U-18-Bundestagswahl: Sachsen bleibt NPD-Hochburg

Bei der U-18-Bundestagswahl hat die neonazistische NPD in Sachsen klar am stärksten abgeschnitten. Dort würden fast 13 Prozent der Unter-18-Jährigen für die NPD stimmen. In einigen Wahlkreisen kommt die Neonazi-Partei auf mehr als 17 Prozent, in Zwickau sogar fast 22 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern, wo die NPD ebenfalls im Landtag vertreten ist, schneidet sie weit schlechter ab, kommt auf 4,9 Prozent. Ihr bestes Ergebnis erreicht sie hier im Wahlkreis Bad Doberan, Güstrow, Müritz mit 7,25 Prozent.

U18_Imagekampagne_A4.inddIn Thüringen kann die NPD hingegen fast zehn Prozent bei den unter 18-Jährigen holen. In Sachsen-Anhalt gewinnt sie bei den Unter-18-Jährigen mehr als sieben Prozent. Besonders stark ist sie hier in Halle und im Burgenlandkreis mit jeweils mehr als 13 bzw. zehn Prozent. Auch in Brandenburg schafft die NPD den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde, landet bei 6,12 Prozent. Besonders stark ist die extrem rechte Partei dabei in der Lausitz.

In den alten Bundesländern kommt die NPD hingegen in keinem Bundesland annähernd an die Fünf-Prozent-Hürde heran. In Bayern holt sie immerhin auf 3,6 Prozent, in Schleswig-Holstein 2,5. Bundesweit kommt die NPD auf 4,2 Prozent, vor vier Jahren waren es 6,6. Bei der aktuellen U-18-Wahl wurden insgesamt 126.305 Stimmen abgegeben, davon waren 4074 ungültig.

Die U18 ist die größte politische Bildungsinitiative für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Ihr Ziel ist es nach eigenen Angaben, junge Menschen dabei zu unterstützen, Politik zu verstehen, Unterschiede in den Partei- und Wahlprogrammen zu erkennen und Versprechen von Politikerinnen und Politikern zu hinterfragen. Im Vordergrund steht dabei, dass Kinder und Jugendliche ihre eigenen Interessen erkennen und formulieren lernen, selbst Antworten auf politische Fragen finden – und aktiv ihre eigene Lebenswelt mitgestalten.

Siehe auch: Sachsen: NPD bekommt 13 Millionen Euro Steuergeld, NPD-Fraktion Sachsen: “Alter Herr” in “Dresdner Schule”, NPD will Geld für Bildungswerk ab 2011 beantragen, NPD kann mit 100.000 Euro für Stiftung rechnen, Sachsen: Holger Apfel erneut NPD-Fraktionsvorsitzender, NPD-Wahlerfolge im Osten: Die Mär von der Protestpartei 

10 thoughts on “U-18-Bundestagswahl: Sachsen bleibt NPD-Hochburg

  1. Das Ergebnis von Leipzig ist doch erfreulich. :-)

    Ich hab mir mal die Mühe gemacht, Hier mal die rechten „Hochburgen“ im Westen herauszufischen:

    Wahlkreise im Westen, in denen rechte Parteien >5% bekommen haben:

    Im Wahlkreis Dortmund I (NRW) steht die DVU bei 5,29%
    In Böblingen (BaWü) bekommt die NPD 6,98%
    Ludwigsburg (BaWü): NPD 8,11%
    Rastatt (BaWü): NPD 5,56%
    Im WK Cloppenburg-Vechta (NS) bekommt die NPD 5,61%
    Salzgitter-Wolfenbüttel(NS): NPD 5,59%
    Ansbach(Bay): NPD 5,06%
    Bad Kissingen (Bay) NPD 6,45%
    Main-Spessart (Bay) NPD 6,99%
    Donau-Ries (Bay) NPD 7,84%

    Es gibt noch einige Wahlkreise, in denen die NPD knapp unter 5% war.

    Im Gegensatz zu Sachsen und Thüringen sind die Rechtsextremen aber in Westlichen Ländern kein flächendeckendes Phänomen.

  2. @exma
    was soll denn der Schwachsinn:sächsische Hitlerjugend.
    Meine persönliche Baneigung gegen die Extreme Rechte rührt einfach daher, das ich als Kind noch die Ruinenhalden in Dresden gesehen habe und als Jugendlicher noch Kontakt zu Leuten haben durfte, die das tausendjährige Reich hautnah erleben mussten. Und Sympathie für Leute, die Systeme gutheisen die für solches Verantwortlich sind, ist schlicht nicht vorhanden.
    Statt mit solch dämlichen Schagwörtern um sich zu werfen (find ich gar nicht witzig) sollte man überlegen wie wir unseren Kindern die Abartigkeit der Ideen der Rechten, vor Augen führen. Wahrscheinlich sollte man es so machen wie die Amerikaner anno 1945 in Weimar. Die haben kurzerhand die Zivilbevölkerung Weimars zwangsweise durch Buchenwald geführt. Ich geb zu etwas drastisch die Maßnahme aber dafür erfolgreich.
    Ich hab selber in Buchenwald Jugendliche erlebt, denen beim Anblick der Bilder speiübel geworden ist. Mir ist damals klar geworden:Sowas darf nie wieder passieren.
    Beim nächsten Mal erst denken, dann schreiben.
    LG Skeptiker

  3. Tja, Michael, da haben wir wohl nicht viele deutsche Bürger, gell? Sie stellen quasi nur eine Splittergruppe dar.
    Im übrigen möchte ich in Frage stellen, ob Kindermilitärlager wie jene der HDJ Kinderglück sind.

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