Özil-Beleidigung: NPD-Funktionär Beier wegen Volksverhetzung angezeigt

Die Beleidigungen von NPD-Pressesprecher Klaus Beier gegenüber dem deutschen Nationalspieler Mesut Özil haben ein Nachspiel. Der Rechtsanwalt des Bremer Mittelfeldspieler, Albert Pfeilsticker, zeigte den Politiker nach Angaben „Der Welt“ wegen des „Straftatbestandes der Volksverhetzung“ an. Für Pfeilsticker stelle Beiers Aussage über Özil als „Plaste-Deutscher „die Verwirklichung des Straftatbestandes der Volksverhetzung dar, weil Mesut Özil nur als ein Beispiel der großen Gruppe der eingebürgerten Deutschen angesehen wird und mithin Sinn dieser Äußerungen des Klaus Beier ist, sämtliche Eingebürgerte als ‚Plaste-Deutsche‘ zu brandmarken“. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hatte zuvor mitgeteilt, sobald ein Strafantrag eingehe, werde ein Ermittlungsverfahren gegen Beier eingeleitet.

Mesut Özil von Werder Bremen (Quelle: Autogrammkarte Homepage Özil)
Mesut Özil von Werder Bremen (Quelle: Autogrammkarte Homepage Özil)

Der DFB hatte Özil öffentlich den Rücken gestärkt. “Wir sind stolz darauf, dass Mesut Özil deutscher Nationalspieler ist”, betonte DFB-Präsident Zwanziger. “Dies ist das Zeichen für das Deutschland, das sich der DFB wünscht – ein freies, tolerantes und selbstbewusstes Land, in dem kein Platz für nationalistisches Denken und Rassismus ist, wie es die Wirrköpfe der NPD zu verbreiten versuchen”.

NPD-Mann Beier war bereits im April vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen Hetze gegen den dunkelhäutigen Ex-Nationalspieler Patrick Owomoyela (Borussia Dortmund) zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Beier hatte zudem im Juli 2009 ein Freundschaftsspiel mit Energie Cottbus in Storkow verhindert, da der Zweitligist nach Drohungen der NPD den Schwanz einzog und das Spiel für mehr Toleranz kurzerhand absagte.

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