http://www.nmv-versand.de/
http://cc-records.net/
http://www.consdaple.de/shop/catalog/impressum.php
http://www.wikingerversand.de/
http://www.opf-versand.com/
http://www.lykantropen-versand.de/
http://www.eok-versand.eu/versand/
http://fk-versand.de/cds/index.php
http://ttv88.de/
http://www.v7versand.com/shop
http://www.nationalversand.de/
http://www.crimestore.de
http://www.skrewdriver88.de
http://www.racords.de/
http://www.multiplex-musica.de/
http://ssl.kundenserver.de/www.rdn33.com/rdn.html
http://www.nw-versand.de
http://www.underground-music.info/
http://www.oikrach.com/
http://www.ecc-rostock.de/
http://www.rebel-records.com
http://www.rdn33.com/rdn33/index.php
http://www.opos-records.de/
http://www.wol-halle.com/assets/s2dmain.html?http://www.wol-halle.com/index2.html
http://www.sb-versand.org/
http://www.z-versand.de/
http://www.womansresist.de/
http://www.wewelsburg-rec.com/
http://www.west-versand.com/
http://www.wbversand.com/
http://www.viking-thunder.de.vu
http://www.rr-versand.de/
http://www.odinseye.de
http://www.maxh8.de/
http://www.last-resort-store.de/
http://www.spreegeschwader.com/
http://www.Heimdall-Shop.com/
http://www.h8store.com/
http://www.hate-hate.com/
http://www.frontmusik.de/
http://www.ez-versand.de/
http://www.ruf-des-nordens.com/
http://www.2yt4u-records.com/
http://hatefactory.de/
Sollten die dafür zuständigen Stellen innerhalb der Angebote der o.g. Anbieter strafrelevante Aspekte lokalisieren, bitte ich gleichfalls um die Einleitung der erforderlichen Schritte.
Bezüglich „Wewelsburg-Record“ möchte ich energisch darauf verweisen, dass ein deutliches Impressum vorliegt und ich die grundsätzlichen Bestrebungen (gerade durch den Verkauf derartiger Angebote) für Straftaten i.S.d. § 130 StGB ansehe. Da das Symbol der „Schwarzen Sonne“ WÄHREND der Zeit des Nationalsozialismus, und speziell durch die SS, ein Sinnstiftendes Signum wurde, das per Weisung durch Heinrich Himmler als Ornament in den Boden des „SS-Obergruppenführer-Saal“ eingelassen wurde, erfolgt überdies meine Anfrage an das BMJ hinsichtlich einer evtl. Zuordnung des Symbols zum Paragraph 86a StGB (sofern es im benannten Kontext dargeboten wird). – Zu beiden Prüfungserbitten bzw. Anfragen hätte ich bitte einen Hinweis auf Kenntnisnahme seitens der zuständigen Stellen.
Mit freundlichen Grüßen
A. Mylius
__________________________________
Die Seite “gesamtrechts.tk” führt auf eine Werbeseite, und nicht auf das von ihnen angestrebte gesamtrechts.wordpress.com bzw. das gesamtrechts.net. Es wäre sinnvoll es zu ändern, sonst würden zu viele Leute auf diese Werbeseite zugreifen. Das kann nicht ihr Ziel sein und ihre Argumente wären leer.
Mit freundlichen Grüßen, ein ungesundes amerikanisches Essen!
Danke, Hamburger!
Die Liste ist nicht mehr allzu frisch – im Gegensatz zum guten alten FastFood
Alles Aktuelle geht soundso an die Polizei, und die Auflistung sollte “lediglich” einen kleinen “Querschnitt” aufzeigen. Würde man alle deutschen NS-Seiten mit Wewelsburg-Bezug in den Blog stellen, so würde dieser platzen.
Mach` dir also keine Sorgen über einen gebrochenen Link, ne` gesperrte Seite etc. Hier! – Kriegst` nen Pott Majo!
Sorry, vor lauter Empörung über das Internet hat der Autor vergessen zu schreiben, was er eigentlich nun kritisiert.
Wird Save.TV von Rechtsextremisten betrieben? Oder ist auf Save.TV eine Werbeanzeige von Rechtsextremisten gelaufen? Oder betreibt Save.TV einen Adserver, der auch von einer rechtsextremen Seite genutzt wird?
[...] http://npd-blog.info/2009/10/06/menschenfischer-mit-weltnetz/ a few seconds ago from Spaz [...]
Man kann zwischen den Zeilen fast spüren, wie bemüht der Autor ist, eine Verbindungslinie zwischen Piratenpartei (PP) und Neonazis zu ziehen, um dann “krude Allianzen” beider “Gruppen/Szenen” als Fazit anzubieten. Dem Leser soll dann wohl der Schrecken in die Glieder fahren und er davon absehen, die Piratenpartei zu wählen (immerhin 2% bei der BTW) – auch eine Art Wahlkampfhilfe. Der Jugendliche, der mittlerweile im “Netz zu Hause” ist, soll doch lieber wieder auf die alten, saturierten, auf jugendlich getrimmten, aber sich der jugendlichen Lebenswirklichkeit entfremdeten Wahlangebote zurückgreifen: Grüne, Linke, SPD. Letztere biederten sich angesichts des Erfolgs der PP mit einer eigenen Internetkampagne an: “Piraten in der SPD”. Es ging schließlich um Wähler – jeder hatte es aber gemerkt: Erst im Bundestag Zesurgesetze durchwinken, dann Opposition im Piratenkostüm spielen: Glaubwürdigkeit sieht anders aus (oder waren das auch bereits Rechtsextreme im Tarnkostüm, die sich bei der SPD eingeschleust hatten? Wer weiß!). Die PP ist lästig, sie ist ein neues Politexperiment, das nicht vereinnahmt werden will, nicht geschlossene Ideologien sollen vermittelt werden, sondern man will sich konkret auf ein Thema konzentrieren, das jeden Internetnutzer zu recht bewegt: Die Überwachung des Netzes durch den Staat, Zugangsbeschränkungen etc. Dass dies rechte, linke, unpolitische, liberal eingestellte Menschen in einer Partei zusammenführt und politische Lagergrenzen (Bretter vor den Köpfen) überwindet, ist ein Segen und eine Frischzellenkur für die Demokratie. Der Gewinn entsteht alleine schon daraus, dass diese Menschen über das genannte Thema in Dialog treten – von unschätzbarem Wert. Dass Linke das enorm ärgert, sie nun zurückschiessen und die PP wo es nur geht diskreditieren und in einer linke Einheitsfront pressen wollen, ist angesichts des möglichen “Diebstahls” junger, noch ideologisierbarer Jugendlicher verständlich. Dieser Beitrag ist in diese “Kampfeslinie” einzuordnen. Auch eine “krude” Allianz.
[...] via NPD-BLOG.INFO » Blog Archive » Menschenfischer mit Weltnetz. [...]
@Regor.
Ihre Ausführungen sind geradezu ein Genuss! – Ich würde mir wünschen, dass alle Bürger so ungeheuer immanent demokratisch sind …
Mir gelingt das leider nicht immer, da ich mich nicht der “Bürgerrechtsoffensive” der “Piraten” anschließen kann. – Ich halte es da eher mit den Aussagen, dass das Internet “der größte Tatort der Welt ist”. – Dass verspielte “Twitter”-Nerds und harmlose “Facebook”-Kids dies anders sehen, sei ihnen gegönnt.
p.s. “Die Linken” wettern gegen die PP? @regor, ich denke Sie verwechseln da etwas. Für die FDP ist doch u.A. jene vorgebliche “Internet-Zensur” das “Zeichen” einer angeblich “übersteigerten PP”…, ja sehen Sie denn keine Talk-Shows?
Apropos Talkshow: Heute Abend wird auf der ARD über Sarrazin diskutiert – vielleicht lernen wir da etwas über jene PP, vielleicht auch etwas über das “neue” deutsche “gesunde Volksempfinden”?
http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/sendungen/2009/20091007.php5?akt=1
Leser der JF: >>Zu denen gehören nachweislich auch viele Rechtsradikale, Neonazis und andere Verschwörungstheoretiker sowie Holocaustleugner. Es drängte sich der Eindruck auf, dass sie sich gegenüber dieser Klientel nicht bewusst abgrenzen wollten<<.
Es ist schade, dass man immer wieder in die Mottenkiste greifen muss, tatsächlich wurde dem VS NRW untersagt, die JF weiter im VS-Bericht zu erwähnen, die Beobachtung als "verfassungsfeindlich" war unrecht. Es ist natürlich geschickt formuliert, denn wer kann schon nachweisen, dass sich unter den Lesern (rund 25.000) der JF KEINE Neonazis und Holocaustleugner befinden. Ich könnte genauso behaupten unter den Lesern der "Konkret" und der "Welt" befinden sich Holocaust-Leugner, Pädophile, Trickbetrüger und Anhänger des Diktators Pol Pot. Bei Zehntausenden ist das durchaus möglich. Ich glaube: so kann man eine kritische, auch sehr kritische Auseinandersetzung nicht führen, wenn man als Journalist glaubwürdig bleiben will.
Auch die letzte Behauptung ist falsch, verdächtig ist bereits die Formulierung "es drängte sich der Eindruck auf" (bei wem? Bei Ihnen? Was für ein Wunder!). Tatsächlich grenzte sich der PP-Mann in der JF deutlich vom Rechtsextremismus ab. Solange er das gleiche gegenüber dem Linksextremismus tut, der sich mit Zuckerbrot und Peitsche der PP nähern will – bleibt die PP für mich das interessanteste politische Projekt seit langem.
Ich kann ja verstehen, dass man der PP mit Mißtrauen begegnet, aber was zurzeit auch im "Störungsmelder" läuft – ist eine Kampagne, die über das Ziel hinaus schießt, und teilweise die Grenze zur Verleumdung bereits überschritten hat.
@A.Mylius Danke für die Blumen!
Ich denke, dass Thema “Internetzensur” wäre ohne die PP völlig untergegangen, dabei gibt es durchaus beunruhigende Entwicklungen: Vorratsdatenspeicherungen (die alle unter Verdacht stellt), Bundestrojaner. Solche Daten werden von Stellen ausgewertet, die durchaus “Geheimdienstcharakter” haben – die Kontrolle des Parlaments ist nicht immer gegeben, auch auf die Rechtsstaatlichkeit kann man sich nicht immer verlassen. Beispiel: Jeder weiß, dass ein Durchsuchungsbeschluss (eigentlich erforderlich: Prüfung und Gehehmigung durch einen Richter) heute in 99% der Fälle ohne diese ausgestellt wird, im Grunde als “Blanko”. Sicher nicht dramatisch – aber was ist, wenn sich ähnliches Gebahren beim Umgang mit Bundestrojaner und der Ausspähung von Email-Daten einschleicht? Wer diese Macht, unkontrollierte Macht hat, benutzt sie auch… das Thema wäre ohne die PP völlig untergegangen… jetzt steht es in der Diskussion. Was ist daran auszusetzen?
die bräsige Abwertung der PP-Mitglieder als “Nerds” ist eigentlich nur noch peinlich… und: völlig realitätsfremd. Die Piraten, die ich im Wahlkampf getroffen habe, waren fast alles Akademiker, sie konnten mir ihr Anliegen eloquent und kenntnisreich vermitteln, sie wußten von was sie redeten – das hob sie schonmal wohltuend von den üblichen Infostand-Stehern von SPD und CDU ab, die in erster Linie Kulis und “beste Grüße” verteilen wollten.
@Regor
Sorry, Sie meinten ja die “Piraten Partei” (PP) – und nicht die “political correctness” (PC). Ist aber letztendlich Wurscht, da es der PP, nebst FDP, ja um die Aufweichung der PC geht… Thema also nicht ganz verfehlt. Nochmals Sorry!
Dennoch bleibt Ihr Eintrag immanent demokratisch.
[...] ist in der Tat so in der zitierten Textpassage nachzulesen. Dass diese Passage auch von NPD-Info.net falsch gelesen wurde, und vielleicht vom taz-Autor nur übernommen wurde, lindert den Schmaden [...]
Ich sehe es auch so, dass der Autor ein wenig arg in seiner Empörung gefangen ist. Allerdings ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Piraten bisher noch nicht so richtig gezeigt haben, wie sie mit menschenfeindlichem Gedankengut im und außerhalb des Netzes umgehen wollen. Das Gerede von “Postideologie” und “Wir sind gegen Extremisten” zeigt das ja mehr als deutlich. Es fehlt da noch aktive Auseinandersetzung, es reicht eben nicht ins Parteiprogramm zu schreiben “wir sind gegen Rassismus usw.”.
Turtle (Pirat)
[...] ist in der Tat so in der zitierten Textpassage nachzulesen. Dass diese Passage auch von NPD-Info.net falsch gelesen wurde, und vielleicht vom taz-Autor nur übernommen wurde, lindert den Schmaden [...]
[...] ist in der Tat so in der zitierten Textpassage nachzulesen. Dass diese Passage auch von NPD-Info.net falsch gelesen wurde, und vielleicht vom taz-Autor nur übernommen wurde, lindert den Schaden [...]
@regor
Ich denke, dass wir eigentlich am Thema, sowie aneinander, vorbei schreiben. Mir geht es nicht um Bundestrojaner und Vorratsdatenspeicherungen, sondern um das sog. “Monitoring” durch die dafür zuständigen Stellen. – Und dieses Monitoring kann ich nicht als Einschränkung von Bürgerrechten ansehen, da es auf einen Anfangsverdacht (einer Straftat/in Vorbereitung etc.) hin geschieht und sich ausschließlich auf öffentliche Quellen beschränkt. – Ich plädiere so gar für ein verstärktes Monitoring des Internets.
Was die Vorratsdatenspeicherungen anlangt, so habe ich persönlich dazu ein vollkommen unverkrampftes Verhältnis, da es mich prinzipiell nicht interessiert, wer, wann, wo und warum der Ansicht ist, Daten über mich anlegen zu müssen. – Wer daüber hinaus Fragen an mich hat, kann sich auch durchaus an mich wenden. Ich bin auch einer jener Menschen, die KEINE Schwierigkeiten damit haben, Fragebögen auszufüllen, auch wenn ich weiß, dass ich anschließend ne` Menge Werbe-Spam oder Post bekomme; auch wenn ich weiß`, dass Marketing-Abteilungen Psychogramme erstellen, um ihre Ware an den Mann oder die Frau zu bringen. Na dann sollen sie doch – denn durch so etwas sehe ich meine Freiheit nicht eingeschränkt.
… Und allein der “Umstand” ein “Akademiker” der PP. zu seien, sagt erst einmal NICHTS aus, oder besser geschrieben: Es ist KEIN Garant dafür, nun die demokratische Lauterkeit in Person zu seien. Ich halte auch die PP. übrigens nicht für Naiv, sondern für überaus berechnend. Da kommen wieder “Welche” daher, die es ungeheuer “demokratisch” finden, keine “Berührungsängste” zu haben:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,649770,00.html
http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=45414099&blogId=510120605
http://forum.piratenpartei.de/viewtopic.php?f=124&t=11566
Im Gesamtkontext der Aussagen der “JF” und ihrem NS-”intellektuellen” Anhang, sowie der “verschwommen” deklarierten Zielstellungen der PP., habe ich keine Fragen mehr… – Ich würde auch mit dieser “Art” Akademiker nicht verkehren wollen, und hoffe dies war deutlich genug formuliert.
[...] ist in der Tat so in der zitierten Textpassage nachzulesen. Dass diese Passage auch von NPD-Info.net falsch gelesen wurde, und vielleicht vom taz-Autor nur übernommen wurde, lindert den Schaden [...]
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