Leipzig: Neonazis verletzen linken Fußball-Fan schwer

Militante Neonazis haben am 04. Oktober Fußball-Fans der BSG Chemie Leipzig überfallen. Wie die „Arbeitsgruppe zur Dokumentation von Diskriminierung und rechter Gewalt im Umfeld der Leipziger Fußballfanszene“ berichtet, seien die Angreifer um einen NPD-Funktionär bewaffnet gewesen. Ein Anhänger der BSG Chemie musste schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert und notoperiert werden.

Im Anschluss an das Kreisklassespiel zwischen der BSG Chemie und dem SSV Kulkwitz hatte sich den Angaben zufolge eine Gruppe von 15 bis 20 Neonazis an einer Tankstelle gegenüber dem Stadion formiert. Die aus dem Umfeld von NPD und „Freien Kräften“ stammenden Täter griffen demnach die Chemie-Fans mit Pfefferspray, Holzknüppeln, abgebrochenen Glasflaschen und Eisenstangen an. Im Zuge des Angriffs wurde ein Chemie-Fan gezielt von einem Pkw der Täter mit einer Geschwindigkeit von etwa 40 km/h angefahren. Das Opfer, das zunächst in die Luft geschleudert und zu Boden gestürzt war, konnte anschließend seine rechte Körperseite und seinen Rücken nicht mehr spüren. Im Krankenhaus musste sich der Angefahrene einer Notoperation unterziehen. Er trug schwere Knieverletzungen davon und kugelte sich eine Schulter aus.

Zur Tatzeit gegen 17:10 Uhr waren den Angaben zufolge keine Polizeikräfte mehr vor Ort. Die Angreifer flüchteten unmittelbar nach dem Vorfall in mehreren Pkw. Wenig später wurden dem Bericht zufolge zwei der Fahrzeuge vor dem NPD-Zentrum in der Odermannstraße gesichtet. Als Täter identifizierten Augenzeugen einen NPD-Kader sowie extrem rechte Hooligans von Lok Leipzig.

Lok: Nicht unsere Fans

Der Verein will damit nichts zu tun haben. Steffen Kubald, Vorsitzender des FC Lok Leipzig, sagte laut Leipziger Volkszeitung, dass die Täter nicht aus dem Umkreis seines Vereins stammen. „Das hat mit unserem Verein nichts zu tun“, so Kubald. „Das ist eine Auseinandersetzung zwischen rechts und links.“ Selbst dass es sich bei den Neonazis um Lok-Anhänger handeln soll, wies der Verein aus Probstheida entschieden zurück. „Das sind Personen, die bei uns seit 2007 Hausverbot haben“, so Kubald. Seit Februar 2007 versuche der Club, mit Haus- und Stadionverboten gegen die Unterwanderung von rechts vorzugehen, berichtet Kubald. So hat Lok die Fangruppierungen „Crime Boys“ und „Blue Caps“ verboten, da sie „den Verein unter dem Deckmantel einer Fan-Gruppierung anhaltend als Plattform politisch rechtsextremer Ideologien ausnutzen und missbrauchen“, so eine Mitteilung des FC Lok. Für die NPD und deren Werber gebe es „ganz klar keinen Zutritt“.

Siehe auch: Sachsen: Lok-Fanclub unterstützt Neonazi-Demonstration

5 thoughts on “Leipzig: Neonazis verletzen linken Fußball-Fan schwer

  1. Zitat von OILE:
    „Wenn ihr kein Mord/Totschlag auf den Strassen haben wollt,wählt NATIONAL, so das man beruhigt, auch in der Dunkelheit einen Abendspaziergang geniessen kann.
    Anarchie,nein Danke!!!“

    Ich denke dieser Vorfall zeigt ziemlich deutlich, wie es um die „Sicherheit“ in einem „nationalen“ Deutschland bestellt wäre.

Comments are closed.