Strafanzeigen gegen Celler Neonazis

Nach einem unangemeldeten Aufmarsch von Neonazis in Celle hat die Polizei vor Ort Strafanzeigen gegen mehrere Demonstrationsteilnehmer gestellt. Sie erwarten jetzt Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung, Verunglimpfung des Staates und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz.

Von Kai Budler für NPD-BLOG.INFO und den Störungsmelder

Neonazis in Celle (Polizei Celle)
Neonazis in Celle (Polizei Celle)

Nur rund eine halbe Stunde dauerte die Aktion von neun Personen aus dem Umfeld der rechtsextremen „Kameradschaft 73“, bis die Polizei den Aufmarsch in der Celler Innenstadt stoppte. Einen Tag vor der Bundestagswahl verteilten die Neonazis Propagandamaterial der NPD, während sie von drei mit Eselsmasken verkleideten Kameraden begleitet wurden. Um den Hals trugen sie Schilder mit Aufschriften wie „Ich Esel glaube immer noch, dass die BRD ein Rechtsstaat ist“, eine Aktionsform, die in der BRD zuerst von dem 1991 verstorbenen Neonazi Michael Kühnen aus Hamburg eingeführt worden war. Nach Ansicht der Polizei erfüllen die Schilder den Straftatbestand der Verunglimpfung des Staates. Zusätzlich stellten die Beamten bei dem Leiter der „Kameradschaft 73“, Dennis Bührig, Material mit antisemitischen Aussagen sicher.

Nach Angaben des niedersächsischen Verfassungsschutzes zählt die Celler Kameradschaft zu den besonders aktiven Neonazi-Gruppen in Niedersachsen. Nach der Inhaftierung ihres Kopfes im Jahr 2001 war es erst fünf Jahre später zu einer Reaktivierung der Gruppierung gekommen. Als Kopf der Kameradschaft gilt der mehrfach wegen Körperverletzung vorbestrafte Dennis Bührig, der in der Vergangenheit auch für die NPD zu Wahlen antrat. Außerdem war Bührig der Anmelder der für den 1. Mai in Hannover geplanten rechtsextremen Demonstration. Erst im März dieses Jahres hatte die Celler Polizei Wohnungen  von zwei Kadern der Kameradschaft 73 imLandkreis Celle durchsucht und rund 70 Tonträger, Handys, Laptops und Bargeld sichergestellt.  Außerdem fanden die Beamten mehr als 10.000 Aufkleber mit rechtsextremen Inhalten. Hintergrund der Hausdurchsuchungen war der Verdacht der “Volksverhetzung” und der Verdacht des “Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen”.

buehrig
Dennis Bührig bei einem NPD-Aufmarsch in Hannover (Foto: Kai Budler)

Daraufhin hatte die Linksfraktion im Niedersächsischen Landtag Innenminister Uwe Schünemann aufgefordert, die “Kameradschaft 73 Celle” zu verbieten. Die Gruppierung sei “extrem militant, verbreitet neonazistisches Gedankengut und hilft bei der Vernetzung der Neonaziszene in Niedersachsen und darüber hinaus”, begründete die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Pia Zimmermann, die Forderung. Schünemann solle sich seinen Amtskollegen und Parteifreund aus Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, zum Vorbild nehmen, der die Kameradschaft ‚Mecklenburgische Aktionsfront‘ verboten hat, so die Linksfraktion in einer Mitteilung.

Siehe auch:  Neonazi-Aufmarsch Hannover: 3000 protestieren gegen braunen Aufmarsch, Sturmfest und erdverwachsen? Die NPD will in Hannover aufmarschieren, Linksfraktion fordert Verbot der “Kameradschaft 73 Celle”, Hausdurchsuchungen bei Celler Kameradschaft

One thought on “Strafanzeigen gegen Celler Neonazis

  1. Soso…Verunglimpfung des Staates. Dieser Staat verunglimpft sich doch täglich selbst. Heute erst wieder: In Berlin Wahlzettel für einen falschen Bezirk ausgegeben. Alle bereits ausgefüllten Wahlzettel sind ungültig. OSZE, übernehmen Sie! Zudem halte ich einige Sprüche/Plakte des linken Black Block für deutlich verunglimpfender als das Gekritzel der verwirrten Seelen dort oben….

Comments are closed.