Nach der Bundestagswahl: Benennt sich die NPD um?

Nach dem schwachen Abschneiden bei der Bundestagswahl wird in der NPD offen über eine Umbenennung der Partei diskutiert. Der NPD-Landeschef von Sachsen-Anhalt, Matthias Heyder, schreibt dazu, der „Denkansatz zur Umbenennung der NPD, bei gleichzeitigem Verschwinden der „Klientelparteien“ NPD und DVU, ist ein erster guter Schritt. Wir müssen glaubhaft einen neuen Weg gehen.“ Die NPD müsse sich bewegen und offener sowie moderner werden. Sie sollte diesen neuen Anspruch auch durch einen neuen Namen nach außen bekunden, fordert Heyer, der wohl erkannt hat, dass ohne Erfolge im Westen ein Einzug in den Bundestag für immer utopisch sein wird. Und der Name NPD ist „verbrannt“.

Schön des Öfteren haben extrem rechte Strategen neidisch auf die Erfolgsgeschichte der Linkspartei geschielt. Einige glauben offenbar ernsthaft, sie könnten diesen unter dem Label „Die Rechte“ einfach kopieren. Heyder schwebt aber mitnichten eine demokratisierte Rechte vor, er steht einem ultraradikalen Landesverband vor und bezieht sich auf ein Diskussionspapier von JN-Chef Michael Schäfer: „Nach langer Debatte mit meinem Stellvertreter sind wir zu der Entscheidung gekommen, den vom JN-Bundeschef Michael Schäfer eingebrachten Diskussionbeitrag zur Modernisierung und Ausgabendifferenzierung der NPD zu unterstützen.“

“Taktik im Stile von Hitlers SA-Terror”

Ob Heyder wirklich „Ausgaben-“ und nicht „Aufgabendifferenzierung“ meinte, ist unklar. Schäfer hatte unter anderem beim Bundesparteitag ein neues “Aktionsmodell” vorgeschlagen. Er wünsche sich die NPD als einen Wahlverein, der ein bürgerliches Image wahre und sich an das entsprechende Klientel wende. Seine Nachwuchsorganisation JN dagegen soll sich nach Vorstellungen Schäfers in Zusammenarbeit mit den als besonders gewaltbereit geltenden “Freien Kameradschaften” der “Ausländerkieze” und der “Kieze der Linken” in den Großstädten widmen. Diese wolle man handgreiflich “knacken”, schlug Schäfer demnach unter Beifall der Delegierten vor. Sitzungsteilnehmer bewerteten dies als eine neue “Taktik im Stile von Hitlers SA-Terror”.

Siehe auch: “NPD-SA” lädt zur Horst-Wessel-Gedenkveranstaltung – Anzeige wegen Volksverhetzung, NPD in Sachsen-Anhalt radikalisiert sich weiter, Die NPD und die Gewalt: JN-Chef Schäfer propagiert offenbar neue SA

5 thoughts on “Nach der Bundestagswahl: Benennt sich die NPD um?

  1. „different name, same shit“

    aber die vorstellung sog. linke gegenden und „ausländerkieze“ mit gewalt zu brechen ist zZ. einfach vollkommen utopisch. in gegenden im osten, wo sowieso schon ein größter teil der jugend (der politisch ist), eindeutig rechts ist, haben sie auch ohne jeglichen kampf ihre „national befreiten zonen“. doch wie war das noch? die größten rassisten sind doch bekanntlich die, die noch nie irgendwelche fremden gesehen haben.

    natürlich gibt es in nicht wenigen städten in der brd (auch im westen) gegenden, wo die nazis durch terror auf der straße auffallen. mir bekannte beispiele dürften vor allem dortmund und kiel sein. aber gegenden anzugreifen, in denen ein ganz anderes milieu das straßenbild formt, sind einfach utopisch. ich stelle mir mal vor, die würden probieren hier in hamburg außerhalb der vororte rumzustänkern, wäre die hölle los. es ist zwar leider so, dass es wirklich zonen in der brd gibt, wo wirklich rechtsextremisten macht ausüben. aber linke oder gar migrantenbezirke „angreifen“ zu wollen, würde komplett böse enden. in billstedt, der schanze oder im karoviertel müsst die polizei sie eher vor (zu vielen) knochenbrüchen retten, wenn sie da alleine schon offen als nazibande rumlaufen.

  2. oO ganz deiner meinung „name“

    hier in HH hätten sie zumindest keine chance….. wie man am 1. Mai vor 2 jahren gesehen hat xD

    aber sehr erschreckend, dass sone aussagen wie von schäfer auchnoch dick beifall ernten (die denken also warscheinlich drüber nach wirklich n paa militante aktionen zu starten).

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