NPD macht mit Ex-Naziterrorist Wahlkampf in Teltow-Fläming

(Foto: Marek Peters)
(Foto: Marek Peters)

Die NPD hat in der vergangenen Woche in Teltow-Fläming in Brandenburg mit einem Lautsprecherwagen für sich geworben. Der weiße Ford mit Dresdener Kennzeichen fuhr nach Angaben der Antifa Teltow-Fläming durch die Orte Zossen, Wünsdorf und Rangsdorf im Landkreis Teltow-Fläming, sowie im benachbarten Kreis Dahme-Spreewald und spielte Lautsprecherdurchsagen vom Band ab. Gefahren wurde das Wahlkampfmobil demnach vom ehemaligen Naziterroristen Peter Naumann. Naumann bewegt sich seit den 1970er-Jahren in Neonazikreisen und ist langjähriges Mitglied der NPD und anderen extrem rechten Organisationen.

Naumann ist Diplom-Chemiker und gilt in Szenekreisen als Sprengstoffexperte. Im Jahr 1978 verübte er einen Sprengstoffanschlag auf die antifaschistischen Denkmalanlagen der Fosse Ardeatine in der Nähe von Rom. Zusammen mit Komplizen sprengte Naumann zwei Fernsehsendemasten, um die Ausstrahlung des Filmes „Holocaust“ zu verhindern. 1981 wurden seine Fingerabdrücke bei der Aushebung eines Waffendepots in der Lüneburger Heide sichergestellt.

1982 plante er gemeinsam mit Kameraden die gewaltsame Befreiung des Hitlerstellvertreter Rudolf Hess. Er wurde 1988 zu einer Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt, u.a. wegen sechs Sprengstoffanschlägen in Frankreich, Italien und Deutschland.

Nach seiner vorzeitigen Haftentlassung war er den Angaben zufolge weiterhin aktiv. Im März 1995 wurden bei einer Hausdurchsuchung zwei Rohrbomben gefunden. Im August 1995 übergab Naumann 13 Waffendepots an Beamte des Bundeskriminalamtes, in denen sich insgesamt 27 Kilogramm des hochexplosiven Sprengstoffs TNT befanden.

Die Antifa berichtet, dass Naumann im Landkreis keineswegs ein unbeschriebenes Blatt sei. Im Juli 2008 fand eine Saalveranstaltung der „Freien Kräfte Teltow-Fläming“ im „Beelitzer Hof“ in Luckenwalde mit Peter Naumann als Referenten statt. In einem Internetbericht prahlten die Neonazis stolz:

“In einem vierstündigen Vortrag über seine Vergangenheit und gewissen „Untergrundaktivitäten“ in der Zeit des kalten Krieges berichtete Peter Naumann, palamentarischer Berater der NPD-Fraktion in sächsischen Landtag, von seinen Erfahrungen mit so genanntem „rechten Terror“ und dem Verfassungsschutz. Wir bedanken uns für den hervorragenden Vortrag und die wegweisenden Worte!“ Gegen Naumann wurden immer wieder Vorwürfe erhoben, er arbeite als V-Mann – zuletzt im Juli 2006 in Dresden.

Siehe auch: Sachsen: Sprengstoffspezialist schlägt Dresdner Schüler, Ex-Terrorist schult die NPD,

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