Hessen: Erneut Neonazi-Attacke / Urteil gegen Wöll bestätigt

Erneut haben Neonazis im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis Andersdenkende attackiert. Vor einer Kneipe in Schwalmstadt-Treysa, die als Treffpunkt von Linken bekannt ist, wurden der 38-jährige Wirt und zwei Gäste zusammengeschlagen. Der Vorfall ereignete sich bereits am 27. September, wurde von der Polizei aber erst jetzt auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mitgeteilt. Nach Angaben der Opfer habe sich die achtköpfige Gruppe der Angreifer frühmorgens vor der Gaststätte aufgehalten, sagte Polizeisprecher Reinhard Giesa. Als ein 23-Jähriger die Kneipe verließ, hätten sie unvermittelt auf ihn eingeschlagen. Auch der Wirt und ein 32-jähriger Gast, die dem Mann zu Hilfe geeilt seien, hätten Schläge und Tritte gegen Brust und Kopf einstecken müssen.
Die Schläger seien von den Zeugen zwar nicht erkannt, aber „aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbilds der rechten Szene zuzuordnen“. So habe der auf 18 bis 20 Jahre geschätzte Haupttäter schwarz-weiß-rote Hosenträger sowie ein schwarzes T-Shirt mit einer eichenlaubumkränzten „88“ getragen. Der Staatsschutz wolle den Opfern nun Fotos von einschlägig bekannten Rechtsextremen aus der Region vorlegen, um die Angreifer identifizieren zu können, berichtet die FR weiter. Im Schwalm-Eder-Kreis hatte eine Kameradschaft immer wieder Andersdenkende angegriffen. Zudem war der Neonazi-Kader Kevin S. dort aktiv.
Urteil gegen Ex-NPD-Landeschef bestätigt
Zudem berichtet die Frankfurter Rundschau, das Oberlandesgericht Frankfurt habe die Revision des Urteils gegen den früheren NPD-Landesvorsitzenden und Wetterauer Kreistagsabgeordneten Marcel Wöll abgelehnt. Wöll war wegen Volksverhetzung vom Amts- wie auch vom Landgericht zu vier Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden. Er hatte in einer Kreistagssitzung Schülerfahrten nach Auschwitz als „Gehirnwäsche für Jugendliche“ bezeichnet und von „Stätten sogenannten nationalsozialistischen Terrors“ gesprochen.

3 thoughts on “Hessen: Erneut Neonazi-Attacke / Urteil gegen Wöll bestätigt

  1. Die NPD sieht in einem Artikel zu einem anderen Ereignis gerade übrigens nur „rechtsextreme Pseudogewalt“. Damit gibt es wohl auch nur Pseudo-Opfer. Und verurteilte NPD-Mitglieder sind demnach pseudo-vorbestraft. Warum auch nicht? Die NPD ist ja nur eine Pseudo-Partei.

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