Wahlkampfabschluss der DVU: Gegen „Sozioten“, 68er – und Nazis

Trotz großspuriger Ankündigungen und strahlendem Sonnenschein beteiligten sich nur rund 60 Personen an der Wahlkampfabschlusskundgebung der DVU in Potsdam. Für die Höhepunkte des Tages sorgten die zahlreichen Gegendemonstranten.

Von Maik Baumgärtner für NPD-BLOG.INFO 

Unweit des Parkes Sanssouci am historischen Luisenplatz in Potsdam hat die DVU am 20. September 2009 ihre Wahlkampftour durch verschiedene Brandenburger Städte beendet. Unzählige Polizeikräfte hatten bereits am Vormittag ein großes Carré, für die laut einem Polizeisprecher erwarteten 150 Teilnehmer der DVU, auf dem Platz mit Absperrgittern errichtet. Als dann um kurz vor 13:00 Uhr die ersten Anhänger der extrem rechten Partei den Kundgebungsort erreichten, blickten sie auf ein riesiges Transparent mit der Aufschrift „Nazis? Nein Danke“, das direkt und weithin sichtbar am kleinen Brandenburger Tor hing. Des Weiteren trugen in Sicht- und Hörweite mehrere Hundert Menschen mit Trommeln und Trillerpfeifen sowie durch lautes Rufen ihren Unmut gegenüber der DVU den gesamten Nachmittag auf die Straße. 

Innerhalb von 30 Minuten waren dann auch Andreas Molau (DVU-Bundespressesprecher), Matthias Faust (DVU-Bundesvorsitzender), Hans-Gerd Wiechmann (DVU-Landesvorsitzender Niedersachsen), Ingmar Knop (DVU-stellvertretender Bundesvorsitzender), Christian Worch (Multifunktionär) und einige Landtagsabgeordnete der DVU am Veranstaltungsort angekommen.

Voller Einsatz bei der DVU, doch die Resonanz ist überschaubar (Foto: Maik Baumgärtner)
Voller Einsatz bei der DVU, doch die Resonanz ist überschaubar (Foto: Maik Baumgärtner)

Gegen 14:00 Uhr, kurz nach dem Matthias Faust die Kundgebung mit einer Rede eröffnete, stürmte ein junger Mann den Platz und warf Teile der Musikanlage aus Protest zu Boden. Wenige Minuten später hatte Christian Worch die Technik wieder unter Kontrolle und der ehemalige NPDler Wiechmann aus Niedersachsen nahm das Mikrofon in die Hand.

"Nie wieder Krieg - nach unserem Sieg", meint ein DVU-Anhänger (Foto: Maik Baumgärtner)
"Nie wieder Krieg - nach unserem Sieg", meint ein DVU-Anhänger (Foto: Maik Baumgärtner)

Gegen „Sozioten“, 68er – und Nazis…

Mittlerweile hatten sich inklusive der Funktionsträger innerhalb der Partei rund 60 Personen um das mobile Rednerpult gescharrt. Wiechmanns Rede unterschied sich am Ende nur unwesentlich von denen seiner Nachfolger. Er hetzte gegen „Sozioten“ und die sogenannten 68er und forderte die Rückführung der Überreste von Wehrmachtssoldaten aus Osteuropa. 

Gegen Nazis? DVU-Anhänger und "Weisse Wölfe"-Fan in Potsdam (Foto: Maik Baumgärtner)
Gegen Nazis? DVU-Anhänger und "Weisse Wölfe"-Fan in Potsdam (Foto: Maik Baumgärtner)

Zur völligen Farce geriet seine Rede und die gesamte Kundgebung, als er den Gegendemonstranten entgegen schrie: „Wir sind auch gegen Nazis“ und dafür Beifall von seinen Gesinnungskameraden erntete. Ein Teil der Applaudierenden unter dreißig trug T-Shirts der bekannten RechtsRock-Bands „Weisse Wölfe“ und „Deutsch-Stolz-Treu“, andere hatten Aufschriften wie: „Anti-Antifa“ und „Nie wieder Krieg nach unserem Sieg!“. 

Nach der Wasserattacke auf Andreas Molau (Foto: Maik Baumgärtner)
Nach der Wasserattacke auf Andreas Molau (Foto: Maik Baumgärtner)

Kurz vor Ende der Veranstaltung wurde Andreas Molau beim Versuch einigen Bürgern zu erzählen, dass „Multikulti gescheitert“ sei, mit einem Becher Wasser übergossen. Dann war der Spuk vorbei und die aus weiten Teilen Brandenburgs, Berlin, Niedersachsen und Hamburg angereisten DVUler verließen den Platz.

Siehe auch: DVU laut DeutschlandTrend bei einem Prozent, Faust: DVU nicht pleite / Partei im bürgerlich-rechten Lager etablieren, “Rechter Gesprächskreis”: Showdown zwischen NPD-Voigt und DVU-Faust, DVU-Parteizentrale zieht von München nach Hamburg, Hintergrund: “Frontbann 24″, NPD und DVU treten in zwölf Ländern gegeneinander an, DVU tritt gegen die NPD zur Bundestagswahl an, NPD und DVU: (Deutschland)Pakt schlägt sich, Pakt verträgt sich, Die NPD nach dem Machtkampf: Angriff ist die beste Verteidigung

7 thoughts on “Wahlkampfabschluss der DVU: Gegen „Sozioten“, 68er – und Nazis

  1. Das Wasser der albernen Attacke, so albern wie die Trillerpfeifen und die Transparente, war Limonade und die sechzig Kundgebungsteilnehmer waren gute hundert. Aber Leute, die mit Sowjetfahnen gegen vermeintliche „Nazis“ demonstrieren, haben es verständlicher Weise nicht so mit der Wahrheit.

  2. Schön das Molau der alte Haudegen hier auch noch kommentiert. Zum totlachen. Und 100 Leute waren es wirklich nicht mal ansatzweise. Aber Herr Molau träumt ja gern. Schade, dass er keine Eurythmie für die Anwesenden Nazis getanzt hat.

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