Wenn Nazi-Hetzer eine Reise tun: Der „verjudete“ Heidepark Soltau

Was machen Betreiber von Neonazi-Hetzportalen eigentlich in ihrer Freizeit, wenn sie nicht gerade hetzen? Sie fahren in einen großen Freizeitpark, da es keine KDF-Reisen mehr gibt, träumen im Heide-Park-Express von der weiten Welt oder lernen in Fahrgeschäften im Maya-Look oder dem neuen „La-Ola“-Wellenreiter etwas über „fremde Kulturen“.

Doch selbst der schärfste Fahrtwind einer Achterbahn kann nicht sämtliche Wahnvorstellungen aus der Birne pusten. Und so veröffentlichte eine bekannte Neonazi-Seite jüngst einen Schnappschuss aus dem Heide-Park Soltau, auf dem neben der Achterbahn ein Zahnrad zu sehen ist, welches innen ein Hexagramm zeigt.

394px-Vajravarahi_MandalaDas reicht schon als Impuls. Sofort laufen die Verschwörungstheoretiker zur Höchstform auf und konstruieren irgendwelche Beweisketten, die weit weniger belastbar sind als Konstruktionen, wie die sechseckige eine ist. Und so muss befürchtet werden, dass diese Kleingeister sofort schockiert zusammenbrechen, falls sie doch einmal die norddeutsche Tiefebene verlassen sollten. Denn, so weiß es Wikipedia, in vielen Kulturen sei das Hexagon ein grundlegendes Element zur Gestaltung von Fenstern, Fliesen und Mosaiken. Beispiele sind demnach Fresken am Dom zu Pisa oder Mauerelemente mancher Gebäude in Pompeji; ebenso befindet sich die Glastonbury Abbey innerhalb eines (gedachten) Hexagons. Bei der Privatvilla Kentuck Knob von Architekt Frank Lloyd Wright ist das Sechseck das durchgehende Konstruktionsprinzip. Also, schön zu Hause bleiben und weiter am Computer abhetzen.

7 thoughts on “Wenn Nazi-Hetzer eine Reise tun: Der „verjudete“ Heidepark Soltau

  1. Genau, mal die norddeutsche Tiefebene verlassen, sehen und staunen.

    Und wenn das noch nicht reicht, dann gibt’s aber hier die volle Füllung.

    Wenn die Herrschaften kurze Texte wie diesen bewältigen, können sie direkt noch was lernen.

    Und nun müsste auch dem letzten Bräunling endgültig klar sein, dass Bier ein verjudetes Gesöff ist. Vielleicht werden demnächst mal bei Anti-Nazi-Demonstrationen massenweise Brauersterne/Zoiglsterne getragen?

  2. Wie Nazi-Hetzer haben Freizeit? Und dann wissen sie nichts Besseres damit anzufangen, als überall böse Feinde zu sehen? Fast schon bemitleidenswert. Aber ob ich nun wirklich Mitleid haben möchte, darüber werde ich erst nachdenken, sobald ich das nächste mal Freizeit und dabei Langeweile haben sollte. 😉

  3. Der Anblick des Hamburger Stadtwappens muss Rieger und seinen Jungs geradezu physische Schmerzen bereiten.

  4. Genau, ein grundlegendes Element in der künstlerischen Ausgestaltung. Was mich aber als liberalen Freigeist erheblich an unserer (deutschen) Gesetzgebung juckt, ist das auch nur ein Vorhandensein eines Hakenkreuzes komischerweise von Hohlbirnen ohne Bildung sofort mit Nazitum und Ähnlichem verbunden wird. Denn das Hakenkreuz taucht auch als Ornament auf vielen antiken künstlerischen Darstellungen auf, z.B. auf vielen griechischen Vasen (genauso wie auch Mäander und Rosetten, nein, nicht die an die ihr denkt). Aber da ist es offenbar ganz „normal“, „schief“ zu denken, in der verblödeten Zeit, in der wir heute leben.

  5. @Eleutheros tonnoun
    Dumm nur, dass das Hakenkreuz und die Sonnensymbole aus Asien unterschiedlicher nicht sein können. Das eine Kreuz wird „linksrum“, das andere „rechtsrum“ offen gemalt.

  6. @Ingo Hast du meinen Text gelesen? Sonnensymbole aus Asien? Ich rede von griechischer Keramik! Stop the flame-war!

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