Erneute Wahlschlappen: DVU vor dem Aus?

DVU_Die_Neue_Rechte_logo_TeaserDie extrem rechte DVU ist nicht mehr in Landtag von Brandenburg vertreten. Sie erreichte bei der Landtagswahl nur noch etwa 1,2 Prozent der Stimmen und ist damit nach zehn Jahren nicht mehr im Parlament vertreten. Vor fünf Jahren gewann die DVU noch 6,1 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die neonazistische NPD holte ersten Angaben zufolge 2,5 Prozent der Stimmen, konnte damit die DVU hinter sich lassen, kam aber nicht annäherend an die Fünf-Prozent-Hürde.

Damit kann die NPD auf jeden Fall ihre führende Rolle im organisierten Rechtsextremismus ausbauen. Die Neonazi-Partei spekuliert zudem bereits auf eine Übernahme der DVU. Auch bei der Bundestagswahl musste die Volksunion eine schwere Schlappe hinnehmen, nach vorliegenden Ergebnissen dürfte sie etwa 0,1 Prozent der Stimmen geholt haben, die NPD hingegen deutlich mehr als ein Prozent.

Doch die Volksunion gibt noch nicht auf. DVU-Chef Matthias Faust erklärte nach dem erneut schwachen Abschneiden seiner Partei:

Die DVU ist nach wie vor eine eigenständige nationale Partei mit rund 6500 Mitgliedern. Wir haben vor rund einem halben Jahr damit begonnen, die Partei von grundauf zu “sanieren”, Strukturen aufzubauen oder neu zu beleben. Dass derartige Maßnahmen nicht in wenigen Monaten erfolgreich abzuschließen sind, war uns von vornherein klar. Erste Erfolge in dieser Arbeit sind bereits erkennbar, trotzdem stehen wir immer noch am Anfang dieser schweren Aufgabe. Wir werden in der nächsten Zeit mit anderen Parteien und Gruppierungen Gespräche führen, da auch wir selbstverständlich bemüht sind, das ständige Gegeneinander innerhalb der rechten Parteien zu beenden. Der NPD-Vorsitzende hat vor wenigen Wochen sehr deutlich erklärt, daß er an derartigen Gesprächen kein Interesse mehr habe.

In den einschlägigen Internet-Foren wird derweil erneut eine ganz eigene Wahlnachlese betrieben: Deutschland sei ohne NPD und DVU verloren, das schwache Abschneiden auf Wahlbetrug zurückzuführen. Also genau wie nach der Bürgerschaftswahl in Hamburg (DVU 0,8 Prozent) und der Europawahl (0,7 Prozent).

DVU-Nachwuchs tritt zur NPD über

Unterdessen erklärte der stellvertretende Bundesvorsitzenden der „Jungen Rechten“, der jüngst gegründeten Jugendorganisation der DVU, seinen Austritt aus der Partei. Er werde „zusammen mit weiteren DVU-Kameraden, die keiner System-Partei angehören wollen“ zur NPD wechseln, so Marcel Guse auf einer extrem rechten Internet-Seite. Guse sitzt seit dem Unfalltod des DVU-Funktionärs Günther Schwemmer in der Stadtverordnetenversammlung Potsdam. Damit wird die NPD künftig hier mit einem Sitz vertreten sein.

Siehe auch: DVU laut DeutschlandTrend bei einem Prozent, Faust: DVU nicht pleite / Partei im bürgerlich-rechten Lager etablieren, “Rechter Gesprächskreis”: Showdown zwischen NPD-Voigt und DVU-Faust, DVU-Parteizentrale zieht von München nach Hamburg, Hintergrund: “Frontbann 24″, NPD und DVU treten in zwölf Ländern gegeneinander an, DVU tritt gegen die NPD zur Bundestagswahl an, NPD und DVU: (Deutschland)Pakt schlägt sich, Pakt verträgt sich, Die NPD nach dem Machtkampf: Angriff ist die beste Verteidigung

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